Wahrheit Sprüche – mut

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Was braucht ein Volk für Gönner? Wahrheit-sagen-Könner.

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

Wahrheit ist eine widerliche Arznei; man bleibt lieber krank, ehe man sich entschließt, sie einzunehmen.

Kotzebue, Lohn der Wahrheit. Schauspiel in 5 Akten, 1801. 1. Akt, 8. Szene, Sekretär

Schlauheit braucht Kleider, aber die Wahrheit geht nackt.

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Ich habe keine Angst vor der Feder, dem Schafott oder dem Schwert. Ich werde die Wahrheit verkünden, wann immer es mir paßt.

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Es ist aber eine alte Sage, daß die Wahrheit nicht süß sei.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Über die neue Politik. Vorläufige Bedenklichkeiten und Zweifel gegen das neue System

Lästige Wahrheiten, vor denen man zuerst erschrickt, wird man am besten los, indem man sie gelassen ausspricht. Daher auch der alte Brauch, Gefahren, Schäden, Übel jeder Art zu ›besprechen‹.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Den Männern sag ich dies: es gibt keine Kraft ohne Wahrheit, und den Frauen sei es gesagt: ohne Wahrheit gibt es keine Anmuth.

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Durch Wahrhaftigkeit zerbricht man seine Fesseln.

Fleischer (Übers.), Ali's Hundert Sprüche, arabisch und persisch paraphrasiert von Reschideddin Watwat nebst einem doppelten Anhange arabischer Sprüche, hg. und übersetzt von M. Heinrich Leberecht Fleischer 1837

Muss ich ihn wandeln, den nächtlichen Weg? Mir graut, ich bekenn es! Wandeln will ich ihn doch, führt er zu Wahrheit und Recht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Genius, Erstdruck 1795 unter dem Titel »Natur und Schule«

Man braucht kein großer Mann zu sein um jemand die Wahrheit zu sagen und ein Glück für uns, daß auch der arme Teufel Wahrheiten sagen kann.

Lichtenberg, Sudelbuch D, 1773-1775. [D 423]

Oder ist es das: sich von Eicheln und Gras der Erkenntnis nähren und um der Wahrheit willen an der Seele Hunger leiden?

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Von den drei Verwandlungen

Im Meinungskampf zu allen Zeiten Die gleichen Waffen Sieg erstreiten: Es sind die schärfsten Zungen Und allerstärksten Lungen. Da hat die Wahrheit liebe Not – Sie wird zumeist geschlagen tot.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Nicht Buchstabe, Zeremonie, Vorurteil, Herkommen, Gesetze oder Zwangspflichten, sondern Geist, d. i. Licht und Kraft der Wahrheit, soll uns als Religion gelten.

Herder, Christliche Schriften, 1796-99. I. Von der Gabe der Sprachen am ersten christlichen Pfingstfest 1794. Fünfter Abschnitt

Mach dich nicht zum Diener eines Narren und nimm auf einen Mächtigen keine Rücksicht, sondern verteidige die Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der Herr für dich streiten.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 4,32f)

Im Wahrheitsstreben darfst du nie ermatten, Such' stets, was Schatten wirft, und nicht den Schatten.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Von Wahrheit will ich nimmer weichen, Das soll kein Mann bei mir erreichen.

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Wenn du zwischen Wahrheit und Lüge in die Enge kommst, entscheide dich ohne Nachsinnen für die Wahrheit. Sie ist immer die bessere, gesagt zu werden.

Platen, Lebensregeln, 1817. [43]

Wer nicht sagt, was er für wahr hält, ist entweder ein Heuchler oder ein Feiger oder ein gebrechlicher Mensch. Wer den Star stechen will, muß können sehend machen und den Leuten beweisen, daß Sehen besser sei als Blindsein.

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Man ist in Gefahr, sich auf dem Wege zur Wahrheit zu verirren, wenn man sich um gar keine Vorgänger bekümmert; und man versäumet nicht ohne Not, wenn man sich um alle bekümmern muß.

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Sprich und handle für das, was die heilige Wahrheit ist, stets so unbefangen, entschieden und ruhig, als ob sie keinen Feind haben könnte. Denke gar nicht an Opposition. Darin liegt ein großes Geheimnis des Einflusses auf andre Menschen.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum). 30. November 1869

Wer reine Wahrheit zu reden wagt, sollte sogleich seinen Stockknopf mit Gift füttern.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869