Bisher hab' ich nur Witz, Ironie, Laune gezeigt, noch nie den reinen, urbehaglichen Humor.
Diese Damen, sie verstehen, Wie man Dichter ehren muß: Gaben mir ein Mittagessen, Mir und meinem Genius. Ach! die Suppe war vortrefflich, Und der Wein hat mich erquickt, Das Geflügel, das war göttlich, Und der Hase war gespickt. Sprachen, glaub ich, von der Dichtkunst, Und ich wurde endlich satt; Und ich dankte für die Ehre, Die man mir erwiesen hat.
Aber bei all' ihrem Protegiren, Hätt' ich können vor Hunger krepiren, Wär' nicht gekommen ein braver Mann, Wacker nahm er sich meiner an. Braver Mann! er schafft mir zu essen! Will es ihm nie und nimmer vergessen! Schade, daß ich ihn nicht küssen kann! Denn ich bin selbst dieser brave Mann.
Jede Zeit ist eine Sphinx, die sich in den Abgrund stürzt, sobald man ihr Rätsel gelöst hat.
Die Zeit, der schlaue Saturn, er heilt uns von jeder Wunde, um uns mit seiner Sense bald wieder eine neue Wunde ins Herz hineinzuschneiden.
Weise erdenken die neuen Gedanken, und Narren verbreiten sie.
Einigen nackten Gedanken habe ich im hastigen Unmut ihre Feigenblätter wieder abgerissen ...
Es schlafen tief im Grunde des Menschenherzens Gedanken, die oft erwachen zur unrechten Stunde.
Die Konterbande, die mit mir reist, Die hab ich im Kopfe stecken.
Der Gedanke ist die unsichtbare Natur, die Natur der sichtbare Gedanke.
Epilog Wie auf dem Felde die Weizenhalmen, So wachsen und wogen im Menschengeist Die Gedanken. Aber die zarten Gedanken der Liebe Sind wie lustig dazwischenblühende, Rot' und blaue Blumen. Rot' und blaue Blumen! Der mürrische Schnitter verwirft euch als nutzlos, Hölzerne Flegel zerdreschen euch höhnend, Sogar der hablose Wanderer, Den eu'r Anblick ergötzt und erquickt, Schüttelt das Haupt, Und nennt euch schönes Unkraut. Aber die ländliche Jungfrau, Die Kränzewinderin, Verehrt euch und pflückt euch, Und schmückt mit euch die schönen Locken, Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz, Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen, Oder zur stillen Buche, Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt Als Pfeifen und Geigen.
Wie auf dem Felde die Weizenhalmen, So wachsen und wogen im Menschengeist Die Gedanken.
Überall, wo ein großer Geist seinen Gedanken ausspricht, ist Golgatha.
Da und da hatte ich einen großen Gedanken, hab' ihn aber vergessen. Was mag es wohl sein? Ich plage mich mit Erraten.
In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt Wege und Stege besser als ein Sehender. – Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.
Von dem Augenblick an, wo eine Religion bei der Philosophie Hülfe begehrt, ist ihr Untergang unabwendlich.
Es ist mehr Verwandtschaft zwischen Opium und Religion, als sich die meisten Menschen träumen lassen.
Religion und Heuchelei sind Zwillingsschwestern, und beide sehen sich so ähnlich, daß sie zuweilen nicht voneinander zu unterscheiden sind.
Schöne Frauen, die keine Religion haben, sind wie Blumen ohne Duft; sie gleichen jenen kalten, nüchternen Tulpen, die uns aus ihren chinesischen Porzellantöpfen so porzellanhaft ansehen, und wenn sie sprechen könnten, uns gewiß auseinandersetzen würden, wie sie ganz natürlich aus einer Zwiebel entstanden sind, wie es hinreichend sei, wenn man hienieden nur nicht übel riecht, und wie übrigens, was den Duft betrifft, eine vernünftige Blume gar keines Duftes bedarf.
Sonderbar! Und immer ist es die Religion und immer die Moral und immer der Patriotismus, womit alle schlechten Subjekte ihre Angriffe beschönigen!
Die Religion kann nie schlimmer sinken, als wenn sie solchermaßen zur Staatsreligion erhoben wird.