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Was liebt die Liebe? – Ein Eingefriedigtes. War nicht das Paradies ein eingeschlossener Ort, ein Garten gegen Osten? – Aber er schließt sich zu dicht um einen, dieser Ring – man tritt dem Fenster näher, ein stiller See verbirgt sich demütig in der hohem Umgebung – am Ufer liegt ein Boot. Ein Seufzer aus vollem Herzen, der Hauch eines unruhigen Gedankens – und es geht vom Ufer ab, gleitet über den See, von den milden Lüften einer unnennbaren Sehnsucht leise getrieben; man verschwindet in der geheimnisvollen Einsamkeit des Waldes, wird von den leichten Wellen des Sees geschaukelt, der von dem tiefen Dunkel des Waldes träumt. – Man wendet sich nach der andern Seite hin, da breitet das Meer sich unendlich vor dem Auge aus. – Was liebt die Liebe? – Unendlichkeit. – Was fürchtet die Liebe? – Eine Grenze.
Aus dem reinen Herzen einer edlen Frau kann nur das Beste kommen: wahre, uneigennützige Liebe ist die rechte Weisheit.
Feuer der Liebe glüht in aller Tugenden Namen und Feuer des Zorns.
Was ist das für eine Liebe, die zum Gähnen reizt?
Von Herzen nur läßt sich das Liebste geben, Und Herz allein kann Liebe nur erkennen.
Die Welt ist sehr arm an solcher Liebe, die nicht liebt, um wieder geliebt zu werden, die sich auch bewährt in der Demütigung, daß man sie nicht erhört.
Im großen Pflanzenwuchsgetriebe Des Lebensackers ist kein Kraut, Das so viel Gift zusammenbraut Als langsam abgedorrte Liebe.
Die Liebe ist eine köstliche Blume, aber man muß den Mut haben, sie am grausigen Rand eines Abgrunds zu pflücken.
Wem nie durch Liebe Leid geschah, dem ward auch Lieb' durch Lieb' nie nah; Leid kommt wohl ohne Lieb' allein, Lieb' kann nicht ohne Leiden sein.
Wir werden in der Liebe, Hingabe, ja uns selber geschenkt, wir werden uns in ihr präsenter, umfänglicher, mit uns selbst vermählter als zuvor, und nichts andres als dies ist ihre echte Wirkung, ihre Lebens- und Freudenwirkung.
Welche Bücher werden von den Leihbibliotheken am meisten verliehen? Mit welcher glühenden Teilnahme lesen wir diese Liebesromane, wenn die Geschichte nur mit einem Funken von Wahrheit und Natürlichkeit erzählt ist! Und was fesselt im Getriebe des Lebens die Aufmerksamkeit wie irgendein Vorgang, woraus die Liebe zweier Menschen spricht? Vielleicht sahen wir sie nie vorher und werden ihnen niemals wieder begegnen. Aber wir sehen sie einen schnellen Blick austauschen oder eine tiefe Bewegung verraten, und wir sind uns nicht länger fremd. Wir verstehen sie und nehmen das wärmste Interesse an der Entwicklung des Romans. Die ganze Menschheit liebt einen Liebenden.
Die Liebe erweitert das Gefühl: sie läßt den Rüpel sich anständig benehmen und gibt dem Feigling Mut. Dem jämmerlichsten und verworfensten Menschen flößt sie den Mut ein, herzhaft der Welt zu trotzen, wenn ihm nur die Unterstützung des geliebten Gegenstandes zuteil wird. Indem die Liebe ihn einem anderen gibt, gibt sie ihm noch mehr: sich selber. Er ist ein neuer Mensch mit neuen Wahrnehmungen, mit einem neuen und eifrigeren Streben, mit einer religiösen Feierlichkeit des Charakters und Wollens. Er gehört nicht länger nur seiner Familie und der Gesellschaft an; er ist etwas; er ist eine Persönlichkeit; er ist eine Seele.
So werden wir zu einer Liebe herangebildet und erzogen, die weder aufs Geschlecht noch auf die Person sieht, die keine Parteilichkeit kennt, sondern überall nur Tugend und Weisheit sucht, um überall Tugend und Weisheit zu mehren.
Liebe ist Schönheitssinn, der sich mit Beziehung auf ein bestimmtes Objekt zum Trieb erniedrigte – oder erhöhte; Schönheitssinn ist Liebe, die auf ein bestimmtes Objekt verzichtet hat und beruhigt ins Allgemeine gleitet.
Liebe ist ein Kobold; Liebe ist ein Teufel; es gibt keinen böseren Engel als die Liebe!
Einem Liebhaber, der den Vater zu Hilfe ruft, trau ich – erlauben Sie, – keine hohle Haselnuß zu.
Eine schwache Frau ist die, die sich einen Fehltritt, den man ihr nachsagt, selbst vorwirft; deren Herz mit der Vernunft im Streit liegt; die von der Liebe genesen möchte, aber nie genesen wird oder erst sehr spät.
Die Liebe ist eine Wunde im Inneren und tritt keineswegs nach außen in Erscheinung. Sie ist eine Krankheit, die deshalb lang anhält, weil sie von der Natur kommt.