Ich liebe dich, Du Seele, die da irrt im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke, ich liebe dich, die manch ein Wahn verwirrt, der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke. Ich liebe deine armen wunden Schwingen, die ungestoßen in mir möchten wohnen; ich möchte dich mit Güte ganz durchdringen; ich möchte dich in allen Tiefen schonen.
Sie und er Bleich in bleichen Kissen liegst du, süßer Schwäche Bild. Deines Leibes Pein besiegst du durch ein Lächeln mild. Wünschtest du die Schuld der Herzen ungeschehen, sprich? Doch du lächelst unter Schmerzen: Nein – ich liebe dich.
Es gibt noch eine größere Liebe als die nach dem Besitz des geliebten Gegenstandes sich sehnende: Die die geliebte Seele erlösen wollende. Und diese Liebe ist so göttlich schön, daß es nichts Schöneres auf Erden gibt.
O tiefe Liebe, die mich zu allem beseelt.
Ihr meßt jedem sein Maß Liebe zu: dem dreiviertel, dem zwei Viertel, dem ein Viertel, dem nichts. Davon verstehe ich nichts. Ich kann nicht messen und meine Seele ist immer da am eifrigsten, wo ich sehe, daß Eure sich spart und sperrt.
Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
Wenn man zum Leben ja sagt und das Leben selber sagt zu einem nein, so muß man auch zu diesem Nein ja sagen.
Zwischen Weinen und Lachen schwingt die Schaukel des Lebens. Zwischen Weinen und Lachen fliegt in ihr der Mensch.
Das Leben zeugt Blumen und Bienen. Blumen, das sind die schöpferischen Geister und Bienen, die andern, die daraus Honig sammeln.
Habe die Gabe der Unbestechlichkeit. So sehr auch Liebe für dich Partei ergreifen mag: dein Sein gilt, nicht dein Schein.
Denke dir einen Teppich aus Wasser. Und als die Stickerei dieses Teppichs die Geschichte des Menschen.
Der Russe hat mehr die Liebe zum Leben, wie es ist, der Deutsche mehr die zum Leben, wie es sein sollte, könnte, müßte.
Es gibt nichts Sinnverwirrenderes, als eines Tages zu entdecken, daß man als der und der lebt.
Bundeslied der Galgenbrüder O schauerliche Lebenswirrn, wir hängen hier am roten Zwirn! Die Unke unkt, die Spinne spinnt, und schiefe Scheitel kämmt der Wind. O Greule, Greule, wüste Greule! Du bist verflucht! so sagt die Eule. Der Sterne Licht am Mond zerbricht. Doch dich zerbrach's noch immer nicht. O Greule, Greule, wüste Greule! Hört ihr den Huf der Silbergäule? Es schreit der Kauz: pardauz! pardauz! da taut's, da graut's, da braut's, da blaut's!
Nirgends kann das Leben so roh wirken, wie konfrontiert mit edler Musik.
Alles Leben steht auf Messers Schneide. Gleite aus und du ertrinkst in Leide.
Dulde, trage. Bessere Tage werden kommen. Alles muß frommen denen, die fest sind. Herz, altes Kind, dulde, trage.
Niemand ist zu gut für diese Welt. Menschen, von denen dies gesagt wird, sind vielmehr in irgend einem Betrachtenicht gut genug.
Warum sollte dies mein Leben ein Anfang oder Ende sein, da doch nichts ein Anfang oder Ende ist. Warum nicht einfach eine Fortsetzung, der unzähliges Wesensgleiche vorangegangen ist und unzähliges Wesensgleiche folgen wird.
Ich möchte nicht leben, wenn Ich nicht lebte.
Wie könnten wir die große Selbstkorrektur des Lebens anders als ahnungsvoll verfolgen?