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26202 Sprüche gefunden

Nach der Schlacht In Maiensaaten liegen eng die Leichen, Im grünen Rain, auf Blumen, ihren Betten. Verlorne Waffen, Räder ohne Speichen, Und umgestürzt die eisernen Lafetten. Aus vielen Pfützen dampft des Blutes Rauch, Die schwarz und rot den braunen Feldweg decken. Und weißlich quillt der toten Pferde Bauch, Die ihre Beine in die Frühe strecken. Im kühlen Winde friert noch das Gewimmer Von Sterbenden, da in des Osten Tore Ein blasser Glanz erscheint, ein grüner Schimmer, Das dünne Band der flüchtigen Aurore.

Heym, G., Gedichte. Der ewige Tag, 1911

Eine Weltkatastrophe kann zu manchem dienen. Auch dazu, ein Alibi zu finden vor Gott. Wo warst du, Adam? "Ich war im Weltkrieg."

Haecker, Tag- und Nachtbücher 1939-1945, hg. von Heinrich Wild 1947. 1940

Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.

Freud, S., Briefe. An Einstein, September 1932; später veröffentlicht unter dem Titel: Warum Krieg?, 1933

Es ist eigentlich eine Völkerhetze, der Krieg. Man sollte die Sachen ausdrücken, so wie sie sind.

Lichtenberg, Sudelbuch K, 1793-1796. [K 283]

Alles, was das Schwert erwirbt, auch durch das Schwert im Kriege stirbt.

May, Und Friede auf Erden!, 1904. Viertes Kapitel: Wahnsinn

Nicht die Völker wollen den Krieg, sondern die Regierungen!

Chlumberg, Die Führer, 1919. Erster Akt. Bergmann

Ein rasender Protest gegen den kriegerischen Gedanken und das kriegerische System in der ganzen Welt tut not.

Klabund, Bußpredigt, 1917

Nach langen Kriegen kommen immer die Glücksritter.

Laube, Monaldeschi, 1845. Vorspiel, fünfte Szene. Brahe

Sind denn die trefflichen Geschöpfe, Die Menschen, dazu nur gemacht, Daß um vier, fünf erhitzte Köpfe Man sie, wie Ochsen, wieder schlach't?

Brockes, Irdisches Vergnügen in Gott, 1738. Helden-Gedichte. Originaltext

Krieg aber erzeugt Krieg.

Plinius der Jüngere, Lobrede auf den Kaiser Traian (Panegyricus). Übers. Internet Originaltext: Armis enim arma irritantur

Ein Krieg aber muss auf solche Art begonnen werden, dass offenbar nichts anderes als der Friede das Ziel ist.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Bellum autem ita suscipiatur, ut nihil aliud nisi pax quaesita videatur

Der ganze Krieg setzt menschliche Schwäche voraus, und gegen sie ist er gerichtet.

Clausewitz, Vom Kriege. Hinterlassenes Werk des Generals Carl von Clausewitz, hg. von Marie von Clausewitz, 1832-34. 4. Buch, 10. Kapitel

Krieg lässt den Strom aller Übel zugleich losbrechen.

Erasmus von Rotterdam, Adagia, 1510-35. Übers. Internet Originaltext: Bellum universum malorum agmen semel effundit.

Der Patriotismus, Vaterlands-Liebe, ist das Kriegs-Genie der Nationen. Nationen, die ohne Patriotismus streiten, sind Mechaniker, zugestutzte, abgerichtete Krieger ohne das eigentliche Genie.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

Was dir die Ahle geschenkt hat, raubt dir der Dolch.

Martial, Epigramme, um 101 n. Chr. 3, 16 Übers. Internet. Originaltext: Quod [...] tibi tribuit subula, sica rapit.

Der Enthusiasmus bei Beginn eines Krieges entspringt zumeist aus der rauflustigen Seele des Menschen; er wütet gegen Menschen, die genauso gut und schlecht sind wie er selber.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Schlimm genug, dass heute die Menschen noch Kriege führen müssen. Wenn sie aber anfangen, den Krieg als solchen zu rechtfertigen und in Vertretung der Weltordnung als von höchsten Gesichtspunkten für die Gesundheit der Menschheit notwendig nachzuweisen, dann soll man sie auf den Mund schlagen.

Kayssler, Besinnungen, 1921

Jede Heerstraße ist stauberfüllt.

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927

Der Krieg, sagt man, liegt in der Natur, sowie der Hang zum Bösen.

Karl von Österreich-Teschen, Aphorismen, 1893

Ich hoffe, es wird diese Erfindung sein, die Krieg unmöglich machen wird.

Tesla, Scientists Will Win the Next War, 1916. Übers. Internet

Der Krieg, der grausige Spötter, hat die europäische Scheinkultur so gründlich ad absurdum geführt, dass es wahrlich eines dummen Mutes und Optimismus bedarf, um zu hoffen, dass nach dem Kriege alles beim Alten bleiben könnte.

Marc, Die 100 Aphorismen: Das zweite Gesicht, 1915