Paul Heyse (1830–1914)

56 Sprüche Romantik

Das ist das Schicksal aller holden Dinge: Erkauft mit Thränen und mit Schmerz verloren.

Heyse, Italienisches Liederbuch, 1860

Pädagogik Zur Kinderlehre wird's genügen, Lehrt ihr das A und O verstehn, Die Mädchen: einen Mann zu kriegen, Die Buben: ihren Mann zu stehn.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Ehstand ist Wehstand, auch in der Kunst; Drum sind Dilettanten glückliche Leute: Sie genießen der Musen Kunst Wie ein Stelldichein ewiger Bräute.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Es gibt gar keine wirksamere innere Mission als den Ehestand für zwei rechtschaffene Menschen.

Heyse, Kinder der Welt. Roman in sechs Büchern, 1873

Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.

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Das ist des Alters Los auf Erden, daß alle Rechte zu Pflichten werden.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

In Sternennacht, wenn's dämmert sacht über Feld und Heide, mußt himmelwärts o Menschenherz dich heben in Lust und Leide.

Sonntagsfeier. Andachten aus der Schatzkammer der Denker und Dichter, Verlag des Vereins für soziale Ethik und Kunstpflege in Berlin

O meiner Jugend Sonnenschein, Du Himmel reinsten Blau's! Jung – lebt' ich in den Tag hinein, Alt – aus dem Tag hinaus.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Wen Götterworte nicht erheben, den erdrücken sie.

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Je ernster sie sind, je redlicher, Je schlimmer der Kampf mit harten Schädeln. Nichts ist der Wahrheit schädlicher, Als der Irrtum der Edeln.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

O, es ist den kleinen Seelen eigen; Wenn sie leiden Auch andere zu verletzen.

Heyse, Elisabeth Charlotte, 1859

Mußt stets an deiner Mutter Art, Du Kind der Erde dich erinnern: Wie sehr die Schale dir erstarrt, Bewahr' den flüssigen Kern im Innern.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Fragt schöne Seelen aus Gewissen, Zu welcher Wahl sie sich entschließen: Gebrochen Bein? Gebrochen Herz? – Sie wählen sicher den Seelenschmerz.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Wahlspruch Echtes ehren, Schlechtem wehren, Schweres üben, Schönes lieben!

Heyse, Spruchbüchlein, 1885