Nächst den aus Liebe geschlossenen Ehen sind die am glücklichsten, die durch den Geltungstrieb zusammengehalten werden.
Ohne gewisse Schwankungen macht der Besitz einer geliebten Frau nicht glücklich, ja er wird sogar unhaltbar.
In Frankreich sind die Männer, die ihre Frau verloren haben, traurig, die Witwen dagegen froh und zufrieden. Die Frauen haben sogar ein Sprichwort für diesen glückseligen Zustand. Also bedeutet die Ehe nicht für jeden dasselbe.
Glücklich der Mann, der seiner Frau alles sagen kann.
Körperliche Lust nimmt mit der Zeit ab. Schmerzen nehmen zu.
Ich suche wahr und klar zu berichten, was in mir vorgeht. Ich kenne nur eine Regel: klar zu sein. Wenn ich nicht klar bin, ist meine ganze Welt vernichtet.
Man wird mich wahrscheinlich für einen Verrückten ausgeben, aber ich halte nun einmal an der Wunderlichkeit fest, die Wahrheit zu sagen – die gefährlichen Wahrheiten natürlich ausgenommen.
Große Seelen sind nicht leicht zu erkennen, sie halten sich zurück; gewöhnlich bemerkt man nur eine gewisse Eigenheit. Es gibt mehr große Seelen als man glaubt.
Es ist ein gewöhnlicher Gedanke, den man gerade deshalb leicht vergißt, daß tagtäglich die fühlenden Seelen immer seltener und die Verstandesmenschen immer häufiger werden.
Alles kann man sich in der Einsamkeit aneignen, außer Charakter.
Charakterfestigkeit heißt, die Wirkung der anderen an sich selbst erprobt zu haben; also sind dazu die anderen nötig.
Einen festen Charakter erwerben heißt, viele und gründliche Erfahrungen über die Unzulänglichkeiten und Verhängnisse des Lebens gewinnen.
Ein- und dieselbe Daseinsstufe gibt nur einen Augenblick vollkommenen Glückes; aber die Wesensart des leidenschaftlichen Menschen wechselt zehnmal am Tage.
Einen festen Charakter haben heißt soviel, wie sich unter dem Einfluß anderer Charaktere bewähren; diese anderen sind also notwendig.