Lucius Annaeus Seneca
Wer ein Freund ist, liebt; wer aber liebt, ist durchaus nicht immer ein Freund; daher nützt Freundschaft immer, während Liebe mitunter auch schadet.
Liebe kann nicht mit Furcht vermischt sein.
Wen die wahre Liebe ergriffen hat, den wird sie festhalten.
Unerlaubtes liebt man, was immer jedoch erlaubt ist, geht uns verloren.
Fang jetzt zu leben an und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.
Zu leben heißt freilich, Kriegsdienst zu leisten.
Wie lange ich lebe, hat mit meinem wahren Wesen nichts zu tun. Wie lange ich aber leben werde, um im höheren Sinne zu leben, das hängt von mir ab.
Dummköpfe, die ihr seid, Überflüssigem nachzujagen, am Leben vorbeizugehen, während ihr die Mittel zum Leben aufzutreiben sucht.
Manche haben zu leben schon aufgehört, ehe sie anfingen.
Deine Sinnesweise musst du ändern, nicht den Himmelsstrich.
Es steht mit dem Leben ähnlich wie mit einem Theaterstück: nicht auf die Länge kommt es an, sondern auf die Güte des Spiels. Es liegt nichts daran, wo du aufhörst. Höre auf, wo du willst. Nur an einem guten Schluss lass es nicht fehlen.
Das Leben aber – glaube mir – wird von viel schlimmeren Stürmen geschüttelt als irgendein Schiff. Hier kommt es nicht aufs Reden an, sondern hier gilt es, das Steuer fest in die Hand zu nehmen.
Sieh dir die einzelnen an, überschaue die Gesamtheit: keiner, dessen Leben nicht auf morgen berechnet wäre. "Was ist denn dabei Schlimmes?" fragst du. Unendlich viel. Denn man lebt nicht, man ist nur immer auf dem Sprunge zu leben. Man verschiebt alles.
Ein heilig Ding ist das Leben des Menschen.
„Ein kleiner Teil des Lebens nur ist wahres Leben“; der ganze übrige Teil ist nicht Leben, ist bloße Zeit.
Die Tage fließen dahin, und unwiederbringlich verrinnt das Leben.
Nicht Leben ist ein Gut, sondern gut leben.
Das ganze Leben besteht aus Teilen und setzt sich aus Kreisen zusammen, von denen immer ein größerer die kleineren umschließt. Einer von ihnen umfasst und begrenzt alle; er reicht vom Tag der Geburt bis zu dem des Todes.
Es ist ein großer Unterschied, ob man ein aufrichtig schlichtes oder ein unachtsames Leben führt.