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26202 Sprüche gefunden

Die Liebe begann im Monat März, Wo mir erkrankte Sinn und Herz. Doch als der Mai, der grüne, kam: Ein Ende all mein Trauern nahm. Es war am Nachmittag um drei Wohl auf der Moosbank der Einsiedelei, Die hinter der Linde liegt versteckt, Da hab ich ihr mein Herz entdeckt. Die Blumen dufteten. Im Baum Die Nachtigall sang, doch hörten wir kaum Ein einziges Wort von ihrem Gesinge, Wir hatten zu reden viel wichtige Dinge. Wir schwuren uns Treue bis in den Tod. Die Stunden schwanden, das Abendrot Erlosch. Doch saßen wir lange Zeit Und weinten in der Dunkelheit.

Heine, H., Gedichte. Nachlese

Mädchen mit den krummen Beinen Mädchen mit den krummen Beinen, wie ein Dackel schief im Gang, glätte mir dein weißes Leinen. Grade will dein Wuchs mir scheinen, liegst du lang. Deine Haut, die fleckig, kreidig, dir verunziert Stirn und Wang, rötet sich und wird geschmeidig, und dein Borstenhaar wird seidig, liegst du lang. Dein Organ ist wie der Spatzen kreischend krächzender Gesang. Komm auf schwellende Matratzen! Wohllaut wird dein heisres Kratzen, liegst du lang. Armes Kind, nie kam ein Freier, der dich auf sein Lager dang. Komm zu mir zur Liebesfeier! Mir schwillt Mut und Blut und Leier, liegst du lang.

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Die Liebe sagt nie »genug«.

Oesch (Hg.), Spanische Sprichwörter, ausgewählt und gesammelt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Was die Perle für die Muschel, das ist die Liebe für manches Frauenherz – sein einziger Schatz, aber auch seine unheilbare Krankheit!

Eötvös, Gedanken, 2. Ausgabe 1867 (EA: 1864)

Sturmnacht Die Sturmnacht hat uns vermählt In Brausen und Toben und Bangen: Was unsre Seelen sich lange verhehlt, Da ist's uns aufgegangen. Ich las so tief in deinem Blick Beim Strahl vom Wetterleuchten: Ich las darin mein flammend Glück, In seinem Glanz, dem feuchten. Es warf der Wind dein duft'ges Haar Mir spielend um Stirn und Wangen, Es flüsterte lockend die Wellenschar Von heißem tiefem Verlangen. Die Lippen waren sich so nah, Ich hielt dich fest umschlungen; Mein Werben und dein stammelnd Ja, Die hat der Wind verschlungen ...

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Des Weibes Liebe hat ein Falkenauge.

Wieland, Geron, der Adeliche, 1777

Sonst, wenn ich nach Hause kam, Berge auf meinem Herzen, hüpfte mir meine Berta entgegen, und meine Berta lachte sie weg.

Schiller, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, 1782. 1. Akt, 10. Auftritt, Verrina

Du schlank und rein wie eine flamme Du wie der morgen zart und licht Du blühend reis vom edlen stamme Du wie ein quell geheim und schlicht Begleitest mich auf sonnigen matten Umschauerst mich im abendrausch Erleuchtest meinen weg im schatten Du kühler wind du heißer hauch Du bist mein wunsch und mein gedanke Ich atme dich mit jeder luft Ich schlürfe dich mit jedem tranke Ich küsse dich mit jedem duft Du blühend reis vom edlen stamme Du wie ein quell geheim und schlicht Du schlank und rein wie eine flamme Du wie der morgen zart und licht.

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Die du so fern bist in der großen Stadt, Ich grüße dich, die mein vergessen hat. Einst hast du meiner Tag und Nacht gedacht, Stunden des Glückes mit mir verbracht, verlacht. Froh unter Scherzen schlossen wir den Bund – Funkelt dein Auge noch, und lacht dein Mund?

