In der Liebe kann man von keiner Undankbarkeit sprechen; die erlebte Wonne entschädigt immer, und weit über die denkbar höchsten Opfer hinaus.
Die Träumereien der Liebe lassen sich nicht festhalten.
Die Liebe findet bei der ersten Begegnung im Gesichtsausdruck des Mannes gerne etwas, das zugleich Achtung einflößt und Mitgefühl erregt.
In der frühen Jugend gleicht die Liebe einem alles mit sich fortreißenden Strom, und man weiß, daß sich gegen ihn nicht ankämpfen läßt.
Endlich liegt in den Jahren der Liebe, jener Spanne also, die sich in den südlichen Ländern oft auf nur zwölf oder fünfzehn Jahre, freilich die schönsten unseres Lebens beschränkt, unser Glück vollkommen in der Hand der Frau.
Die meisten Weltmänner getrauen sich – aus Eitelkeit, aus Argwohn, aus Furcht vor einem Mißgeschick – eine Frau erst nach ihrer Hingabe zu lieben.
Das Bild der ersten Liebe rührt immer und überall. Warum? Weil es in allen Ständen, in allen Ländern, bei allen Charakteren fast das Gleiche ist. Folglich ist die erste Liebe nicht die leidenschaftlichste.
In der Liebe bezweifelt man oft, was man am festesten glaubt (La Rochefoucauld). In allen anderen Leidenschaften zweifelt man nicht mehr an etwas, das seine Probe einmal bestanden hat.
Nichts verwehrt einer Frau die Minne zweier Männer und dem Manne die zweier Frauen.
Welche Torheit von dem zu sprechen, was man liebt! Was gewinnt man dabei? das Vergnügen, selbst einen Augenblick bewegt zu werden durch den Widerschein der Seelenbewegung in Andern. Aber ein Dummkopf, den es ärgert, daß du allein sprichst, wirft etwa ein Witzwort hin, das dir deine Erinnerungen beschmutzen wird. Daher kommt vielleicht die Keuschheit der wahren Leidenschaft, die die gemeinen Seelen nachzuahmen vergessen, wenn sie die Leidenschaft spielen wollen.
Das Leben ist kurz, und die Zeit, die wir mit Gähnen verbracht haben, kann nicht ersetzt werden.
In der Welt sein heißt, von wahren Feinden umgeben sein.
Leben heißt, das Leben fühlen, heißt starke Eindrücke empfangen.
Man beginnt Gedanken zu entwickeln und bricht, sobald einem bewußt wird, was man sagt, plötzlich ab, weil es lächerlich erscheinen muß.
Nichts ist für eine Religion oder für ein System unheilvoller, als vom Gendarmen beschützt zu werden.
In der Ehe ist Treue der Frauen, wenn sie nicht auf Liebe beruht, offenbar etwas Widernatürliches.
Wenn es in der Ehe Liebe gibt, so ist sie ein erlöschendes Feuer und zwar eins, das umso rascher verglimmt, je heller es gelodert hat.
Eine Frau sollte einen prosaischen Gatten haben und sich einen romantischen Liebhaber nehmen.
Die moderne Ehe hat sonderbare Begleiterschungen. Ist vor der Heirat Liebe vorhanden, so stirbt sie sicher in der Langeweile des ehelichen Beieinanders.
In welchem Land der Erde sind die Ehen am glücklichsten? Unzweifelhaft im protestantischen Deutschland.