Unbekannt
Lenken wir unsere Gedanken in die gewünschte Richtung: Dorthin, wo die Sonne scheint.
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei. Ich denke, was ich will, und was mich beglücket, doch alles in der Still, und wie es sich schicket. Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei. Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen, sie tut mir allein am besten gefallen. Ich bin nicht alleine bei meinem Glas Weine, mein Mädchen dabei: die Gedanken sind frei. Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker, das alles sind rein vergebliche Werke; denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei. Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen. Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen und denken dabei: die Gedanken sind frei.
Sobald man einen neuen Gedanken findet, reclamiren ihn gleich Dutzende, die ihn verloren haben wollen.
Große Gedanken werden von Kopf und Herz zugleich geboren.
Viele Gedanken sind nur zollfrei, weil sie Muster ohne Wert sind.
Früher fand ein Dichter tausend Gedanken, jetzt findet ein Gedanke tausend Dichter.
»Gedankensplitter« nennt man Worte, Die uns gegeben der Moment; Doch sind es eben meist nur »Worte« – Der »Gedanke« fehlt am End.
Auf einen, der einen neuen Gedanken hat, kommen hundert andere, die ihn breit treten.
Jeder vernünftige Gedanke hat seinen verrückten Superlativ.
Es hauset der Gedanke Im unendlichen Weltensaal; Nicht bannt ihn eine Schranke, Nicht hemmt ihn eine Kette, Es ringet Höh' und Thal Sein Fittig aus, verbrannte Zon' und Pol, Und fleugt mit allen Stürmen in die Wette. Doch, ach, es stöhnt in friedeloser Qual, Lebt mit sich selbst im Zanke, Der Kranke, Fühlt, daß die Welt ihm ewig leer und hohl Und findet nirgend eine Ruhestätte. – Der Lieb' in ihrem kleinen Kabinette Ist himmlisch wohl.
Wem das Land gehört (d. h. der Landesfürst), der bestimmt die Religion (bzw. Konfession).
Religion ist für mich wie ein Spiel: Der Anfang ist die Geburt, das Ende ist der Tod; der Spielablauf ist das Leben.
Religion ist für mich wie ein Ordner: Man kann ihn zuklappen und vergessen; doch, wenn man Hilfe braucht, kann man ihn öffnen und nachschlagen.
Religion ist für mich ein Haus mit sehr vielen Bausteinen, das nie vollendet wird.