Lucius Annaeus Seneca

258 Sprüche

Welche Verspätung, mit dem Leben anzufangen, wenn man aufhören muss!

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 3. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Quam serum est tunc vivere incipere, cum desinendum est

Leben [...] heißt Kämpfer sein.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius, 96. Brief

Ein Leben ohne Ziel ist unstet.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 95. Brief. Übers. Internet Originaltext: Vita sine proposito vaga est

Keiner genießt den wahren Geschmack des Lebens außer dem, der willens und bereit ist, es hinter sich zu lassen.

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Lass uns darauf bedacht sein, es mit unserem Leben zu halten wie mit besonders kostbaren Gegenständen: nicht viel Raum soll es einnehmen, aber viel wiegen; lass es uns an der Tat, nicht an der Dauer messen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 93. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Hoc agamus ut quemadmodum pretiosa rerum sic vita nostra non multum pateat sed multum pendeat; actu illam metiamur, non tempore

Eine der Ursachen unseres Ungemachs ist die, dass wir uns in unserer Lebensweise nach dem Beispiel anderer richten und uns nicht durch die Vernunft leiten lassen, sondern der Gewohnheit als Führerin folgen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 123. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Warum konzentrierst du dich nicht lieber mit deinem kurzen Leben auf wesentliche Dinge und lebst nicht mit dir und der Welt in Frieden?

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Vom Zorn

Es lebt nur, wer sich vielen nützlich erweist, es lebt nur, wer von sich selbst den rechten Gebrauch zu machen weiß.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 60. Brief. Übersetzt von Otto Apelt, 1924

Nicht darauf muss unsere Sorge gerichtet sein, lange zu leben sondern nur darauf, genügend lange zu leben.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 93. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Non ut diu vivamus curandum est, sed ut satis

Glücklich leben und naturgemäß leben ist eins.

Seneca, Vom glückseligen Leben (De Vita Beata), um 58 n. Chr. 8. Kapitel. Übersetzt von J. M. Moser (1829)

Guten Morgen… Gute Nacht…, dies ist das Leben.

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Es ist etwas Schönes, vor dem Tode schon Abschluss mit dem Leben zu halten und dann mit Seelenruhe die weitere Zeit des Lebens abzuwarten.

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Wir beklagen uns unaufhörlich, daß unserer Tage so wenige seien, und wir betragen uns trotzdem so, als ob sie nie enden würden.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Das Leben ist lang, wenn du es nur zu gebrauchen verstehst.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 2. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Vita, si uti scias, longa est

Niemand gehört sich selbst.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 2. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Suus nemo est.

Es findet sich niemand, der sein Geld teilen will: an wieviele verteilt ein jeder aber sein Leben!

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 3. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Nemo invenitur, qui pecuniam suam dividere velit: vitam unusquisque quam multis distribuit

Ihr lebt, als ob ihr immer siegreich sein würdet, niemals kommt euch eure Zerbrechlichkeit in den Sinn.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 3. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Tamquam semper victuri vivitis, numquam vobis fragilitas vestra succurrit

Ein jeder nimmt sein Leben vorweg und wird geplagt von der Sehnsucht nach dem Zukünftigen und vom Überdruss des Gegenwärtigen.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 7. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Praecipiat quisque vitam suam et futuri desiderio laborat, praesentium taedio

Das muss sehr sorgfältig bewahrt werden, wovon man nicht weiß, wann es zur Neige geht.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 8. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Id debet servari diligentius, quod nescias quando deficiat

Du verfügst über das, was in der Hand des Schicksals liegt, und verlierst, was du in deiner Hand hast.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 9. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Quod in manu fortunae positum est, disponis, quod in tua, dimittis

Wohin siehst du, wonach streckst du dich aus? Alles Zukünftige liegt im Ungewissen: Lebe jetzt!

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 9. Kapitel, Übers. Internet Originaltext: Quo spectas, quo te extendis? omnia quae ventura sunt, in incerto iacent: protinus vive