Aristoteles
Die Glückseligkeit scheint in der Muße zu bestehen.
Sie [die Glückseligkeit] wollen wir immer wegen ihrer selbst, nie wegen eines anderen.
Glück zu vertragen ist nicht jedermanns Sache.
Die Glückseligkeit stellt sich dar als ein Vollendetes und sich selbst Genügendes, da sie das Endziel allen Handelns ist.
Manche Leute nämlich halten die Bedingungen der Glückseligkeit für Bestandteile von ihr.
Das menschliche Gut ist der Tugend gemäße Tätigkeit der Seele, und gibt es mehrere Tugenden: der besten und vollkommensten Tugend gemäße Tätigkeit. Dazu muß aber noch kommen, daß dies ein volles Leben hindurch dauert; denn wie eine Schwalbe und ein Tag noch keinen Sommer macht, so macht auch ein Tag oder eine kurze Zeit noch niemanden glücklich und selig.
Die Glückseligkeit besteht in dem glücklichen Leben, das glückliche Leben im tugendhaften Leben.
Wir alle sind Freunde der Glücklichen, während dem Unglücklichen noch nicht einmal der Vater ein Freund ist.
Wenn das glückliche Leben in den Gütern bestünde, die der Zufall oder die Natur verleihen, so wäre es für viele von vornherein verschlossen.
Menschliche Glückseligkeit besteht in erfolgreichem Handeln.
Der Mensch begehrt was angenehm, und meidet was schmerzlich ist.
Diese Disposition der Menschen, zur unbegrenzten Begierde mehr zu haben, kommt zum Teile daher, daß sie nicht sowohl danach trachten,glückseligzu leben, als nur danach, zuleben. Und da diese Begierde zum Leben ins Unendliche geht, so verlangt sie auch eben so unbegrenzt die Vermehrung der Mittel zum Leben.
Wenn der von uns in der Ethik aufgestellte Grundsatz zu Recht besteht, daß das glückliche Leben ein Leben gemäß unbehinderter Tugend und die Tugend eine Mitte ist, so muß das mittlere Leben das beste sein, ein Leben, sagen wir, in einer Mitte, die für jeden zu erreichen ist.
Ohne Freundschaft möchte niemand leben, hätte er auch alle anderen Güter.
Vollkommene Freundschaft ist das Wohlwollen unter Guten. Und weil sie gut sind, sind sie zugleich einander nützlich und bereiten einander Freude.
Ferner ist sie [die Freundschaft] fürs Leben das Notwendigste.
Die Neigung zur Freundschaft entsteht oft plötzlich, die Freundschaft selbst aber braucht Zeit.