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26202 Sprüche gefunden
Wie der Tag mir schleichet, Ohne dich vollbracht! Die Natur erbleichet, Rings um mich wirds Nacht. Ohne dich hüllt alles Sich in Schwermut ein, Und zur öden Wüste Wird der grünste Hain. Kommt der Abend endlich Ohne dich heran, Lauf ich bang und suche Dich bergab, bergan. Hab ich dich verloren, Bleib ich weinend stehn, Glaub', in Schmerz versunken, Langsam zu vergehn. Wie ich ahnend zittre, Wenn dein Tritt mir schallt! Wenn ich dich erblicke, Wie das Blut mir wallt! öffnest du die Lippen, Klopft mein ganzes Herz, Deiner Hand Berühren Reißt mich himmelwärts.
Ferne Berge seh ich glühen! Unruhvoller Wandersinn! Morgen will ich weiterziehen, Weiß der Teufel, wohin? Ja, ich will mich nur bereiten, Will – was hält mich nur zurück? Nichts wie dumme Kleinigkeiten! Zum Exempel, Dein Blick!
Als einst ein alter Herr ein junges Mädchen freite und ihm sein schwacher Leib nichts Gutes prophezeite, sprach er zu ihr: Mein Kind, Sie wird sich ja bequemen, und wird die ehl'ge Pflicht Quartal weis von mir nehmen? Ihr Wiederfragen war, da sie sich kaum bedacht: Allein wie viel Quartal gibt's dann in einer Nacht?
Wo Liebe, Freundschaft, Weisheit und Natur In schöner Eintracht wohnen, ist der Himmel.
Die Freundschaft Freund! genügsam ist der Wesenlenker – Schämen sich kleinmeisterische Denker, Die so ängstlich nach Gesetzen spähn – Geisterreich und Körperweltgewühle Wälzet eines Rades Schwung zum Ziele, Hier sah es mein Newton gehn. Sphären lehrt es, Sklaven eines Zaumes, Um das Herz des großen Weltenraumes Labyrinthenbahnen ziehn – Geister in umarmenden Systemen Nach der großen Geistersonne strömen, Wie zum Meere Bäche fliehn. Wars nicht dies allmächtige Getriebe, Das zum ewgen Jubelbund der Liebe Unsre Herzen aneinander zwang? Raphael, an deinem Arm – o Wonne! Wag auch ich zur großen Geistersonne Freudigmutig den Vollendungsgang. Glücklich! glücklich! Dich hab ich gefunden, Hab aus Millionen dich umwunden, Und aus Millionen mein bist du – Laß das Chaos diese Welt umrütteln, Durcheinander die Atomen schütteln: Ewig fliehn sich unsre Herzen zu. Muß ich nicht aus deinen Flammenaugen Meiner Wollust Widerstrahlen saugen? Nur in dir bestaun ich mich – Schöner malt sich mir die schöne Erde, Heller spiegelt in des Freunds Gebärde, Reizender der Himmel sich. Schwermut wirft die bange Tränenlasten, Süßer von des Leidens Sturm zu rasten, In der Liebe Busen ab; – Sucht nicht selbst das folternde Entzücken In des Freunds beredten Strahlenblicken Ungeduldig ein wollüstges Grab? – Stünd im All der Schöpfung ich alleine, Seelen träumt' ich in die Felsensteine Und umarmend küßt' ich sie – Meine Klagen stöhnt' ich in die Lüfte, Freute mich, antworteten die Klüfte, Tor genug! der süßen Sympathie. Tote Gruppen sind wir – wenn wir hassen, Götter – wenn wir liebend uns umfassen! Lechzen nach dem süßen Fesselzwang – Aufwärts durch die tausendfache Stufen Zahlenloser Geister, die nicht schufen, Waltet göttlich dieser Drang. Arm in Arme, höher stets und höher, Vom Mongolen bis zum griechschen Seher, Der sich an den letzten Seraph reiht, Wallen wir, einmütgen Ringeltanzes, Bis sich dort im Meer des ewgen Glanzes Sterbend untertauchen Maß und Zeit. – Freundlos war der große Weltenmeister, FühlteMangel– darum schuf er Geister, Selge SpiegelseinerSeligkeit! – Fand das höchste Wesen schon kein gleiches, Aus dem Kelch des ganzen Seelenreiches Schäumtihm– die Unendlichkeit.
