Unbekannt
Es werden vielleicht ebensoviele Ehen in der Hölle als im Himmel geschlossen.
So gütig, großmüthig, So liebevoll zart, So huldig, geduldig, Voll Locken und Bart, So schmiegsam, so biegsam, So glühend voll Feuer, So glücklich, erquicklich, So war er als Freier! So dämlich, griesgrämlich, So launisch und hart, So zornig, so dornig, In Allem apart – So rücksichtslos kühl Und so kahl wie 'ne Ratte, So eklig, kaum erträglich, So ist er als Gatte! So gut und so wonnig, So lieblich und schön, So herrlich, so sonnig, So nett anzuseh'n! So liebend, so rosig, So schmelzend, so traut, So schwellend, so kosig, So war sie als Braut! So schnippisch, so schmollend, So frostig, so kalt, Die Augen so rollend, So bissig, so – alt! So schimpfend, nie heiter, So sauer, so lau, So grob und so weiter, So war sie als Frau!
Auf Achtung hat sich schon manche glückliche Ehe aufgebaut. Die Liebe kommt oft nach und bleibt um so dauernder, weil sie eine so sichere Basis hat.
Wenn der Mann für seine Frau nicht die erste Person ist, dann ist er die letzte.
Das Glück vieler Ehen beruht darauf, daß sich die Gatten nicht näher kennen.
Die Ehe ist wie ein Kleid, das man eine zeitlang getragen haben muß, um sich darin ganz behaglich zu fühlen, und das einem dann erst recht lieb zu werden beginnt, wenn es zu reißen anfängt.
In manchen Ehen verleidet manchem die bessere Hälfte das Ganze.
In keinem Duett wird so falsch gespielt wie in der Ehe.
Auf ein kurzes »Ja!« folgt in der Ehe oft ein lebenslanges »Nein!«.
Habe nie ein Geheimnis, selbst aus Liebe, aus Schonung nicht! Das Weib wisse, was in des Mannes Brust vorgeht; der sehe klar durch die Gedanken und Empfindungen der Frau, wie durch seine eigenen.
Es trägt so mancher, der vermählt, Zwei Antlitze zur Schau; Das lächelnde zeigt er der Welt, Das mürrische – der Frau.
Das Wörtchen ›Ehe‹ hat nur drei Buchstaben, und doch hat mancher sein ganzes Leben dran zu buchstabieren.
Ehe ist keine Erwerbsgemeinschaft. Ehe ist ein Daheimsein im Guten, Adeligen, Noblen, im Schönen, in der Erlösung von der Knechtschaft des Kleinlichen, der Selbstsucht und der Ungüte.
Wem die Ehe ein Handel ist, der braucht für die Händel in der Ehe nicht zu sorgen.
Immer mehr greift die Auffassung Platz, daß die Ehe ein Geschäft sei, aus dem jeder der beiden Theile Nutzen zu ziehen sucht. Hat man sich in dieser Berechnung getäuscht, nun, so trennt man sich einfach wieder oder sucht, wenn man den Eklat fürchtet, sich auf weniger legitime Weise darüber zu trösten.
Die Ehe ist die geistreichste Sache für die Dummen und die dümmste Sache für die geistreichen Menschen.