Der Erzieher hat nicht sowohl das Richtige zu thun, als das Richtige zu sein. Das stillberedte Beispiel allein wirkt unvergleichlich tiefer und nachhaltiger als die lautesten Worte und handgreiflichsten Zurechtweisungen.
Die persönliche Eigenart muß Rücksicht erfahren. Dieselbe ist bei Kindern wohl noch nicht groß, aber sie ist da; wir mögen sie, die schmiegsame, an die unsere schmiegen bis zu einem Grade; aber ihrem Kerne, wenn er einmal entdeckt ist, müssen wir Rechnung tragen. Es ist frevelhaft und doch muß ich sagen, daß ich eine gewisse Scheu gegen gewisse Erziehungsanstalten habe, wie sie draußen jetzt entstehen; sie gleichen und ebnen alles und liefern Alltagsmenschen, mit denen sich ganz gewiß am besten Gesellschaft und Staat bauen läßt, wie man ja auch am bequemsten mit Backsteinen Häuser baut. Aber aus besondern Verhältnissen folgerichtig hervorgewachsne Charaktere, kernhafte Urbilder wären mir unter Umständen lieber.
Kind und Heimat, wie natürlich. Man weiß ja, daß die Kleinen zwar gerne nach draußen streben, aber noch lieber heimkehren. Da knüpfe man an, lehre ihnen Liebe zum Hause. Ein eigener Herd, eine Familie: in diesem Kreise ist der Mensch vor dem Ärgsten bewahrt; in diesem Kreise entwickelt sich leicht die Arbeitsamkeit, die Opferwilligkeit, das Selbstvertrauen und die Zufriedenheit; in diesem Kreise gedeiht die Liebe zur Gemeinde, die Treue zum Vaterlande. Den Eltern obliegt es, dem Kinde den Grund zur gedeihsamen Weltanschauung zu legen.
Das Tätigsein ist die Lust; was fertig ist, wird bald zerstört. Machen es die Erwachsenen viel anders? Und da glauben die gescheiten Herrenleute noch immer, sie müßten ihren Kindern fertige Spielsachen kaufen! Das heißt die Kinder systematisch untüchtig machen, zur Trägheit erziehen und zur lahmen Beschaulichkeit, die für niemanden weniger paßt als für Kinder.
Das Wort Erziehung sollte man ausstreichen, das Wort Vorbild sollte man dafür hinsetzen.
Den Kindern möge Kindlichkeit und Weltvertrauen bewahrt bleiben, so lange als möglich; Kindlichkeit ist der fruchtbare Boden für das Schöne, Weltvertrauen ist der fruchtbare Boden für das Gute. Ich meine nicht, daß eine Generation von Idealisten erzogen werde, die nicht praktisch denken und arbeiten kann. Nur Weltvertrauen und Vertrauen auf sich selbst soll sein, denn das ist der fruchtbarste Grund rechten Denkens und praktischen Schaffens.
Die pädagogische Strenge ist die Strenge der Konsequenz in der Behandlung der zu Erziehenden. Darum können nur charaktervolle, gelassene, stets ernstmilde Menschen gute Erzieher sein.
Das Größte, Glückseligste, was die menschliche Kultur erfunden hat, ist die Ehe, das innigste unauflösliche Beisammensein zweier Menschen verschiedenen Geschlechts, die sich gern haben. Aber auch Gräßlicheres hat die Natur nicht erfunden, als die Möglichkeit, zwei einander nicht verstehende oder gar feindselig gesinnte Personen auf lebenslang aneinanderzufesseln.
Die Ehe zwischen zwei Menschen, die sich lieben, ist ein Himmel, wie soll der Himmel immer wolkenlos sein?
Des Weibes Liebe ist des Mannes Dämon, so wie des Mannes Leidenschaft des Weibes Schicksal ist.
Bei an Weib Glück habn, das kann jeder Bua, aber mit an Weib glücklich sein, da ghört viel dazua.
Bin ich von außen gleichwohl noch recht jung, von innen bin ich hochbetagt.
Alltagsmenschen suchen den Himmel. Sonntagsmenschen aber, die tiefen und auserwählten Geister, suchen Gott.
Für ein' jeden Menschen hat der Herrgott wo a Hoamatl baut und an Korb voll guat Soch hingestellt – oba suachn muass ma's selber.
Jene Irrtümer, die sich noch als die praktisch zweckmäßigsten erwiesen haben, nennt man »Wahrheit«.