Wahrheit Sprüche – klassisch

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In ein Stammbuch Die Zeit, in ihrem Fluge, streift nicht bloß Des Feldes Blumen und des Waldes Schmuck, Den Glanz der Jugend und die frische Kraft: Ihr schlimmster Raub trifft die Gedankenwelt. Was schön und edel, reich und göttlich war Und jeder Arbeit, jeden Opfers wert, Das zeigt sie uns so farblos, hohl und klein, So nichtig, daß wir selbst vernichtet sind. Und dennoch wohl uns, wenn die Asche treu Den Funken hegt, wenn das getäuschte Herz Nicht müde wird, von neuem zu erglühn! Das Echte doch ist eben diese Glut, Das Bild ist höher, als sein Gegenstand, Der Schein mehr Wesen, als die Wirklichkeit. Wer nur die Wahrheit sieht, hat ausgelebt; Das Leben gleicht der Bühne: dort wie hier Muß, wann die Täuschung weicht, der Vorhang fallen.

Uhland, L., Gedichte

Wahrheit im Stil ist eine unentbehrliche Eigenschaft, die allein schon einen Schriftsteller empfiehlt.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Schriftstellerei und Stil

Wahrheit ist nur zu oft der Name, den wir unseren wechselnden Irrtümern geben.

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In Tatsachen gekleidet, fühlt die Wahrheit sich eingeengt. Im Gewande der Dichtung bewegt sie sich leicht und frei.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [140]

Die Wahrheit geht im Wasser nicht unter und verbrennt nicht im Feuer.

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Der Wahrheit bester Schmuck ist Nacktheit.

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Die Freude leuchtet, wo die Tugend hauset, Und Friede herrschet, wo die Wahrheit thront.

Witschel, Morgen- und Abendopfer in Gesängen, 1816

Die einfachsten Wahrheiten sind die größten. Sie sind die nötigsten, weil die vergessensten. Sie sind die schwersten, aber die segensvollsten. Und Geheimnisse macht die Wahrheit nicht, wem sie nicht selbst eines ist.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Höre, was die Wahrheit spricht: Tue recht und zittre nicht.

Stolberg, F. L., Gedichte

Die reine Wahrheit taugt in diese[r] Welt des Scheins nicht. Rein ist sie Gift, verdünnt Arznei. Nur ein ideales Verhältnis erträgt völlige Wahrheit und Offenheit.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Es ist etwas Großes um die hehre Majestät der Wahrheit. Nur muß man zittern, wenn sie hereingetreten ist. Gar leicht kann sie verscheucht werden.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Die Wahrhaftigkeit ist jene Mutter Erde, auf der feststehend der ringende Geist nicht zu besiegen und niederzuwerfen ist.

Auerbach, Das Landhaus am Rhein. Roman, 5 Bde., 1869

Und vor der Wahrheit mächtgem Siege Verschwindet jedes Werk der Lüge.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Macht des Gesanges, 1795

Hörer der Wahrheit, sie kann zum Segen, zum Heile dir werden; Sprecher der Wahrheit, dein Lohn ist mit dem Fluche verwandt.

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880

Das nenn' Ich einen Weisen! Nie die Wahrheit zu Verhehlen! für sie alles auf das Spiel Zu setzen! Leib und Leben! Gut und Blut!

Lessing, Nathan der Weise, 1779; uraufgeführt 1783. 3. Akt, 7. Auftritt, Saladin

Wer Wahrheit will bekennen, Darf ihr die höchste Glorie nicht entzieh'n, Den Ruhm des Mutes, den die Wahrheit gibt.

Gutzkow, Uriel Acosta. Trauerspiel in fünf Aufzügen, 1847. 1. Aufzug, 3. Auftritt, Uriel

Wahrheiten aus dem Mund eines Toren empören mehr, als Irrtümer aus dem Mund eines Weisen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Wahrheit verfliegt nicht in der Luft; Wer nicht sein Wort hält, ist ein Schuft.

Glaßbrenner, A., Gedichte. Verbotene Lieder. Von einem norddeutschen Poeten, Bern 1844. Originaltext

Die Wahrheit ist von Ewigkeit. Aber die Zeitlichkeit ist nicht außer der Ewigkeit. Und so ist die ewige Wahrheit wirksam in der Zeit. Die Ewigkeit erhält die Wahrheit in der Zeit, indem sie den Atem anhält. Und so erleben wir, immer wieder, die Wahrheit im Augenblick von Ewigkeit.

Schaukal, Vom unsichtbaren Königreich, 1910

Motto Wahrheit sag ich euch, Wahrheit und immer Wahrheit, versteht sich:MeineWahrheit; denn sonst ist mir auch keine bekannt.

Schiller, F., Gedichte. Xenien, 1796

Wahrheit war die Botschaft, die alle großen Männer an die Menschheit zu verkündigen hatten; Wahrheit, Verhältnis der Dinge unter einander und zu uns.

Forster, Cook, der Entdecker, entstanden 1787, Erstdruck in: Kleine Schriften, 1. Teil, Berlin 1789