Friedrich von Schiller (1759–1805)

366 Sprüche Klassik

Ich bekenne es freimütig, ich glaube an die Wirklichkeit einer uneigennützigen Liebe. Ich bin verloren, wenn sie nicht ist; ich gebe die Gottheit auf, die Unsterblichkeit und die Tugend. Ich habe keinen Beweis für diese Hoffnungen mehr übrig, wenn ich aufhöre an die Liebe zu glauben. Ein Geist, der sich allein liebt, ist ein schwimmendes Atom im unermeßlich leeen Raum.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Philosophische Briefe. Entstanden Anfang und Mitte der 80er Jahre, Erstdruck 1786. Theosophie des Julius. Die Welt und das denkende Wesen. Liebe

Der Anfang und der Umriß unserer Verbindung war Schwärmerei, und das mußte er sein; aber Schwärmerei, und das mußte er sein; aber Schwärmerei, glaube mir’s, würde auch nothwendig ihr Grab sein. Jetzt muß ein ernsthafteres Nachdenken und eine langsame Prüfung ihr Consistenz und Zuverlässigkeit geben. Jedes unter uns muß dem Interesse des Ganzen einige kleine Leidenschaften abtreten, und eine herzliche Liebe für Jedes unter uns muß in uns allen die erste und die herrschende sein.

Schiller, F., Briefe. An Gottfried Christian Körner, 8. August 1787

O es ist schön, von einem Helden sich geliebt Zu sehn – es ist noch schöner, ihn zu lieben!

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 4. Akt, 2. Auftritt, Sorel

Also Liebe, mein Raphael, ist die Leiter, worauf wir emporklimmen zu Gottähnlichkeit. Ohne Anspruch, uns selbst unbewußt, zielen wir dahin.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Philosophische Briefe. Entstanden Anfang und Mitte der 80er Jahre, Erstdruck 1786. Julius an Raphael. Theosophie des Julius. Gott

Liebe zielt nach Einheit, Egoismus ist Einsamkeit.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Philosophische Briefe. Entstanden Anfang und Mitte der 80er Jahre, Erstdruck 1786. Theosophie des Julius. Aufopferung

Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an, Wenn man den sichern Schatz im Herzen trägt.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 4. Auftritt, Thekla

Das süßeste Glück für die traurende Brust, Nach der schönen Liebe verschwundener Lust, Sind der Liebe Schmerzen und Klagen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Des Mädchens Klage, 1798. Originaltext

Istliebendenn Frevel?

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 5. Akt, 1. Szene, Luise

Der schönste Schatz gehört dem Herzen an, das ihn erwidern und empfinden kann.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Begegnung, 1798

O! sie sind pfiffig, solang sie es nur mit dem Kopf zu tun haben, aber sobald sie mit dem Herzen anbinden, werden die Böswichter dumm.

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 5. Akt, 1. Szene, Luise

Liebe kennt der allein, der ohne Hoffnung liebt.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 2. Akt, 8. Auftritt, Don Carlos

Liebe greift auch in die Ferne, Liebe fesselt ja kein Ort.

Schiller, Die Huldigung der Künste. Ein lyrisches Spiel, Erstaufführung in Weimar am 12. November 1804. Genius

Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt, Gern wohnt sie unter Feen, Talismanen, Glaubt gern an Götter, weil sie göttlich ist.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 4. Auftritt, Max

Doch war das Leben auch finster und wild, So blieb doch die Liebe lieblich und mild.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die vier Weltalter, 1802

Unerschöpflich ist die Liebe – und wenig sind die Tage des Lenzes!

Schiller, F., Briefe. An Charlotte von Lengefeld, Jena, den 25. August 1789

Wie die Geliebte dich liebt, so kommen die himmlischen Gaben, Oben in Jupiters Reich herrscht wie in Amors die Gunst.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Glück, 1798

Und weint die Königin in ihrer Kammer, Und klagt ihr wilder Schmerz den Himmel an, So seht ihr hier ein angstbefreites Volk Zu eben diesem Himmel dankend flehen – Wer Tränen ernten will, muß Liebe säen.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 5. Akt, 1. Szene, Melchthal

Und klar auf einmal fühl ichs in mir werden,Dieist es, oderkeinesonst auf Erden!

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Don Cesar

Süßer Amor, verweile Im melodischen Flug.

Schiller, F., Gedichte. Fragment aus dem verlorengegangenen Gedicht "Teufel Amor"

Laß mich aus seinem Mund es vernehmen, daß Tränen der Liebe schöner glänzen in unsern Augen als die Brillanten in unserm Haar.

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 2. Akt, 1. Szene,

Treue Lieb hilft alle Laster heben.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 1. Auftritt, Thibaut d'Arc