Im Hasten und Jagen der Tage liegt, wenn man genauer zusieht, der schüchterne, sich kaum hervorwagende Wunsch nach neuer Ausgestaltung.
Endlich und Unendlich miteinander zu vergleichen, aufeinander zu beziehen, ist unmöglich. Von dem einen haben wir eine Anschauung, vom andern nicht. Die beiden sind also schlechterdings unvergleichbar für uns.
Wie viele in dieser Zeit halten sich für stark und sind Schwächlinge, wie viele halten diese Zeit für groß, und sie ist klein! Unsere Zeit ist die Zeit der Geschwächten.
Raum und Zeit stehen sich gegenüber wie das Flussbett und der Fluss.
Was müsste man alles wissen, sehen und erleben, um seine Zeit ganz zu kennen! Des Menschen Leben ist siebzig Jahre, das aufnahmefähige viel kürzer, wo ist da die Möglichkeit, den Zeitstrom in seiner Breite und Tiefe zu kennen?
Die Zeit frisst sich stündlich selber auf, um sich stündlich neu zu gebären.
Die Hoffnung ist erlahmt. Kann es Schlimmeres geben?
Die Hoffnung fliegt, und die Tat geht zu Fuß; darum sind sie immer so weit auseinander.
Jeder neue Gedanke ist eine Gerade.
Die Religion mussfrohmachen.
Religionen sind wie Särge und Wiegen: man legt uns hinein, fragt keiner, wie wir liegen.
Man schilt manchen irreligiös, dessen ganzes Vergehen darin besteht, dass er die übliche Auffassung des Göttlichen zu kleinlich, zu eng, zu menschlich und gewöhnlich findet.
Letzter Dienst Drück' mir du die Augen zu, Wenn sie einst erblinden, Denn sie werden sich zur Ruh Nicht von selber finden. Werden starren unverwandt In des Lichtes Fließen; Keine wird wie deine Hand Sie so linde schließen.
Man sagt, sterben sei schwer, und doch kann es ein jeder.
Was ein Sterbender sagt, wird immer bedeutsam; durch das Menschliche klingt das Ewige hindurch.
Wer die Menschen erziehen will, hüte sich davor, stets auf sie zu drücken, etwas Lüpfen tut bessern Dienst.
Warum wird aus Musterknaben und -schülern selten etwas Bedeutendes? Die Erziehung hat ihre Eigenart getötet.
Frage dich vor der Ehe: Sind du und deine Erwählte wert, in Kindern fortzuleben?
Alter schützt vor Torheit nicht: mit diesem Wort macht man sich über das Alter lustig und bedenkt nicht, dass gerade die Fähigkeit, noch Torheiten begehen zu können, ein Trost und eine Quelle des Glückes für die Alten ist.
Es muss einer schon in vielen Stücken abgestorben sein, bis er sich alt fühlt. Der gesunde Geist kommt sich immer jung vor.
Die Jugend hasst das Alter, weil es sie zu hemmen droht; das Alter hasst die Jugend, weil sie den Besitz bedroht.