Weisheit Sprüche

Weise Gedanken und Erkenntnisse

632 Sprüche in dieser Kategorie

Das also war des Pudels Kern!

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Studierzimmer, Faust zu Mephistopheles

Die Weisheit ist nur in der Wahrheit.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 3. Bandes 1. Heft, 1821

Was wahr ist, kann nicht schlecht sein; was schlecht ist, kann nicht wahr sein; was gut ist, kann nicht auf Unwahrheit beruhen; was schädlich ist, kann nur das Werk des Betrugs und des Wahnsinns sein und demzufolge nicht die Wertschätzung des Weisen verdienen. Die Weisheit taugt nichts, wenn sie nicht zum Glück führt.

Du Marsais, Über die Vorurteile (Essai sur les préjuges), 1769

Weisheit und Klugheit Willst du, Freund, die erhabensten Höhn der Weisheit erfliegen, Wag es auf die Gefahr, daß dich die Klugheit verlacht. Die kurzsichtige sieht nur das Ufer, das dir zurückflieht, Jenes nicht, wo dereinst landet dein mutiger Flug.

Schiller, F., Gedichte. 1795

Der Weise kann des Mächtigen Gunst entbehren, Doch nicht der Mächtige des Weisen Lehren.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Vermischte Gedichte und Sprüche, 29.

Der Weise muß zu den Toren gehn, Sonst würde die Weisheit verloren gehn, Da Toren nie zum Weisen kommen.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Aus: Lieder und Sprüche der Weisheit

Die Weisheit ruft laut auf der Straße und lässt ihre Stimme hören auf den Plätzen.

Altes Testament. Die Sprüche Salomos (#Spr 1,20)

Besser ein weiser Tor als ein törichter Weiser.

Shakespeare, Was ihr wollt (Twelfth Night, or What You Will), Erstdruck 1623. 1. Aufzug, 5. Szene, Narr

Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist.

Shakespeare, Wie es euch gefällt (As You Like It), Erstdruck 1623

Der Weise hält seine Meinung zurück; also bin ich keiner.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Stets äußert sich der Weise leise, vorsichtig und bedingungsweise.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

An den »Krökelorden« Ein alter Kauz, im hohlen Baum Vertieft in seinen Tagestraum, Doch aufgewacht durch lautes Pochen Von Meister Specht und durch die Lieder Der Vöglein, ist hervorgekrochen Und spricht also: Ihr Waldesbrüder! Die Welt, das läßt sich nicht bestreiten, Hat ihre angenehmen Seiten; Sie liefert Körner, Käfer, Mäuse Zum Wohlgeschmack in jeder Weise Und geht auch wohl so bald nicht unter. Ich grüße Euch; bleibt nur hübsch munter Und macht Euch möglichst viel Pläsier. Doch ich, der alt und kalt geworden, Ich passe nicht in Euren Orden; Mir ziemt die Ruhe. Gönnt sie mir. Und als der Kauz also gesprochen, Ist er zurück ins Loch gekrochen.

Busch, W., Briefe. Sämtliche Briefe. Band II: Briefe 1893 bis 1908. 1720. An den Krökelorden

Denn zur Weisheit leitet uns Zeus und heiligt als Gesetz, daß in Leiden Lehre wohne.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Der Weg zum Gipfel äußerer Ehre ist voller Steingeröll. Aber wenn du dich entschließt der Weisheit Höhe zu erreichen, vor der selbst das Schicksal sich beugen muss, so wirst du zwar alles, was als Erhabenstes gilt, unter dir schauen, aber gleichwohl auf hemmungsloser Bahn zum Höchsten gelangen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 84. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924). Originaltext: Confragosa in fastigium dignitatis via est: at si conscendere hunc verticem libet, cui se fortuna summisit, omnia quidem sub te, quae pro excelsissimis habentur, aspicies, sed tamen venies ad summa per planum

Die Wirkung der Weisheit ist eine sich gleich bleibende Freude.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 59. Brief. Übersetzt von August Pauly (1833) Originaltext: Hunc esse sapientiae effectum, gaudii aequalitatem

Der Mensch ist weise, so lange er die Weisheit sucht; kaum glaubt er sie gefunden zu haben, so verliert er den Kopf.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Was sollte mich aber zu der Annahme nötigen, es könne niemand zur Weisheit gelangen, der die Buchstaben nicht kenne? Liegt doch die Weisheit nicht in den Buchstaben.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 88. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Quid est autem, quare existimemnon futurum sapientem eum, qui litteras nescit, cum sapientia non sit in litteris?

Nur die Weisheit ist es, welche die Traurigkeit aus dem Herzen vertreibt und die uns nicht vor Angst erstarren lässt. Unter ihrem Geleit lässt sich in Seelenfrieden leben.

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Die Tugend liegt darin, das Laster zu fliehen, und von Dummheit frei zu sein, ist der Beginn der Weisheit.

Horaz, Briefe (Epistolae). I, 1, 41-42. Originaltext: Virtus est vitium fugere et sapientia prima stultitia caruisse

Die Krone der Weisheit ist die Güte.

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Es kommen Fälle vor im Menschenleben, wo's Weisheit ist, nicht allzu weise zu sein.

Euripides, Iphigenie in Aulis, nach 406 v. Chr