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26202 Sprüche gefunden

XLI Die Lust an leichter Sünde, wenn ich weit bisweilen deinem Herzen, wohl entsprach sie deiner Jugend, deiner Herrlichkeit; denn wo du weilst, folgt dir Verführung nach. Du bist so willig, leicht drum zu gewinnen, du bist so schön, als Beute drum begehrt; und wann versagte sich mit spröden Sinnen ein Weibgeborner, wenn ein Weib gewährt? Und dennoch will ich dir zur Warnung sagen: Laß deine süßen Lüste nicht zu frei, die dich in diesen tollen Taumel jagen, worin du zweifach brechen mußt die Treu – die ihre, da dein Reiz sie hat geblendet, die deine, da er sich mir abgewendet.

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Übersetzt von Karl Kraus, 1933

Segen denen, die gefunden Früher Liebe Rosenstunden!

Goethe, Zu Schillers und Ifflands Andenken. Nachspiel zu den Hagestolzen, 1815

Lieben und geliebt zu werden ist menschlich. Aber lieben um der Liebe Willen ist engelsgleich.

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Liebe ist klüger als Ehrgeiz.

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Und hüte dich auch vor den Anfällen deiner Liebe! Zu schnell streckt der Einsame dem die Hand entgegen, der ihm begegnet.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom Wege des Schaffenden

Agathe Mein ist der Sieg! Agathe liebet mich, Sie war zu schwach bei unserm Streite. Wir waren ganz allein: Gott Amor, sie und ich, Und Amor war auf meiner Seite.

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Trennung ist für die Liebe, was der Wind für das Feuer: das schwache löscht er aus, das starke facht er an.

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Ein solcher Sklav ist Liebe: ihr ist's Pflicht, was du auch tust, zu sehn im hellsten Licht.

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Aus: Sonett LVII. Übersetzt von Karl Kraus, 1933

Die Liebe erscheint als das schnellste, ist jedoch das langsamste aller Gewächse. Weder Mann noch Frau wissen, was vollkommene Liebe ist, ehe sie nicht ein Vierteljahrhundert verheiratet waren.

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Wenn du jemanden liebst, klimperst du mit deinen Wimpern ganz wild und kleine Sterne kommen aus dir heraus.

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Worte der Güte sind Schönheit! Taten der Liebe sind Licht!

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Uns alle bewegt der Wunsch, die Leidenschaft.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 3. Akt, 21. Auftritt, Max

Komm herein, o Nacht, und kühle Diese Gluten, diesen Schmerz! Aus dem Wirrsal der Gefühle Wie errett' ich nur mein Herz! Wo wir einst so glücklich waren, Hab' ich wieder sie gesehn, Und aufs neue, wie vor Jahren, Ist's um meine Ruh' geschehn. Lodernd aus der Asche steigen Flammen, die jetzt Frevel sind; Denn sie ist nicht mehr ihr eigen, Ach, und ist so hold und – blind. Weil an ihrer Reinheit Blüte Nie ein trüber Hauch gerührt, Ahnt sie nicht in ihrer Güte, Welchen Brand sie lächelnd schürt. Harmlos zeigt sie, kindlich offen, Sich beglückt, wenn ich erschien – Aber ich, ins Herz getroffen, Ach, was kann ich tun als fliehn!

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter. Zwölf Jugendlieder, 10.

Drum nenn's nicht Sünde, daß mein Sang erschalle für die, für deren Gunst ich steh und falle!

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Aus: Sonett CLI. Übersetzt von Karl Kraus, 1933

Eingang Was reif in diesen Zeilen steht, was lächelnd winkt und sinnend fleht, das soll kein Kind betrüben; die Einfalt hat es ausgesät, die Schwermut hat hindurchgeweht, die Sehnsucht hat's getrieben. Und ist das Feld einst abgemäht, die Armut durch die Stoppeln geht sucht Ähren, die geblieben; sucht Lieb, die für sie untergeht, sucht Lieb, die mit ihr aufersteht, sucht Lieb, die sie kann lieben. Und hat sie einsam und verschmäht die Nacht durch, dankend in Gebet, die Körner ausgerieben, liest sie, als früh der Hahn gekräht, was Lieb erhielt, was Leid verweht, ans Feldkreuz angeschrieben: "O Stern und Blume, Geist und Kleid, Lieb', Leid und Zeit und Ewigkeit!"

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Jedem ward das Recht, zu lieben; glücklich zu lieben - ist ein göttlich Geschenk, das nur die Gnade erteilt.

Brackel, Die Tochter des Kunstreiters, 1875

Die Liebe ist, ihr Ende ausgenommen, sich überall gleicher, als man sagt.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 1799

Die Liebe weiß nicht sich zu bescheiden, ihr Verlangen ist ihre Vorschrift, ihr Entzücken ihr Gesetz, sie hat kein Maß als ihr Übermaß; ihr Besitzrecht beruht in der Kühnheit, auf alles Anspruch zu machen und in der Freiheit alles zu versuchen. Aber freilich: diese Anrechte hat die Liebe nur unter der Voraussetzung, daß sie immer den rechten Weg geht. Wenn sie sich verlaufen hat, so muß sie auf weiten Umwegen zurückkommen und muß zittern und weinen um ihre Verirrung und durch ihre Beschämung ihre Fehler versühnen.

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Stille Frage Es quillt des Abendsterns Geheimnißvoller Schein, So nah' und auch so fern, Mir in das Herz hinein. Drin glüht ein and'res Licht, So nah' und auch so fern, Das Herz umschließt es dicht – Doch weit ist's wie der Stern. Du gold'ner Liebesstrahl, Geh', frage deinen Stern, Bleibt er zu deiner Qual, Dir ewig, ewig fern?

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Liebe ist, wenn ein Mädchen Parfum benutzt und ein Junge Rasierwasser und dann gehen sie weg und beschnuppern sich.

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Ein Mädchen zu seinem Freund: "Jetzt hör endlich auf, vom Wind und Regen in meinem Haar zu schwärmen - besorg uns lieber ein Taxi!"

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