Wahrheit Sprüche – zeit

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Schade, daß man einen Teil seines Lebens damit hinbringen muß, alte Zauberschlösser zu zerstören. Es wäre ja besser, Wahrheiten festzustellen, als Lügen zu untersuchen. Aber wo sind die Wahrheiten?

Voltaire, Kleine philosophische Aufsätze. Was können wir wissen?

In ein Stammbuch Die Zeit, in ihrem Fluge, streift nicht bloß Des Feldes Blumen und des Waldes Schmuck, Den Glanz der Jugend und die frische Kraft: Ihr schlimmster Raub trifft die Gedankenwelt. Was schön und edel, reich und göttlich war Und jeder Arbeit, jeden Opfers wert, Das zeigt sie uns so farblos, hohl und klein, So nichtig, daß wir selbst vernichtet sind. Und dennoch wohl uns, wenn die Asche treu Den Funken hegt, wenn das getäuschte Herz Nicht müde wird, von neuem zu erglühn! Das Echte doch ist eben diese Glut, Das Bild ist höher, als sein Gegenstand, Der Schein mehr Wesen, als die Wirklichkeit. Wer nur die Wahrheit sieht, hat ausgelebt; Das Leben gleicht der Bühne: dort wie hier Muß, wann die Täuschung weicht, der Vorhang fallen.

Uhland, L., Gedichte

Der Kaufherr, der weithin schickt seine Waren, Überläßt seinen Schiffern des Meeres Gefahren; Der Taucher nach Perlen im Meeresgrunde Schmückt sich niemals selbst mit dem kostbaren Funde; Nicht die Gefallenen der blutigen Kriege, Nur die noch Lebenden feiern die Siege. Wohin ich sehe, wohin ich wandre: Ein Opfer ist unser Leben für andre.

Bodenstedt, Aus Morgenland und Abendland, 1882

Und vor der Wahrheit mächtgem Siege Verschwindet jedes Werk der Lüge.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Macht des Gesanges, 1795

Wahrheit verfliegt nicht in der Luft; Wer nicht sein Wort hält, ist ein Schuft.

Glaßbrenner, A., Gedichte. Verbotene Lieder. Von einem norddeutschen Poeten, Bern 1844. Originaltext

Ein Götterkind, das sie mirWahrheitnannten, Die meisten flohen, wenige nur kannten, Hielt meines Lebens raschen Zügel an.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Resignation, 1786

Die Nichtachtung des Gegenwärtigen und Augenblicklichen liegt in der Art des philosophischen Betrachtens. Er [der Philosoph] hat die Wahrheit; mag das Rad der Zeit rollen, wohin es will, nie wird es der Wahrheit entfliehen können.

Nietzsche, Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern, 1872. Über das Pathos der Wahrheit

Was richtig ist, bestimmt man weder nach Größe noch nach Anzahl oder Zeit.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 74. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quod rectum est nec magnitudine aestimatur nec numero nec tempore.

Unzeitige Wahrheit ist einer Lüge gleich.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Manches Falsche trägt den Anschein des Wahren.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). 2, 2, 22. Originaltext: Quaedam enim falsa veri speciem ferunt

Falsche Meinungen sind zwar ebenso hart wie richtige, jedoch nicht so dauerhaft. Sie zerbrechen zuletzt beim fortwährenden Zusammenstoß doch an letzteren.

Pauly, Aphorismen, 1905