Du musst einer Hoffnung ähnlich sehen, sonst nähert sich dir niemand.
Wem Erfahrungen nur Enttäuschungen sind, der sehnt sich nach dem Glück seiner Unerfahrenheit zurück.
Fremde Erfahrungen streifen das Gedächtnis, eigne verleihen Fähigkeiten.
Wer viel erfahren hat, staunt nur über das Gute.
Die Menschen haben auch Augenblicke, wo sie dankbar, anhänglich, ja aufopferungsfähig sind: wenn sie Gefälligkeiten fordern.
Seiner Dankbarkeit rühmt man sich gewöhnlich wie einer erteilten Wohltat.
Wie glücklich fühltest du dich, wüsstest du, wie vielen Gefahren du heute entronnen!
Ein guter Gedanke hat fast nichts an.
Man erschrickt oft, wenn man seine Gedanken belauscht.
Viele erinnern nur noch durch ihren Hass, dass sie einer Religion angehören.
Was man zuweilen Irreligiosität nennt, ist die unterlassene Anbetung gewisser Götzen.
Eine Religion – scheint es – kann sich nur erhalten, wenn sie vieles tut, was sie verbietet, vieles unterlässt, was sie befiehlt.
Die Religion droht und verspricht; könnte sie noch schmeicheln, es gäbe auch nichteinenUngläubigen.
Für den Gesetzgeber gibt es nichts Unverlässlicheres als die Religion – er setzt sie gar nicht voraus.
Es gibt Völker, die sich gegenseitig dulden – sogar lieben! ... aber Religionen...?
Die Religion scheint den Menschen gegeben, um einander zu hassen.
Wenn es keine Versprechungen gäbe, womit sollte die Religion bezahlen?
Die Religion hinterließ fast nichts als ihren zeremoniellen Teil, dem man als bequemstes, billigstes Andachtsmittel das Gebet entnimmt, da es meist nur Wünsche enthält.
In einer Beziehung hat die Religion ihren Einfluss noch ganz bewahrt: als Vorwand gegenseitiger Verfolgung.
Was alle Religionen gegenseitig voneinander halten, halte man von allen zusammen.
Die Ungewissheit,wannwir sterben, mildert die Gewissheit,dasswir sterben.