Unbekannt
Es ist ein schlechter Weiser, der von den Toren nicht verlacht wird.
Trink' nicht in Hast, als sei's ein Spiel! Der Weise schießt nicht über's Ziel; Er trinkt bedächtig – aber viel.
Erwirb dir Gold, so viel du brauchst, und Weisheit, so viel du kannst.
Die Weisheit in Sprüche einzudrechseln, Ist nimmermehr So verdienstvoll und schwer, Als sie in Thaten auszuwechseln!
Pure Weisheit liegt uns schwer, Thorheit schwer im Magen: Nur von Beiden das Gemisch Läßt sich gut ertragen.
A n deinen Freund häng' ganz dein Herz Und theile mit ihm Freud' und Schmerz. B eweis dich zärtlich, treu und gut Stets in Geduld mit heitrem Mut. C hristlich zu leben und fromm zu sein Bestreb' dich ohne Heuchelschein. D ein' Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein, So wirst du stets im Klaen sein. E s haben Hoffarth, Stolz und Pracht Schon manchen armen Mann gemacht. F reu' dich an des Nachbars Wohl, Da auch den Feind man lieben soll. G edenk', wenn's hie und da gebricht, Vollkommenheit findt' man hier nicht. H ilf Leidenden mit Rath und That, Auch dem, der's nicht verdienet hat. I n's Leiden gehe du auch gern, Auch dies ist Wohlthat vor dem Herrn. K rankheit Besuch versage nicht, Doch sprich da nur von Christenpflicht. L ies dann und wann ein gutes Buch, Das frommet mehr als manch' Besuch. M und und Hand und Herz und Haus halt' rein, Willst du ein braves Weibchen sein. N ie bösen Menschen dich vertrau', Sonst möcht' es dich nachher gerau'n. O b nun im Haus steht alles wohl, Dein Augenmerk stets bleiben soll. P rüf' all dein Thun, eh' es geschieht, Nachreu' bringt Schmerz und bessert nicht. Q uäl' dich ja nie mit Vorurtheil Und Eifersucht, es schafft Unheil. R egier' mit Sanftmut und Verstand, Arbeit' auch gern mit eigner Hand. S chmück' dich, wenn es dein Stand vermag, Doch ahm' nicht jede Mode nach. T ugend sei dein Kleid auf Erden, Sie macht dich zu des Himmels Erben. W ann's trüb hergeht, nicht trostlos wein', Auf Regen folget Sonnenschein. X anthippenstreiche hasse du, Mit Jedem leb' in Fried' und Ruh'. Z ur rechten Zeit sei streng und mild, Und so der Tugend Ebenbild. Z macht dem Reimen nun ein End', Gott segne All', die's gelesen hend.
Lieblingskinder der Weisheit sind gewöhnlich Stiefkinder des Glücks.
Wer mit ernsten, schweren Tritten Durch das Leben kommt geschritten, Kämpft im Schweiß des Angesichts Und erringt oft schließlich – nichts! Doch, wer mit Humor, dem kecken, Off'nen Blicks kann Herzen wecken, Der erwirbt mit Recht und Fug Sich Fortunas Gunst im Flug.
Humor ist wie eine Leiter, man kommt damit hinauf und wieder herab, doch wehe dem der keinen hat.
Der Humor kann einem durch nichts so schnell vergehen, wie durch die Frage, wo man ihn gelassen habe.
Der Moralist beklagt, daß die Menschen nicht so sind, wie sie sein sollten, der Humorist freut sich, daß die Menschen nicht so sind, wie sie von sich behaupten.
Es gibt Leute, die auch über Streitfragen vernünftig reden können. Man nennt sie Humoristen.
Humor lässt einen nicht vergessen, dass man auch auf hohen Thronen nur auf seinem Hintern sitzt.
Menschen bekennen sich zu Verrat, Mord, Brandstiftung, falschen Zähnen oder einem Toupet. Wer aber würde zugeben, er habe keinen Humor?
Nichts an einem Menschen ist so ernst zu nehmen, wie sein Humor. Daran zeigt sich, ob einer die ganze Wahrheit will.
Sinn für Humor macht uns nicht glücklicher, aber er entschädigt uns dafür, daß wir es nicht sind.
Was ist Sinn für Humor? Sicher nicht die Fähigkeit, Witze zu verstehen. Man muss sich darüber hinaus auch der eigenen Absurdität bewusst sein, das heißt Witze verstehen und sich gleichzeitig in ihnen wiederfinden können.