Sophokles
Nichts verschont das Alter und der Tod als nur die Götter. Das andre samt und sonders stürzt die Zeit mit Allgewalt.
Die Zeit verändert viel, Verborg'nes bringt sie ans Licht und birgt, was sichtbar war, im Dunkeln.
Die rechte Zeit entscheidet alles, Sofort erficht sie den Erfolg.
Alles verzehrt die Macht der Zeiten.
An die Hoffnung klammere ich unverrückt mich an, nichts könnte sonst mich treffen als bestimmtes Los.
Wenn die Hoffnung, irren Fußes, Manchem auch nicht ihres Grußes, Freundlichkeit des Aug' erquicket; Andre hat zu wilder Lust Sie entbrannt und schon gezücket Hält das Schicksal auf die Brust Dann den Dolch, den sich die Toren Rasend in den Busen bohren.
Es leben die, die tief die Erde birgt! Denn sühnend fließt des Blutes reicher Quell den längst Gestorbenen!
Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht Und Undank wird [...]!
Wer eine Saat mißratener Kinder aufzieht, Was zieht er anders als sich selbst die Sorge groß, Und seinen Feinden Stoff zu bitterm Hohne?
Unseliger! Besonnenheit gab selbst die Zeit dir nicht, nur Torheit kam zu Jahren!