Lucius Annaeus Seneca

258 Sprüche

Nichts erwacht einfacher als schlummernde Liebe.

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Wer ein Freund ist, liebt; wer aber liebt, ist durchaus nicht immer ein Freund; daher nützt Freundschaft immer, während Liebe mitunter auch schadet.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 35. Brief. Übers. Internet. Originaltext: Qui amicus est amat; qui amat non utique amicus est; itaque amicitia semper prodest, amor aliquando etiam nocet.

Liebe kann nicht mit Furcht vermischt sein.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 47. Brief. Übers. Internet Originaltext: Non potest amor cum timore misceri

Wen die wahre Liebe ergriffen hat, den wird sie festhalten.

Seneca, Thyestes. V. 551. Übers. Internet Originaltext: Quos amor verus tenuit, tenebit

Unerlaubtes liebt man, was immer jedoch erlaubt ist, geht uns verloren.

(Pseudo-)Seneca, Herkules auf dem Oeta (Hercules Oetaeus), vermutlich nicht von Seneca. V. 357. Übers. Internet Originaltext: Illicta amantur, excidit quidquid licet.

Fang jetzt zu leben an und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 101. Brief. Originaltext: Ideo propera [...] vivere, et singulos dies singulas vitas puta

Zu leben heißt freilich, Kriegsdienst zu leisten.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 96. Brief. Übers. Internet Originaltext: Atqui vivere [...] militare est.

Wie lange ich lebe, hat mit meinem wahren Wesen nichts zu tun. Wie lange ich aber leben werde, um im höheren Sinne zu leben, das hängt von mir ab.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius

Dummköpfe, die ihr seid, Überflüssigem nachzujagen, am Leben vorbeizugehen, während ihr die Mittel zum Leben aufzutreiben sucht.

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Manche haben zu leben schon aufgehört, ehe sie anfingen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 23. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Quidam ante vivere desierunt quam inciperent

Deine Sinnesweise musst du ändern, nicht den Himmelsstrich.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 28. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Animum debes mutare, non caelum

Es steht mit dem Leben ähnlich wie mit einem Theaterstück: nicht auf die Länge kommt es an, sondern auf die Güte des Spiels. Es liegt nichts daran, wo du aufhörst. Höre auf, wo du willst. Nur an einem guten Schluss lass es nicht fehlen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 77. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Das Leben aber – glaube mir – wird von viel schlimmeren Stürmen geschüttelt als irgendein Schiff. Hier kommt es nicht aufs Reden an, sondern hier gilt es, das Steuer fest in die Hand zu nehmen.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius

Sieh dir die einzelnen an, überschaue die Gesamtheit: keiner, dessen Leben nicht auf morgen berechnet wäre. "Was ist denn dabei Schlimmes?" fragst du. Unendlich viel. Denn man lebt nicht, man ist nur immer auf dem Sprunge zu leben. Man verschiebt alles.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 45. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Es gibt Zeiten, wo das Weiterleben selbst eine Tat von Kühnheit ist.

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Ein heilig Ding ist das Leben des Menschen.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

„Ein kleiner Teil des Lebens nur ist wahres Leben“; der ganze übrige Teil ist nicht Leben, ist bloße Zeit.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 2. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: 'Exigua pars est vitae qua nos vivimus.' ceterum quidem omne spatium non vita, sed tempus est. Seneca zitiert hier einen, nach seinen eigenen Worten, großen Dichter, der uns heute unbekannt ist

Die Tage fließen dahin, und unwiederbringlich verrinnt das Leben.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 123. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Fluunt dies et inreparabilis vita decurrit

Nicht Leben ist ein Gut, sondern gut leben.

Seneca, Von den Wohltaten (De Beneficiis). III, 31. Übersetzt von J. M. Moser (1829). Originaltext: Non est bonum vivere, sed bene vivere

Das ganze Leben besteht aus Teilen und setzt sich aus Kreisen zusammen, von denen immer ein größerer die kleineren umschließt. Einer von ihnen umfasst und begrenzt alle; er reicht vom Tag der Geburt bis zu dem des Todes.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 12. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Es ist ein großer Unterschied, ob man ein aufrichtig schlichtes oder ein unachtsames Leben führt.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 17. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Multum interest, simpliciter vivas an neglegenter