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26202 Sprüche gefunden

Es gibt Wahrheiten, aber keine Wahrheit. Ich kann ganz gut zwei völlig entgegengesetzte Dinge behaupten und in beiden Fällen recht haben.

Musil, Tagebücher. 1899-1904, Heft 4

Selbst das Wahre kann bewiesen werden.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Die Wahrheit geht im Wasser nicht unter und verbrennt nicht im Feuer.

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Der Wahrheit bester Schmuck ist Nacktheit.

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Schon mancher hatsowahr gesprochen – dass er Abbitte leisten musste.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Die Freude leuchtet, wo die Tugend hauset, Und Friede herrschet, wo die Wahrheit thront.

Witschel, Morgen- und Abendopfer in Gesängen, 1816

Ein Schritt von der Wahrheit, und du bist meilenweit von ihr entfernt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Die Wahrheit muß man betheuern, die Lüge findet von selbst Glauben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1896. Originaltext

Ein getreues Menschenkind, das mir die Wahrheit sagt – ich kann es hoch genug nicht schätzen.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Gewisse Schönheiten, wie gewisse Wahrheiten – wir Sterbliche halten beide noch für zweierlei – zu erblicken, muß man das Herz ebenso ausgeweitet und ausgereinigt haben wie den Kopf.

Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 2. verbesserte Auflage 1822 (EA: 1793). Erster Teil. Vorredner

Die einfachsten Wahrheiten sind die größten. Sie sind die nötigsten, weil die vergessensten. Sie sind die schwersten, aber die segensvollsten. Und Geheimnisse macht die Wahrheit nicht, wem sie nicht selbst eines ist.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Etwas dürfte wahr sein: Ob es gleich im höchsten Grade schädlich und gefährlich wäre; ja es könnte selbst zur Grundbeschaffenheit des Daseins gehören, dass man an seiner völligen Erkenntnis zu Grunde ginge, – so dass sich die Stärke eines Geistes danach bemäße, wie viel er von der „Wahrheit“ gerade noch aushielte, deutlicher, bis zu welchem Grade er sie verdünnt, verhüllt, versüßt, verdumpft, verfälscht nötig hätte.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Zweites Hauptstück. Der freie Geist

Die Menschen mit der Wahrheit gewinnen wollen, heißt eine Festung an ihrer stärksten Seite berennen.

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)

Es gibt keine Wahrheit, der wir nicht zustimmen, wenn man sie uns klar und deutlich darstellt.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Die Wahrheit lässt sich nur beweisen durch ihre Evidenz, und ein Beweis ist nichts anderes als die aus Vernunftschlüssen gewonnene Evidenz.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Der Mensch kann die Wahrheit verkennen, verachten und aufhalten; aber, wie umwegs oder verkehrt er es auch treibe, so irrt er sich nur, und mitten in solchem Treiben suchet und meinet er sie. Er kann ihr'r nicht entbehren; und es ist nicht möglich, wenn sie ihm erscheint, daß er sein Haupt nicht vor ihr beuge.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Sechster Teil. Briefe an Andres. Erster Brief

Alles, was ich in schlichten Feierstunden Mit den wenigen, treuen Freunden empfunden, Was sie von Herzen mir zum Herzen gaben, Habe ich tief in meiner Seele begraben. - - Manchmal in weihevoll sinnender Dämmerzeit Schleicht an das Grab die tröstende Einsamkeit, Legt ein Sträußchen duftender Blüten nieder, Flüstert ein Wort des Dankes und scheidet wieder.

Ringelnatz, J., Gedichte. 1910

Der Kaufherr, der weithin schickt seine Waren, Überläßt seinen Schiffern des Meeres Gefahren; Der Taucher nach Perlen im Meeresgrunde Schmückt sich niemals selbst mit dem kostbaren Funde; Nicht die Gefallenen der blutigen Kriege, Nur die noch Lebenden feiern die Siege. Wohin ich sehe, wohin ich wandre: Ein Opfer ist unser Leben für andre.

Bodenstedt, Aus Morgenland und Abendland, 1882

Die Wahrheit ist konfessionslos wie die wahre Kunst.

Hähnel, Literarische Reliquien, 1884

Es ist mir unmöglich zu glauben, daß die Wahrheit gemein sein könne; eben so unmöglich, als zu glauben, daß in der ganzen Welt auf einmal Tag sein könne.

Lessing, Der Freigeist, entstanden 1749, Erstdruck 1755. 4. Akt, 3. Auftritt, Adrast

Höre, was die Wahrheit spricht: Tue recht und zittre nicht.

Stolberg, F. L., Gedichte