Lieb ohne Worte Mich erfüllt Liebestoben zu dir! Ich bin deinst, als ob einst wir vereinigst. Sei du meinst! Komm Liebchenstche zu mir – ich vergehste sonst sehnsuchtstgepeinigst. Achst, achst, schwachst schwachst arms Wortleinstche, was? – – – Genug denn, auch du, auch du liebsest. Fühls, fühls ganzst ohne Worte: sei Meinstlein! Ich sehne dich sprachlosestes.
Im Allgemeinen: Der Jüngling schwört es und der Mann vergißt es. Der sagt: so soll es sein! und der: so ist es.
Aus der ach so karg gefüllten Schale unsres Herzens laßt uns Liebe schöpfen, wo nur immer einer Seele Schale leersteht und nach Liebe dürstet. Nicht versiegen drum wird unsre Schale, steigen wird die so geschöpfte Flut, nicht fallen, Fülle wird das Los des so verschwenderischen Herzens.
Es gibt nichts Schwereres, als einen Menschen, den man liebt, einen Weg gehen lassen zu müssen, der zur nächsten Stadt führt, statt auf den nächsten Gipfel.
Wie macht das Gefühl bloßen Sichnaheseins Liebende schon glücklich.
Der kann von Liebe nicht reden, dem sie nimmer Verlust und Gewinn war – dem sie nie irgendwann der Sinn war vor allem und jedem.
Was willst du Liebe denn – – »Was willst du Liebe denn, wenn du ein Mensch? –« Ja, höhnt nur, höhnt! Kein Hohn versöhnt mit dem Unheilbaren: daß wir »Unteilbaren« im Ernst un-teilbar sind bis in den Tod.
I. Wir merkten bald im Reden-Wechselspiel, wie wir zu hundert bunten Dingen standen; und eine Kinderfreude überfiel uns heimlich, da wir uns so ähnlich fanden. II. Wir wussten uns nichts mehr zu sagen, und was wir sagten, wurde seicht. Von der verwirrendsten der Fragen fühlten wir unsre Herzen schlagen. Und beide zitterten wir leicht.
An Dagny Und werden wir uns nie besitzen, so will ich Deinen Namen doch ins Holz der Weltenesche schnitzen, ein Zeugnis fernstem Volke noch. So sollen tausend Herzen lesen, die gern ein kleines Lied beglückt, was Du dem Einsamen gewesen, wie Du ihn innerlichst entzückt.
Sprich du zu mir, mein höher Du! Ich will mich ganz in dich verhören.
Und wir werden zusammen schweigen – und ich werde mein Haupt an dich legen – und du wirst dein Haupt auf mich neigen – und ich werde den Nacken bewegen und deinen Lippen entgegenstreben und Leben von ihnen trinken und ihnen spenden – und wieder zurück dann sinken und Brust nur und Wimper noch regen – und dann werden wir wieder zusammen schweigen – um dann aber das Schweigen zu enden – und aber zu enden in Schweigen – in ewigen Wenden.
Nimm an, es gäbe einen Himmelsherrn; so wollen wir von ihm für einst erflehn: er lasse uns auf irgendeinem Stern als einen Strauch voll Rosen auferstehn. Ich will die Wurzel sein, Du sei der Strauch, ich will die Zweige sein, Du sei das Blatt, ich sei die Rose, Du sei ihr Arom. So ineinander unaufhörlich satt, so eins in jeder Faser, jedem Hauch, sei unser Leben dann Ein Dankesstrom.
Ich habe nicht gewußt, daß so viel Liebe in einem Herzen sein kann – und zu mir. Zwar – ich bin ungerecht. Und doch ... es hat mich nimmermehr zuvor so überwältigt.Sowill ich sagen: wissen um die Liebe, das tat ich stets, und war auch wohl zu Gast, – so wie ein Gast von Heim und Herdglut weiß. Durch Dich erst aberglaubich an die Liebe. Selbst (und das ist das Schwerste) an die meine, an meine Fähigkeit zu jener letzten Ver-Einigung des ewig sonst Ent-Zweiten. Nun nicht mehr Gast nur wandl' ich durch die Zeiten, – nun sitz ich selbst am Herd und atme Frieden, und glaub an alle Liebe – durch die Deine.
Anmutiger Vertrag Auf der Bank im Walde haben sich gestern zwei geküßt. Heute kommt die Nachtigall und holt sich, was geblieben ist. Das Mädchen hat beim Scheiden die Zöpfe neu sich aufgesteckt ... Ei, wie viel blonde Seide da die Nachtigall entdeckt! Den Schnabel voller Fäden, kehrt Nachtigall nach Haus und legt das zarte Nestchen Mit ihrem Golde aus. Freund Nachtigall, Freund Nachtigall, so bleib's in allen Jahren! –: Mir werd ein Schnäblein voll Gesang, dir eins voll Liebchens Haaren!
Sie an ihn »Es ist vielleicht das letzte Mal, daß deine Hand in meiner ruht... So nah dein Blut an meinem Blut... O wüßtest du von meiner Qual. Du aber lächelst hell und gut mit deiner Augen stillem Strahl... Du Wanderer weißt nicht, wie es tut: Es ist vielleicht das letzte Mal!«
Leere Mein Herz ist leer, ich liebe dich nicht mehr. Erfülle mich! Ich rufe bitterlich nach dir. Im Traume zeig dich mir und neig dich zu mir her! Erfülle mich mit dir auf ewiglich! Ich trag's nicht mehr, – ich liebe dich zu sehr.
An * * Da steht man nun in fremder Stadt allein mit dem, was man gefehlt und man getan, und den man liebt, der will nicht bei dir sein und wandelt eigenwillig eigne Bahn. Und einer Liebe wunderreicher Hort bleibt unerschöpft und ewig unerlebt; ich stehe einsam hier, du einsam dort, und sind im Tiefsten doch so ganz verwebt.
Seltsam, daß erst nach Jahrzehnten jeder traf den Herzersehnten! Daß erst, als die Not am größten, wir uns fanden und erlösten.
Getrennter Liebender Gebet zueinander Komm auch heute zu mir, bleibe auch heute bei mir. Begleite jeden meiner Schritte heilige mir jeden Schritt. Hilf mir, daß ich nicht in Stricke falle noch strauchle. Hilf mir stark und schön bleiben, bis ich dich nächsten Morgen so wieder bitte. Durchdringe mich ganz mit dem Licht, das du bist. Wohne in mir wie das Licht in der Luft. Auf daß ich ganz dein sei, Auf daß du ganz mein seist auch diesen Tag.
Ich wache noch in später Nacht und sinne, wie ich dir etwas Liebes sagen möchte, dass ich dir einen Kranz von Worten flöchte, daraus du würdest meiner Sehnsucht inne, die mich nach deiner Gegenwart erfüllet, als wär' ich nur bei Dir gewahrt vor Sorgen, als lebt' ich nur in Deinem Blick geborgen, dem teuren Blick, der mich in Liebe hüllet.
War das die Liebe ... War das die Liebe, die mich gestern streifte, wie eines seidenen Gewandes Atem im Dunkel, wie ein windvertragner Duft, wie Harmonien aus der blauen Nacht, woher, du weißt es nicht, doch stockt dein Blut und horcht in die Geheimnisse der Dinge... und all dein Wesen flutet zögernd aus, du fühlst dich wie ein Strom die Welt durchrinnen und ahnst doch noch ein Mehr-als-diese-Welt, wie hinter feiner Schleier Wehr noch wartend, ein Himmelreich voll Blüten, Früchten, Sonnen, und lächelnd winkt, die dich so sehr gerührt.