Werden wir älter, so gehören wir einigen Lebenden und vielen Toten.
Gott in der Welt suchen, das ist Menschenaufgabe. Ihn auch finden? Das ist Gnade, das heißt besonderes Schicksal, besondere Anlage.
Jeder Mensch hat die Sehnsucht, sich unter etwas Erhabenes zu stellen, einem Gott zu dienen.
Finden wir das Wahre, welcher Art es sei, je anders als durch einen glücklichen Zufall?
Die Wahrheit hat die Augen hinten im Kopf.
Man muss sich immer den Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit vor Augen halten.
Die reine Wahrheit taugt in diese[r] Welt des Scheins nicht. Rein ist sie Gift, verdünnt Arznei. Nur ein ideales Verhältnis erträgt völlige Wahrheit und Offenheit.
Unterschiede zwischen Wahrheit und Wahrhaftigkeit: Diese kannst du annähernd erreichen, vielleicht ganz, jener wirst du nie nahekommen, doch soll sie dir Ziel und Zweck sein.
Der Leib ist nur eine Gelegenheit für die Seele.
Es muss leichter sein, die Bahn eines Sterns zu berechnen, als ein Stückchen seiner eigenen Seele klar zu legen.
Das größte Elend hienieden ist nicht das soziale, sondern die Verkümmerung so vieler Menschenseelen.
Der Mensch lebt einzig von seiner Seele, sie ist seine Nahrung, seine Heimat, seine Kraft.
Es ist tragisch, dass die seelenlos gewordene Welt ihre Verödung nicht fühlte, bis der Krieg wie ein Blitz in das Elend zündete.
Es wird fieberhaft an neuen Kriegsmitteln gearbeitet. Naive Gemüter glauben, gerade das Schauderhafte dieser Kriegsmittel verhindere den künftigen Krieg. Aber hat man das vor 1914 nicht auch geglaubt? Sind die Bomben gefüllt, so werden sie eines Tages auch platzen.
Kriege zeugen immer von enger und oberflächlicher Weltauffassung und falscher Zielsetzung.
Am zweiten August 1914 Es stehen zwei Wetterwände Über dem Tal, Es fallen die Feuerbrände Strahl um Strahl. Sie fallen in reifender Ähren Wogendes Gold Sie sengen und verzehren Im Höllensold. Auf stehen die Völkerheere – Fiel nicht ein Schuß? 's treibt einer auf dunkler Fähre Über den roten Fluß.
Nach der Schlacht Sie hatten gehaßt und gestritten Die Nacht bis zum Morgenrot. Nun liegen sie zwischen zwei Gräben, Bleichwangig, schwerwund oder tot. Zwei Feinde kriechen zusammen; Befreit von des Hasses Trug Verbindet ein jeder die Wunden, Die wild er dem andern schlug.
Der Krieg frisst seinen Vater.
Solange in den Völkern die Sucht nach dem Vorrang ihr Wesen treibt, wird das Gespenst des Krieges immer über Europa lauern.
In der Öffentlichkeit wirken die Männer weniger durch ihr Wissen und ihren Intellekt als durch ihren Charakter.