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26202 Sprüche gefunden

Es ist mir in deiner Liebe, als wenn ich nicht mehr in Zelten und Hütten wohnte, als ob ich ein wohlgegründetes Haus zum Geschenk erhalten hätte, drinne zu leben und zu sterben und alle meine Besitztümer drinne zu bewahren.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 11. Februar 1782

Liebe ist wie Tau, sie fällt auf Rosen und Nesseln.

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Idyll Wenn wir um unsern rauhen Tisch, Genossin, ich und du, Des Abends traut zusammen sind, Du häkelst, ich schau zu – Du plauderst drein erinnerungsvoll Von deinem ersten Schatz: Ich lausche deiner Stimme nur, Versteh nicht Wort noch Satz – Und freue mich im Herzen drin, Daß ich um dich geworben – Was morgen kommt, was heute war, Ist sanft in mir erstorben.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Die Liebe ist ein schöner Engel, aber oft ein schöner Todesengel für das gläubige, betrogene Herz.

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Es ist etwas Furchtbares um die Liebe; wenn sie uns nicht edler macht, so macht sie uns schlechter, auch gegen unsern Willen; und in den meisten Fällen wird es bei einem Liebesverhältnis so sein, daß der eine Teil besser wird und der andere schlechter; denn dieses Gemeine ist im Menschen verborgen, daß er Güte mißbrauchen muß.

Ernst, P., Novellen. Aus den Aufzeichnungen des Musikers

Minne ohne Treue, und Beichte ohne Reue, und Feuer ohne Brände, die haben bald ein Ende.

Rumpel (Hg.), Deutsche Art und Kunst in Gedichten für die reifere Jugend christlicher Schulen, 1853. Aus dem 14. Jahrhundert

Eine Frau kann zuweilen einem Manne ihre Liebe zu ihm vollständig verbergen, und umgekehrt kann ein Mann einer Frau Liebe vorheucheln, doch nur, wenn er nicht anderweitig wirklich liebt.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Entschluß Und bist du mir auch nicht beschert, Dein Anschaun sei mir nicht verwehrt. Ich will's genießen still entsagend, Kein irdisches Gelüste tragend. Es sprach zur Sonne einst der Schnee: »Frau Sonne, laß mich, tust mir weh!« Sie ging. Doch er ward grau und trübe, Als fehlte ihm der Strahl der Liebe. Da rief die Sonne er zurück, Sie wärmte ihn mit Feuerblick, Bis daß sein schimmernd Weiß ergraute. Sie glänzte fort; doch er zertaute. Du bist die liebe Sonne mir, Und Wollust ist ein Blick von dir; Und mag er auch mein Herz verzehren, Doch will ich nimmer sein entbehren.

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Schwester Immer sind die dunkeln Abenteuer Zwischen uns, wir können oft Keines der vielen blauen Worte finden, Die uns geschenkt sind. Dann, wenn ich die schmalen Krystalle Meines weißen Traumes Dir bringe, Häufst Du rötliche Scheiter Und glühst ein Feuer. Oder ich möchte mit Abendwind Deine schmerzliche Lippe kühlen Und er kommt schwül von den Gärten Meiner Sehnsucht. Schwester, immer sind die dunkeln Abenteuer Zwischen uns, wir können kaum Unter Schatten erkennen, wie sehr Wir uns lieben.

Weissmann, M. L., Gedichte

Es ist in der Welt nichts schätzbarer als ein Herz, das der Liebe und Leidenschaft fähig ist.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 8. Buch, 7. Kapitel, Jarno

Nur Liebe überblüht die Kluft, Die zwischen Sein und Nichtsein droht, Daß, wie gepflückter Blumen Duft, Doch etwas überlebt den Tod!

Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys, 1874. Erstes Buch: Lieder der Liebe. Vorklänge, 2.

Liebe gibt und nimmt mit unberechnender Einfalt; Liebe lebt in der Lust zu erfreun erfreuende Liebe; Liebe liebt das Geringste, getan mit herzlicher Liebe!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Die erste Wirkung der Liebe besteht darin, uns große Ehrfurcht einzuflößen.

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Hab' ich nur deine Liebe – Hab' ich nur deine Liebe – die Treue brauch ich nicht. Die Liebe ist die Knospe nur, aus der die Treue bricht. Drum sorge für die Knospe, dass sie auch schön gedeih', Auf dass sie sich in vollster Pracht entfalten mag, o gib drauf acht. Ob mit – ob ohne Treu'! Denn selbst auch ohne Treue hat Liebe oft entzückt, Doch Treue ohne Lieb' allein hat keinen noch beglückt! Drum sorge für die Knospe, dass sie auch schön gedeih', Auf dass sie sich in vollster Pracht entfalten mag, o gib drauf acht. Ob mit – ob ohne Treu'!

Walzel/Genée, Libretto zu Franz von Suppés Operette "Boccaccio", uraufgeführt 1879. Famiettas Arie

Liebesmorgen Aus dem roten, roten Pfühl kriecht die Sonne auf die Dielen, Und wir blinzeln nur und schielen Nach uns, voller Lichtgefühl. Wie die Rosa-Pelikane, Einen hellen Fisch umkrallend, Rissen unsere Lippen lallend Kuß um Kuß vom weißen Zahne. Und nun, eingerauscht ins weiche Nachgefühl der starken Küsse, Liegen wir wie junge Flüsse Eng umsonnt in einem Teiche. Und wir lächeln gleich Verzückten; Lachen gibt der Garten wieder, Wo die jungen Mädchen Flieder, Volle Fäuste Flieder pflückten.

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Ein Mann, der liebt, darf nicht zu blöde sein, Abschreckend stets ist zuviel Blödigkeit! Ein Weib, das liebt, darf nicht zu spröde sein, Abschreckend stets ist zuviel Sprödigkeit!

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Vermischte Gedichte und Sprüche, 16.

Liebe Worte füg ich dir zum Liede, und sie drängen leis um deine Stirne, leise dir ans Ohr sich, küssen leise, wiederkehrend von den reinen Lippen dir den Mund, wenn du sie heimlich raunest. Glücklich, Worte, die ihr solches dürft! Aber woll euch des nicht überheben. Denn ihr wißt nicht, die ihr mir entflohen, von den andern, den unsagbar schönen, ungestanden ewig, doch verstandnen, deren Ahnung stumm der Liebsten Herze jubeln und in Schauern zittern macht.

Binding, R. G., Gedichte

Die Liebe ist ein Feind, den man nicht durch Widerstand, sondern einzig durch die Flucht besiegt.

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In der Liebe gibt es ebenfalls wie in der römisch-katholischen Religion ein provisorisches Fegefeuer, in welchem man sich erst an das Gebratenwerden gewöhnen soll, ehe man in die wirklich ewige Hölle gerät.

Heine, Memoiren, entstanden 1854/55. Erstdruck: Heinrich Heines Memoiren, hg. von Eduard Engel 1884

Liebe war am Quelle, Liebe war im Hain – Liebe wird, o Welle! Wo du landest, sein.

Feuchtersleben, Gedichte, 1836

Nicht draußen im Strudel verrauschender Lust Erwarte das Glück dir zu finden: Die Seligkeit wohnt in der eigenen Brust, Hier mußt du sie ewig begründen.

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