Hartleben, O. E., Gedichte. Ausgewählte Werke, 1911

Mythologisches: Wenn Amor Geldsorgen hat, läßt sein Berufseifer nach.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Willst du mit reinem Gefühl der Liebe Freuden genießen, O laß Frechheit und Ernst ferne vom Herzen dir sein.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigramme. Venedig, 1790

Nyt Eiges meh Was wie-n-e Flamme-n-uf mym Scheitel rueht, Du bisch die Glueth! Was wie-n-e helli Wulke-n-um mi wallt, Du bisch die Gwalt! Und 's Morgeroth schynt dur e Rosehag, Du bisch der Tag! Und d'Sterne glänze-n-in der hellste Pracht, Und du bisch d'Nacht! Es ghört mer weder Denke, Gseh noch Thue Meh eige zue – Wer het mi au mit Allem, was i bi, Verschenkt an Di?

Burckhardt, J., Gedichte

Im Liebesdrama heißt die erste Abteilung Sehnsucht, die zweite Besitz, und die ungestüme Jugend duldet da keinen Zwischenakt.

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Du, Kind, glaubst an den Kaffeegrund, Aufs Lottospiel verläßt du dich: An deine Augen glaube ich. An Unglückstage, Märchen und An Träume glaubst du, die nicht trügen, Ich glaub allein an deine Lügen. An Gott glaubst du ganz wesenlos, Du weißt, daß man zu Heil'gen fleht, Für jeden Kummer ein Gebet. Ich glaube an die Stunden bloß, Die blau und rosig mir erblühen In unsrer blassen Nächte Glühen. Und alles dieses glaube ich So fest und unerschütterlich, Daß ich nur lebe noch für dich.

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866

Teurer Freund, du bist verliebt, Und dich quälen neue Schmerzen; Dunkler wird es dir im Kopf, Heller wird es dir im Herzen. Teurer Freund, du bist verliebt, Und du willst es nicht bekennen, Und ich seh des Herzens Glut Schon durch deine Weste brennen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Die Heimkehr, 54.

Schifferliedchen Schon hat die Nacht den Silberschrein Des Himmels aufgetan; Nun spült der See den Widerschein Zu dir, zu dir hinan! Und in dem Glanze schaukelt sich Ein leichter dunkler Kahn; Der aber trägt und schaukelt mich Zu dir, zu dir hinan! Ich höre schon den Brunnen gehn Dem Pförtlein nebenan, Und dieses hat ein gütig Wehn Von Osten aufgetan. Das Sternlein schiesst, vom Baume fällt Das Blust in meinen Kahn; Nach Liebe dürstet alle Welt, Nun, Schifflein, leg' dich an!

Keller, G., Gedichte

Ja die Liebe fragt nicht nach Georgi und Michaeli; Luftschlösser sind ihre liebsten Häuser, ihr Grundbuch ist das Herz, der Zins wird nur mit Küssen bezahlt.

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Bei einem Liebenden gibt es nur eins, das unerschöpflich ist: nämlich Güte, Anmut und Zartgefühl.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Dämmergang Du lebst meerüber In blauer Ferne Und du besuchst mich Beim ersten Sterne. Ich mach im Felde Die Dämmerrunde, Umbellt, umsprungen Von meinem Hunde. Es rauscht im Dickicht, Es webt im Düster, Auf meine Wange Haucht warm Geflüster. Das Weggeleite Wird trauter, trauter, Du schmiegst dich näher, Du plauderst lauter. Da gibts zu schelten, Da gibts zu fragen Und hell zu lachen Und leis zu klagen. Was wedelt Barry So glückverloren? Du kraulst dem Liebling Die weichen Ohren ...

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Die Liebe, ebenso wie sie die Erzeugerin der edelsten Gefühle sein kann, macht andererseits auch sehr egoistisch; sie stammt eben nicht allein vom Himmel, sie ist wie der Mensch selber zugleich Kind der Erde, und darum diese verschiedenen Empfindungen, die doch alle aus derselben Quelle entfließen.

Rothenfels, Eleonore, 5 Bde., 1871

Wer kein geliebtes Wesen In seine heißen Arme schleußt, Der ist, so viel er prahle, Ein Körper ohne Seel' und Geist.

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