Emanuel Wertheimer (1846–1916)

125 Sprüche Romantik

Man überschätzt das Leben, und das macht dessen Verlust so schmerzlich.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es gibt nur Jugendfreunde, und später erfährt man, dass es auch solche nicht gibt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Könnte man sich nicht täuschen, hätte man nie Freunde.

Wertheimer, Buch der Weisheit. Aphorismen. Zweite Auflage und Neue Folge, 1920 (posthum)

Wer Freunde verlieren will, muss sie als solche in Anspruch nehmen wollen.

Wertheimer, Buch der Weisheit. Aphorismen. Zweite Auflage und Neue Folge, 1920 (posthum)

Wenn Liebe zur Freundschaft wird, folgt sie nur einem Rate, den ihr die Natur befiehlt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Man besitzt Freunde, solange man sie hindert, als solche zu handeln.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Freundschaft! ... Das Wort ist da, wie für so viele metaphysische Begriffe.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Auch von Freunden sollte man nur das verlangen, wasihnennützt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Man muss viel Freunde gehabt haben, um einen im Alter zu behalten.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Von der Liebe zur Freundschaft ist nur ein Schritt – aber einer zurück.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Dauerhafte Freundschaft beruht auf dem Verzicht gegenseitiger Hilfe.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wer weise bleiben will, tue immer Gutes und erwarte immer Schlechtes dafür.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es gibt so viele Humoristen unter allen Ständen und Berufen und so wenige unter den Humoristen!

Wertheimer, Buch der Weisheit. Aphorismen. Zweite Auflage und Neue Folge, 1920 (posthum)

Alles lächelt, wo der Humor hinblickt; in allem ist Poesie, wenn nur der richtige Strahl darauf fällt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Habe Erfolg, und selbst die Schande gereicht dir zur Ehre.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Nur der ist Herrscher, der über seine Zeit allein gebieten kann.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Man erfindet, man kauft, man erbettelt, ja man stiehlt Hoffnungen – nur um Hoffnungen zu haben.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Mit seinen erfüllten Hoffnungen könnte man so leicht für sich ein Paradies, und für seine Mitmenschen eine Hölle bauen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Hoffnungen schwätzen nach, was ihnen die Wünsche vorplappern.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Man wird überflüssig, wenn man aufhört, Hoffnungen zu erregen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Am meisten erbarmt sich des Unglücklichen noch die Hoffnung.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896