Leo Tolstoi (1828–1910)

148 Sprüche Romantik

Religion ist die fortgeschrittenste Weltanschauung.

Tolstoi, Tagebücher. 1897

Wahre Religion ist dasjenige vom Menschen aufgestellte Verhältnis zu dem ihn umgebenden unendlichen Leben, welches sein Leben mit diesem Unendlichen in Verbindung bringt und seine Taten leitet.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Die Religion ist das vom Menschen festgestellte gewisse Verhältnis zwischen sich und der unendlichen, ewigen Welt oder ihrem Ursprung und ihrer ersten Ursache.

Tolstoi, Widersprüche der Empirischen Moral, übersetzt von Louise Flachs 1895

In jeder Epoche und in jeder menschlichen Gesellschaft gibt es einen religiösen Sinn dessen, was gut und dessen, was schlecht ist [...] und dieser religiöse Sinn entscheidet über den Wert der durch die Kunst ausgedrückten Gefühle.

Tolstoi, Gegen die moderne Kunst, 1898

Religion und Sittenlehre werden in unseren Betrachtungen unterschieden, in Wirklichkeit sind sie aber eins und dasselbe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Das Wesen jeder Religion besteht nur in der Antwort auf die Frage: wozu lebe ich und welches ist mein Verhältnis zu der mich umgebenden unendlichen Welt.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Religion ist die höchste Form der Liebe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Es ist keinem einzigen Menschen gegeben zu wissen, ob er bis zum Abend Stiefel oder Leichenschuhe braucht.

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Gut leben heißt gut sterben.

Tolstoi, Tagebücher. 1905

Sterben heißt dorthin gehen, woher wir gekommen sind.

Tolstoi, Tagebücher. 1908

Wenn man bereit ist zu sterben, ist es schön, und ich bin bereit.

Tolstoi, Tagebücher. 1888

Wenn du stirbst, so wirst du entweder alles erfahren, oder du wirst nicht mehr fragen.

Tolstoi, Krieg und Frieden (Война и мир), 1862-69. 5. Teil, 1. Übersetzt von Hermann Röhl

Das Schicksal ist wie ein Netz voll Fische, sie ziehen, ziehen zu fest, dann platzt es und die Fische sind weg.

Tolstoi, Krieg und Frieden (Война и мир), 1862-69

Wir können andere nur durch uns selbst erziehen.

Tolstoi, Über Erziehung und Bildung, 1902

Man braucht sich nur mit der Erziehung zu befassen, um seine eigenen Fehler wahrzunehmen. Hat man sie aber erblickt, so beginnt man sie zu verbessern.

Tolstoi, Über Erziehung und Bildung, 1902

Das Einzige, was die Ehe heiligen kann, ist Liebe und die einzig echte Ehe ist die, die von Liebe geheiligt ist.

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Mich überraschte der Gedanke, dass eine der Hauptursachen für die Feindseligkeit zwischen Ehegatten der Wettstreit um die Führung in der Familie ist.

Tolstoi, Tagebücher. 1893

Eine Frau darf nie zugeben, dass ihr Mann klug und praktisch ist; täte sie es doch, müsste sie ihm gehorchen, und umgekehrt.

Tolstoi, Tagebücher. 1893

Das Zusammensein mit ihr zu Hause fällt mir schwer.

Tolstoi, Tagebücher. 1863 (nach wenigen Monaten Ehe)

Die Hauptsache der unglücklichen Ehen ist die Erziehung in dem Gedanken, die Ehe sei dazu bestimmt, glücklich zu machen.

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Fast jeder Mann wirft seiner Frau Dinge vor, deren sie sich nicht schuldig fühlt, und umgekehrt. Aber weder wird die eine Seite mit ihren Beschuldigungen je aufhören noch die andere sich je rechtfertigen können.

Tolstoi, Tagebücher. 1897