Die Zierliche Du Zierliche, Leichte, Wenn ich dich erreichte. Du Feine, Zarte, Warte nur, warte. Wenn ich dich fing'? Solche zierlichen Dinger Fasst man mit Daumen und Mittelfinger, Wie der Knabe den Schmetterling.
Die Blumen des Herzens wollen freundliche Pflege. Ihre Wurzel ist überall, aber sie selbst gedeihn in heitrer Witterung nur.
Wehe dem, der zu sterben geht, Und keinem Liebe geschenkt hat, Dem Becher, der zu Scherben geht, Und keinen Durst'gen getränkt hat.
Das Zartgefühl ist der Schatten, die Wollust der Körper und die Grausamkeit der Geist der Liebe.
Die Liebe würde ihren Namen verdienen, könnte sie sich die Beständigkeit der Eigenliebe zum Muster nehmen.
Sind echte Seelen innerlich vereint, Trennt nichts sie. Der hat lieben nie gelernt, Der Wechsel findend, wechselt; sich entfernt. Wenn sich der andre zu entfernen scheint. Nein, Liebe ist ein festgefügtes Mal, Von Sturm und Wogen ewig unversehrt; Irrendem Boot ein Richtstern, dessen Wert Erhaben über Maß, Begriff und Zahl. Der Liebende ist nicht der Narr der Zeit, Wenn süßer Wangen Reiz auch welken mag. Er wandelt sich nicht mit dem Stundenschlag, Er lebt im Schicksalslicht der Ewigkeit. Ist Irtum dies, so fällt, was ich je schrieb, Und niemals sprach ein Mensch: Ich hab dich lieb.
Eine Liebe, die mit unbegrenzter Hingebung den ganzen Menschen erfaßt, Vermag auch die Eifersucht zu überwinden, die doch mehr eine Furcht der Selbstliebe als der Liebe zu einem andern ist.
Geheimnis Worte die dein Mund gesprochen, sonnenwarm und sonnenhell, Küsse die dein Mund gespendet, unversiegter Wonne Quell, Sind zum Liede mir geworden, und ich preis' es immerdar, Wie so selig deine Seele und dein Leib so lieblich war; Doch das Süßeste, das Tiefste zeigt kein Bild und faßt kein Reim, Und es bleibt unausgesprochen zwischen Gott und uns geheim.
Welchen Wert, sprich, hat dein Leib, wenn ihn Des Geliebten Arme nicht umfangen?
O Liebe, sprudelnder Bronnen; der wallet von Tiefe zur Höh'! Wie hast du glühender Wonnen; wie hast du frierendes Weh!
Heimliches Lieben O du, wenn deine Lippen mich berühren, Dann will die Lust die Seele mir entführen. Ich fühle tief ein namenloses Beben Den Busen heben. Mein Auge flammt, Glut schwebt auf meinen Wangen; Es schlägt mein Herz Ein unbekannt Verlangen; Mein Geist, verirrt In trunkner Lippen Stammeln Kann kaum sich sammeln. Mein Leben hängt in einer solchen Stunde An deinem süßen, rosenweichen Munde, Und will, bei deinem trauten Armumfassen, Mich fast verlassen. O! daß es doch nicht außer Sich kann fliehen Die Seele ganz in deiner Seele glühen! Daß doch die Lippen, Die voll Sehnsucht brennen, Sich müssen trennen! Daß doch im Kuß Mein Wesen nicht zerfließet Wenn es so fest an deinen Mund Sich schließet, Und an dein Herz, Das niemals laut darf wagen Für mich zu schlagen!
In böser Stunde Ein schwaches Stäbchen ist die Liebe, Das deiner Jugend Rebe trägt, Das wachsend bald der Baum des Lebens Mit seinen Ästen selbst zerschlägt Und drängtest du mit ganzer Seele Zu allerinnigstem Verein, Du wirst am Ende doch, am Ende Nur auf dir selbst gelassen sein.