Peter Rosegger (1843–1918)

91 Sprüche Romantik

Die wahre Liebe fängt in der anderen Person an und hört in der anderen Person auf; sie ist eine Art von Nächstenliebe.

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Därf ih 's Dirndl liabn? (Obersteirisch) Ih bin jüngst verwichen Hin zan Pforra gschlichn: »Därf ih s' Dirndl liabn?« »Untasteh dih nit, bei meina Seel, Wonstas Dirndl liabst, so kimst in d' Höll!« Bin ih vull Valonga Zu da Muata gonga: »Därf ih 's Dirndl liabn?« »O mei liaba Schotz, es is no zfrua, Noch funfzehn Jahrln erst, mei liaba Bua!« War in großn Nötn, Hon ih 'n Votan betn: »Därf ih s' Dirndl liabn?« »Duners Schlangl!« schreit er in sein Zurn, »Willst mein Steckn kostn, konst es thuan!« Wos is onzufonga? Bin zan Herrgott gonga: »Därf ih s' Dirndl liabn?« »Ei jo freili,« sogt er und hot glocht, »Wegn an Büaberl hon ih 's Dirndl gmocht!«

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Ja, echte Liebe ist schon aus sich heraus ein im Himmel geknüpftes Band, das nur der Tod zerreißt.

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Ich bin der Meinung, daß es auf anständige Weise nicht möglich ist, ohne Liebe durchs Leben zu kommen.

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Es gibt gar nichts, was zwei Liebesleute näher zusammenbringt, als das, wenn sie recht weit auseinandergehen.

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Wo die Liebe herrscht, da fallen alle Schranken, da sinken alle Hüllen der Kultur, und das Letzte ist, was das Erste war: Adam und Eva.

Rosegger, Das Buch der Novellen, 4 Bde., 1881-83. Maria im Elend

Das Dasein ist köstlich, man muß nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen.

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Das schwere Leben ist am leichtesten zu ertragen, wenn man sich schwere Aufgaben stellt.

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Menschenleben, wunderbar! In jeder Ecke lauert ein anderes Ungemach, und in jedem Winkel steht ein freundlicher Engel.

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Die gründlichste Wissenschaft ist die Erfahrung, die schönste Dichtung ist das Leben.

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Glücklich zu sein und andere glücklich zu machen, sonst hast du auf Erden nichts zu tun.

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So unbedeutend ist keines Menschen Leben, daß es, ins rechte Licht gestellt, nicht für die übrigen von Interesse sein könnte.

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Für andere leben, aber nicht andere in sich hineinleben lassen!

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Mancher genießt das Leben nur halb, so lange er es ganz hat, und genießt es erst ganz, wenn er's nur halb besitzt.

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Der Jugendfreund ist in der Regel für die weitere Entwicklung und Richtung maßgebender als der Erzieher. Jener ist ein Mitträger der Ideale.

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Die Leute meinen, die Freundschaft müsse in der Gleichartigkeit bestehen. Sie sind zu ungeduldig, um die schöne Wirkung abzuwarten, die aus zwei redlichen Gegensätzen hervorgehen kann.

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Weisheit entspringt nicht so sehr dem Verstande als aus dem Herzen.

Rosegger, Die Schriften des Waldschulmeisters, 1875

Ich habe nichts gegen das Wissen, aber Weisheit ist mir lieber. Weisheit entspringt nicht so sehr dem Verstand wie dem Herzen.

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Der Weise erwartet Nutzen oder Schaden nur von sich selbst.

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Während der Weise aus der Torheit anderer neue Weisheit schöpft, wird der Tor in der Nähe des Weisen noch törichter.

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Es gibt Menschen, die im Volke »halbe Narren« heißen, weil sie ganze Weise sind.

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