Wahrheit Sprüche

Sprüche über Wahrheit

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In der schamhaften Stille deines Gemüts erziehe die siegende Wahrheit, stelle sie aus dir heraus in der Schönheit, daß nicht bloß der Gedanke ihr huldige, sondern auch der Sinn ihre Erscheinung liebend ergreife.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 1793-1794. Neunter Brief

Aber Optimismus ist, in den Religionen, wie in der Philosophie, ein Grundirrtum, der aller Wahrheit den Weg vertritt.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum vierten Buch. Kapitel 48. Zur Lehre von der Verneinung des Willens zum Leben

Ich interessiere mich nicht für die Wahrheit. Ich möchte etwas Glück.

Fitzgerald, Die Schönen und Verdammten (The Beautiful and Damned), 1922. Übers. Internet

Nichts ist erregender als die Wahrheit.

Internet

Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist phantasievoller als die Sachlichkeit.

Kisch, Der rasende Reporter, 1925. Vorwort zur 1. Ausgabe

Wahrhaftiges hat sein Maß.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Vera enim modum suum habent

Was richtig ist, bestimmt man weder nach Größe noch nach Anzahl oder Zeit.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 74. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quod rectum est nec magnitudine aestimatur nec numero nec tempore.

Von Natur aus findet sich in unserem Geist die unstillbare Begierde danach, die Wahrheit zu erkennen.

Cicero, Gespräche in Tusculum (Tusculanae disputationes), 45 v. Chr. Übers. Internet. Originaltext: Natura inest in mentibus nostris insatiabilis quaedam cupiditas veri videndi

Wenn eine Spur mich leitet, will ich finden, Wo Wahrheit steckt, und steckte sie auch recht Im Mittelpunkt.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603. 2. Aufzug, 2. Szene, Polonius

X. Axiom Woher die innere Wahrheit nehmen? Aus ihr selbst. Deswegen heißt sie ja die innere Wahrheit, die Wahrheit, die keiner Beglaubigung von außen bedarf.

Lessing, Axiomata, wenn es deren in dergleichen Dingen giebt. Wider den Herrn Pastor Goeze, in Hamburg, 1778

Was aber ist edler als in Besitz der Wahrheit zu sein?

Melanchthon, Scholia in Epistolam Pauli ad Colossenses, 1527. Übers. Internet Originaltext: Quae est enim nobilior possessio quam veritas?

Unzeitige Wahrheit ist einer Lüge gleich.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Es muss erlaubt sein, das, was mehr als wahr ist, offen auszusprechen.

Erasmus von Rotterdam, Lob der Heilkunst (Encomium artis medicae), 1499. Übers. Internet Originaltext: Liceat id quod vero verius est ingenue praedicare

Falsch ist auch die Wahrheit, die der Stärkere setzt.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Falsum etiam est verum, quod constituit superior

Manches Falsche trägt den Anschein des Wahren.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). 2, 2, 22. Originaltext: Quaedam enim falsa veri speciem ferunt

Falsche Meinungen sind zwar ebenso hart wie richtige, jedoch nicht so dauerhaft. Sie zerbrechen zuletzt beim fortwährenden Zusammenstoß doch an letzteren.

Pauly, Aphorismen, 1905

Die Wahrheit bleibt niemals verborgen.

Seneca, Die Troerinnen (Troades). 230. Übers. Internet Originaltext: Veritas numquam latet

Und welche Mittel besitzen wir nun, um zur Wahrheit zu gelangen?

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. IV: Das Geheimnis der Marie Rogêt. Ein Nachtrag zum Mord in der Rue Morgue. Übers. H. Kauders

Es ist ein folgenschwerer Irrtum, anzunehmen, daß wir Menschen im allgemeinen aus Überlegung die Wahrheit sprechen.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. VI: Marginalien. Übers. B. Bessmertny

Wollen wir eine Wahrheit recht eindringlich machen, so brauchen wir Strenge eher als eine blumenreiche Sprache.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. VI: Das dichterische Prinzip. Übers. B. Bessmertny

Wahrheit stellt strenge Anforderungen. Sie hat keine Sympathie für Rosen und Myrthen.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. VI: Das dichterische Prinzip. Übers. B. Bessmertny