Emanuel Wertheimer (1846–1916)

125 Sprüche Romantik

Du musst einer Hoffnung ähnlich sehen, sonst nähert sich dir niemand.

Wertheimer, Buch der Weisheit. Aphorismen. Zweite Auflage und Neue Folge, 1920 (posthum)

Wem Erfahrungen nur Enttäuschungen sind, der sehnt sich nach dem Glück seiner Unerfahrenheit zurück.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Fremde Erfahrungen streifen das Gedächtnis, eigne verleihen Fähigkeiten.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wer viel erfahren hat, staunt nur über das Gute.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Menschen haben auch Augenblicke, wo sie dankbar, anhänglich, ja aufopferungsfähig sind: wenn sie Gefälligkeiten fordern.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Seiner Dankbarkeit rühmt man sich gewöhnlich wie einer erteilten Wohltat.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wie glücklich fühltest du dich, wüsstest du, wie vielen Gefahren du heute entronnen!

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Ein guter Gedanke hat fast nichts an.

Wertheimer, Buch der Weisheit. Aphorismen. Zweite Auflage und Neue Folge, 1920 (posthum). Aus dem Vorwort von Alfred Klaar

Man erschrickt oft, wenn man seine Gedanken belauscht.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Viele erinnern nur noch durch ihren Hass, dass sie einer Religion angehören.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Was man zuweilen Irreligiosität nennt, ist die unterlassene Anbetung gewisser Götzen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Eine Religion – scheint es – kann sich nur erhalten, wenn sie vieles tut, was sie verbietet, vieles unterlässt, was sie befiehlt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Religion droht und verspricht; könnte sie noch schmeicheln, es gäbe auch nichteinenUngläubigen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Für den Gesetzgeber gibt es nichts Unverlässlicheres als die Religion – er setzt sie gar nicht voraus.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es gibt Völker, die sich gegenseitig dulden – sogar lieben! ... aber Religionen...?

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Religion scheint den Menschen gegeben, um einander zu hassen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wenn es keine Versprechungen gäbe, womit sollte die Religion bezahlen?

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Religion hinterließ fast nichts als ihren zeremoniellen Teil, dem man als bequemstes, billigstes Andachtsmittel das Gebet entnimmt, da es meist nur Wünsche enthält.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

In einer Beziehung hat die Religion ihren Einfluss noch ganz bewahrt: als Vorwand gegenseitiger Verfolgung.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Was alle Religionen gegenseitig voneinander halten, halte man von allen zusammen.

Wertheimer, Buch der Weisheit. Aphorismen. Zweite Auflage und Neue Folge, 1920 (posthum)

Die Ungewissheit,wannwir sterben, mildert die Gewissheit,dasswir sterben.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896