Zeit Sprüche
Sprüche über Zeit und Vergänglichkeit
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Die Zeit ist der Stoff, woraus das Leben gemacht ist, und in keinem Kaufladen finden wir neuen.
O die Zeit ist Ein wundertätger Gott. In einer Stunde rinnen Viel tausend Körner Sandes, schnell wie sie Bewegen sich im Menschen die Gedanken.
Wanderlust Die Zeit, sie orgelt emsig weiter, Sein Liedchen singt dir jeder Tag, Vermischt mit Tönen, die nicht heiter, Wo keiner was von hören mag. Sie klingen fort. Und mit den Jahren Wird draus ein voller Singverein. Es ist, um aus der Haut zu fahren. Du möchtest gern wo anders sein. Nun gut. Du mußt ja doch verreisen. So fülle denn den Wanderschlauch. Vielleicht vernimmst du neue Weisen, Und Hühneraugen kriegst du auch.
Lieder eines Lumpen I. Als ich ein kleiner Bube war, War ich ein kleiner Lump; Zigarren raucht' ich heimlich schon, Trank auch schon Bier auf Pump. Zur Hose hing das Hemd heraus, Die Stiefel lief ich krumm, Und statt zur Schule hinzugeh'n, Strich ich im Wald herum. Wie hab' ich's doch seit jener Zeit So herrlich weit gebracht! – Die Zeit hat aus dem kleinen Lump 'n großen Lump gemacht.
In stetem Wechsel kreiset Die flügelschnelle Zeit, Sie blühet, altert, greiset, Und wird Vergessenheit; Kaum stammeln dunkle Schriften Auf ihren morschen Grüften. Und Schönheit, Reichtum, Ehr' und Macht Sinkt mit der Zeit in öde Nacht.
Geduld nur: Zaubrer wissen ihre Zeit.
Es kommt die Zeit, wo alle Last Zu Grabe wird getragen, Es kommt die Zeit, wo ernst bewusst Das Herz beginnt zu schlagen.
Die Zeit ist eine Legende und ein Mysterium: Sie hat zehntausend Gesichter, sie brütet über allen Bildern dieser Erde und verwandelt sich mit ihrer fremden unirdischen Glut.
Weltlauf Was du gestern frisch gesungen, Ist doch heute schon verklungen Und beim letzten Klange schreit Alle Welt nach Neuigkeit. War ein Held, der legt' verwegen Einstmals seinen blut'gen Degen Als wie Gottes schwere Hand Über das erschrockne Land. Mußt's doch blühn und rauschen lassen Und den toten Löwen fassen Knaben nun nach Jungen-Art Ungestraft an Mähn' und Bart. So viel Gipfel als da funkeln Sah'n wir abendlich verdunkeln, Und es hat die alte Nacht Alles wieder gleich gemacht. Wie im Turm der Uhr Gewichte Rucket fort die Weltgeschichte, Und der Zeiger schweigend kreist, Keiner rät, wohin er weist. Aber wenn die eh'rnen Zungen Nun zum letztenmal erklungen, Auf den Turm der Herr sich stellt, Um zu richten diese Welt. Und der Herr hat nichts vergessen, Was geschehen, wird er messen Nach dem Maß der Ewigkeit — O wie klein ist doch die Zeit!
Nichts ist kostbarer als die Zeit; aber ach, nichts wird von den Menschen geringer geschätzt.
Aufgeschoben Ist nicht aufgehoben.
Der Arbeitsmann Wir haben ein Bett, wir haben ein Kind, mein Weib! Wir haben auch Arbeit, und gar zuzweit, und haben die Sonne und Regen und Wind, und uns fehlt nur eine Kleinigkeit, um so frei zu sein, wie die Vögel sind: nur Zeit. Wenn wir Sonntags durch die Felder gehn, mein Kind, und über den Ähren weit und breit das blaue Schwalbenvolk blitzen sehn, o dann fehlt uns nicht das bißchen Kleid, um so schön zu sein wie die Vögel sind: nur Zeit. Nur Zeit! wir wittern Gewitterwind, wir Volk. Nur eine kleine Ewigkeit; uns fehlt ja nichts, mein Weib, mein Kind, als all das, was durch uns gedeiht, um so kühn zu sein, wie die Vögel sind. Nur Zeit!