Der Greis glaubt, alles zittere, die ganze Natur schleiche auf Krücken.
Mit dem Alter werden die Tage immer länger, die Jahre immer kürzer.
Erst wenn man altert, äußert man so gerne, wie jung man sich fühlt.
Man besitzt nicht das Alter, um die Jugend – und nicht die Jugend, um das Alter zu genießen.
Wer älter aussehen will, als er ist, suche sich zu verjüngen.
Mit immer größerer Sehnsucht blickt man den Jahren nach, die uns verlassen; durch Erinnerungen winkt man sie zurück – vergebens ... das Pendel hat nur verneinende Bewegungen.
Alt sein wäre nicht so beängstigend – aber fortwährend älter werden...!
Mit jugendlichen Wünschen zu altern ist noch unbequemer.
Die Zeit macht sich lustig über uns; sie hat ein abschreckendes Talent zur Karikatur, das noch nie Heiterkeit erregte.
Keiner genießt sein gegenwärtiges Alter: jeder bereut zehn Jahre zu spät, was er zehn Jahre vorher versäumt hat.
Der Frömmler hält Gott für ein ganz beschränktes Wesen.
Zum Ebenbild Gottes muss ein falsches Original gesessen haben.
Wir, Ebenbilder Gottes? Welche Gotteslästerung!
Um unser Gemüt im Gleichgewicht zu erhalten, lassen wir uns durch eignen Luxus verweichlichen und durch fremdes Elend abhärten.
Wer unsre idealen Eigenschaften finden will, braucht mehr als Scharfsinn: Erfindung.
Es gibt Verbrechen der Gesinnung, denen alle begangenen nachstehen.
Die Vornehmen sind die dauerhaftesten Stützen der Sittenlosigkeit und der Religion.
Wie leicht wäre der Charakter zu verbergen, verrieten ihn nicht unsre Handlungen.
Es gibt unbeugsame Charaktere, die nichts erschüttert – nichts, als der Verlust ihres Geldes.
Fast überall ein kaum nachzukommender Fortschritt, nur nicht in den Gesinnungen.