Wahrheit Sprüche – philosophisch

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Die unmögliche Tatsache Palmström, etwas schon an Jahren, wird an einer Straßenbeuge und von einem Kraftfahrzeuge überfahren. Wie war (spricht er, sich erhebend und entschlossen weiterlebend) möglich, wie dies Unglück, ja –: daß es überhaupt geschah? Ist die Staatskunst anzuklagen in Bezug auf Kraftfahrwagen? Gab die Polizeivorschrift hier dem Fahrer freie Trift? Oder war vielmehr verboten hier Lebendige zu Toten umzuwandeln – kurz und schlicht: Durfte hier der Kutscher nicht –? Eingehüllt in feuchte Tücher, prüft er die Gesetzesbücher und ist alsobald im klaren: Wagen durften dort nicht fahren! Und er kommt zu dem Ergebnis: Nur ein Traum war das Erlebnis. Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.

Morgenstern, C., Gedichte. Palmström

Wahrheit ist der Weg des Himmels. Die Verwirklichung der Wahrheit ist der Weg des Menschen.

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Wer sich von der Wahrheit nicht besiegen läßt, der wird vom Irrtum besiegt.

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Worte, die der Wahrheit Ausdruck geben, erscheinen paradox.

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Sprich doch nicht von deiner Wahrheitsliebe, wenn du nur rücksichtslos warst.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die größte Ehre, die man der Wahrheit erweisen kann, ist, sie zu leben.

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Der Mensch ist dazu bestimmt, die Wahrheit zu erkennen. Das ist seine wahre Aufgabe.

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Das Tüttelchen Wahrheit, das manche Lüge enthält, das macht sie furchtbar.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Die Wahrheit hat einen blauen Rücken.

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Wir sind dazu geschaffen, die Wahrheit zu suchen, sie zu besitzen ist das Vorrecht einer höheren Macht.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)

Es ist Torheit, von unserem Geist die Fähigkeit zu erwarten, daß er beurteilen kann, was wahr und was falsch ist.

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Einige Wahrheiten liegen so nahe und sind so einleuchtend, daß man nur die Augen des Geistes zu öffnen braucht, um sie zu erkennen. Zu diesen rechne ich die wichtige Wahrheit, daß der ganze himmlische Chor und die Fülle der irdischen Objekte, mit einem Wort alle die Dinge, die das große Weltgebäude ausmachen, keine Subsistenz außerhalb des Geistes haben, daß ihr Sein ihr Perzipiertwerden oder Erkanntwerden ist, daß sie also, solange sie nicht wirklich durch mich erkannt sind oder in meinem Geist oder im Geist irgendeines anderen geschaffenen Wesens existieren, entweder überhaupt keine Existenz haben oder im Geist eines ewigen Wesens existieren müssen, da es etwas völlig Undenkbares ist und alle Verkehrtheit der Abstraktion in sich schließt, wenn irgendeinem ihrer Teile eine vom Geist unabhängige Existenz zugeschrieben wird.

Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis (A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge), 1710

Du möchtest die Wahrheit? Dann laß ab von Worten und Schweigen und lebe dein eigenes Zen.

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Entledige dich nur des Unwahren, und du wirst ganz von selbst die Wahrheit erkennen.

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Die Rede der Wahrheit ist an sich selber zwar schlecht, aber lebhaft und durchdringend, weil sie als eine Herzenserkundigerin gleichsam wie eine Axt oder Schwert alle künstlichen und subtilen Rednerschlüsse leicht auf einmal abschneiden und über den Haufen werfen kann.

Agrippa, Ungewissheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften (De incertitudine et vanitate scientarum et artium et de excellentia verbi dei), Erstdruck 1530

Das Schlimmste, das man der Wahrheit antun kann, ist, sie zu kennen und dennoch zu ignorieren.

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Es gibt Wahrheiten, die gelten weder für alle Menschen noch für alle Zeiten.

Voltaire, Briefe. An Kardinal Bernis

Sieh, wie hilflos die Seele da liegt, die noch nicht wurzelt in dem Felsengrund der Wahrheit!

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. IV, 14

Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttlichste Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, daß das Wasser brennt und das Feuer löscht, daß ein Weib ohne Mann gebiert und daß ein Toter aufersteht; vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Kaspar Lavater, 9. August 1782

Ich nehme also an, alles, was ich wahrnehme, sei falsch; ich glaube, daß nichts von alledem jemals existiert habe, was mir mein trügerisches Gedächtnis vorführt. Ich habe überhaupt keine Sinne; Körper, Gestalt, Ausdehnung, Bewegung und Ort sind Chimären. Was soll da noch wahr sein? Vielleicht das Eine, daß es nichts Gewisses gibt.

Descartes, Meditationen über die Grundlagen der Philosophie (Meditationes de Prima Philosophia), 1641

Die Wahrheit, die wir brauchen, befreit uns vom Allbekannten und macht uns einfach und verwurzelt uns in der Wirklichkeit.

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