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Wie die Liebe alles verändert und umstürzt! Das »Ich« ist ein Hirngespinst. Ich fühle bestimmt, daß ich nicht »Ich« bin. Ich bin »Sie«, und um das zu sein, brauche ich gar nichts an mir aufzugeben. Ihre Interessen, Ihre Neigungen, Ihr Glück, Ihre Freuden – das ist das »Ich«, lieber Freund, das mir lieb und wert und vertraut ist. Alles übrige ist mir etwas Fremdes.
Die Liebe ist frei –, sie wählt das Ärmste und Hilfsbedürftigste am liebsten.
Stellt Euch ein Feuer aus glühendem Eis vor, das zitternd brennt, das der Schmerz vor Freude aufflackern läßt und das die Heilung seiner Wunden fürchtet wie den Tod. So steht es um mich, wenn ich zu Euch spreche. Ich erkundige mich bei den gewandtesten meiner Bekannten, woher diese Krankheit rührt; sie sagen, es sei Amor. […] O Götter! Wenn das wahr ist, was soll dann aus mir werden?
Ich habe bei Ihnen den geringen Verstand, der mir noch blieb, verloren, und ich fühle, daß ich in dem Zustand, in den Sie mich versetzt haben, zu nichts anderem mehr tauge, als Sie anzubeten. Mein Übel ist um so trauriger, als ich weder die Hoffnung noch den Willen habe, davon geheilt zu werden, und ich Sie, auf die Gefahr von allem, was daraus folgen kann, ewig lieben muß.
Es füllt sich ganz das Herz von Zärtlichkeit – Sie ist's, sie steht vor mir. Welch ein Gefühl! Ist es Verirrung was mich nach dir zieht? Ist's Raserei? ist's ein erhöhter Sinn, Der erst die höchste reinste Wahrheit faßt? Ja, es ist das Gefühl, das mich allein Auf dieser Erde glücklich machen kann; Das mich allein so elend werden ließ, Wenn ich ihm widerstand und aus dem Herzen Es bannen wollte.
Sie haben mich bezaubert das letztemal, als ich Sie gesehen habe, und ich habe Sie noch nie mit solcher Glut geliebt, wie ich es jetzt tue. Sicherlich haben Sie mir den Kopf verdreht.
Was ist schwerer: zu weilen im fremden Land? Was ist schwerer: allein sein im Waisenstand? Was ist schwerer: der Kummer, so düster, so trüb? Was ist schwerer: die Liebe, die Herzenslieb? – Ich hab sie gewogen, ich wollt es erkunden, Ich habe die Liebe am schwersten befunden.
Ach wir Armen! Die Jünglinge lieben nicht, wie wir lieben: Wenn Verlangen sie quält, trösten einander sie sich, Suchen Freunde, vertrauen dem Freunde den Kummer der Seele, Suchen Zerstreuung, sehn Auen und Menschen und Kunst. Und wir eingeschlossene, kleinmütige Seelen, Einsam zehren wir uns liebend und sehnend ins Grab.
So viel Blumen der Acker trägt, So viel Wunden die Liebe schlägt.
Aus den Steinen kommt das Wasser Lispelnd hergetrieben; Wer nicht Seufzen noch gelernet, Lernt es überm Lieben.
Deshalb ist auch nichts flüchtiger, nichts traumhafter, nichts unbeständiger als solch eine erste Liebe; wie selten führt sie zum wahrhaft beglückenden Ziel.
Rosendornen stechen sehr; Falsche Liebe noch viel mehr.
Mein Herz, Versprech ich Ihnen, soll allein und ewig Der Richter meiner Liebe sein.
Ein Fieberparoxysmus fängt mit Frost an und endigt mit Hitze. Beim Liebesparoxysmus ereignet sich das Umgekehrte.
Liebeswahnsinn! Pleonasmus! Liebe ist ja schon ein Wahnsinn!
Nach Frauenglut mißt Männerliebe nicht, wer Liebe kennt und Leben, Mann und Frau.
Zur Liebe kommst du nicht, solang du hängst am Leben; Du findest mich nicht eh'r, bis du dich aufgegeben.
Die Liebe ist in allen Dingen gleichsam die Seele und das Auge. In dieser Liebe schließt sich der Lauf der Welt. Liebe ist die volle Wirklichkeit des Guten.
Ich denke an nichts als an Sie, aber ich kann mich vielleicht noch bekämpfen. Seit den letzten zwei Tagen sehe ich nichts anderes als Sie. All Ihr Reiz, den ich immer gefürchtet habe, ist in mein Herz eingefallen. So sehr, daß ich kaum zu atmen vermag […]. Ich komme Ihnen vielleicht verrückt vor; aber ich sehe Ihren Blick, ich wiederhole mir Ihre Worte […]. Ich habe recht, wenn ich verrückt bin. Ich wäre verrückt, wenn ich es nicht wäre.