Lucius Annaeus Seneca
Glücklich kann derjenige genannt werden, der weder von Begierden, noch von Furcht erregt wird, – wohlverstanden dank seiner vernünftigen Einsicht.
Und doch verwickelt uns nichts in größeres Unheil, als daß wir uns nach dem Gerede der Menge richten, in dem Wahne, das sei das Beste, was sich allgemeinen Beifalls erfreut und wofür sich uns viele Beispiele bieten, und daß wir nicht nach Maßgabe vernünftiger Einsicht, sondern des Vorganges anderer leben.
Wer [...] wünschte sich nicht ein glückliches Leben? Aber um zu erkennen, was uns zum Lebensglück verhelfen kann, dazu fehlt uns der richtige Blick.
Glücklich ist, wer angenehme Dinge schätzt, ohne sein Herz daran zu hängen, und wer eine gesunde Einstellung zur Realität hat.
Niemand, so behaupte ich, kann glücklich sein, der außerhalb der Wahrheit lebt.
Nichts ist schwerer, als sich des glücklichen Lebens teilhaftig zu machen.
Glück macht die Herzen hochmütig.
Das Glück trägt seinen Sturz in sich selbst.
Um wieviel glücklicher ist derjenige, der niemandem etwas schuldet als allein demjenigen, dem er es am leichtesten verweigert: sich selbst!
Allzugroßes Glück aber macht gierig.
Willst du glücklich sein, so bitte die Götter darum, dass nichts von dem, was man wünscht, in Erfüllung geht.
Jener, den du als weniger glücklich bezeichnest, ist nicht glücklich: Dieses Wort kann nicht eingeschränkt werden.
Was ist ein glückliches Leben? Freiheit von Sorge und beständige Gemütsruhe.
Wie selten urteilt das Glück?
Glückliche Umstände kennen niemals irgendein Maß.
Selbst Götter zwingt der Liebe Macht.
Liebschaften, die mit der Hitze eines Feuers beginnen, enden oft in Eiseskälte.