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26202 Sprüche gefunden

Kam die Liebe in mein Herz gezogen, Kam nicht wie ein heitrer Sommertag, Kam nicht wie das junge Grün im Walde, Wie die duft'ge Blume auf der Halde, Kam wie Noth und bitt'res Ungemach. Wohl ist wie ein Sommertag sie kommen, Aber ganz von Staub und Gluth erfüllt; Wie das Grün vom nächt'gen Frost verheeret, Wie die Blume, die der Wurm verzehret, Eh' die Knospe sich noch ganz enthüllt! Anders, anders ahnte sie die Seele, Anders hoffte sie mein pochend Herz; Aber, ob sie mir im Festgeschmeide Sei erschienen, ob im Trauerkleide, Nimmer tausch' ich meinen süßen Schmerz!

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Es ist Frevel und Wahnsinn, zu kränken, was man liebt, wie es Frevel und Wahnsinn ist, um jeden Preis besitzen zu wollen, was man liebt.

Ebner-Eschenbach, Božena, 1876

Wahre Freude, wahres Leid Nein, es sind nicht Berg und Thäler, Die uns Fried' und Freude geben, Freude geben nur die Menschen, Die mit uns auf Erden leben. Nein, es sind nicht Frost und Hitze, Die uns Noth und Schmerzen geben, Schmerzen geben nur die Menschen, Die mit uns auf Erden leben. Und es giebt auch solche Menschen, Die uns freuen und betrüben; Das sind die allerschlimmsten, Die wir lieben, die wir lieben.

Wildenbruch, Lieder und Balladen, 1887

Kleine Winterlandschaft Hart am Ufer steht mein Fuß, Drüben, horizontdurchlassend, Friert am Strand ein schmales Wäldchen, Nirgends eine Spur von Haus und Menschen. Klatschend steht die Ente auf, Mißtrauisch durch meine Nähe, Bald mit vorgestemmten Rudern, Fällt sie wieder ein nach raschem Fluge. Nebel zieht und hüllt gemach Erst das Wäldchen, dann die Welle, Hüllt mich selbst in seinen Mantel; Nicht mehr sichtbar, quakt ein braver Erpel. Gleich Eliasens Wolke sinkts, Jener Wolke des Propheten, Die zum Himmel ihn entführte, Als vor Isebel er flüchten mußte. Ach, Jehovah, laß mich noch, Laß mich noch auf deiner Erde! Isebel, die schöne Fürstin, Lieb' ich, und sie liebt mich zärtlich wieder.

Liliencron, Nebel und Sonne, 1900

Es ist ein großes Geheimnis, daß die Liebe der wahren Sachlichkeit und Sachlichkeit der wahren Liebe völlig entspricht.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Eine ganze Liebe wiegt viele geteilte auf – aber nicht umgekehrt.

Gött, Gedichte, Sprüche, Aphorismen (in: Gesammelte Werke, 1. Band), hg. von Roman Woerner 1910

Eros Masken! Masken! Daß man Eros blende. Wer erträgt sein strahlendes Gesicht, Wenn er wie die Sommersonnenwende Frühlingliches Vorspiel unterbricht. Wie es unversehens im Geplauder Anders wird und ernsthaft… Etwas schrie… Und er wirft den namenlosen Schauder Wie ein Tempelinnres über sie. O verloren, plötzlich, o verloren! Göttliche umarmen schnell. Leben wand sich, Schicksal ward geboren. Und im Innern weint ein Quell.

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Spiel des Lebens Kinder, große Kinder bleiben Wir im Leben, und wir treiben Ewig ein Versteckenspielen, Wie in alter Jugendzeit: Unter Worten klug verstecken Oder stolz mit Schweigen decken Wir der Herzen wahres Fühlen, Unsre Lust und unser Leid. Hinter jedem Zaun des Lebens Ruft und lockt – und lockt vergebens – Einer Stimme Laut, ein lieber: Komm! hier bin ich! hol' mich du! Aber nie zusammenfinden Sich die Herzen, ach die blinden! immer stürmen sie vorüber, Immer falschen Zielen zu. Zielen, fremd und ferne jenen, Die sie suchen und ersehnen; Doch an jeder Wegeswende Spähn sie nach den andern aus, Bis es Abend wird auf Erden Und sie selber müde werden… Vater Tod klatscht in die Hände: Kinder, alle nun nach Haus! – – –

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Reife Im hohen, heißen Sommer, Wenn schwanger alle Luft, Spürst du ganz einen eignen, Der Reife schweren Duft. Es weht ein drängend Leben Von jedem Halme her. ... Auch du, mein Herz, wie trägst du An deiner Liebe schwer.

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Achtung erwirbt, was du tust, Liebe verschafft, was du bist!

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Nur wer den Liebesfunken in sich zur hellen Flamme entfacht, der erwärmt, der erleuchtet.

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Nur wer dich liebt So wie du bist, Wohl deine Schwächen kennt, Doch sie vergißt, Der liebt dich wirklich Und wird dich verstehn Und gern mit dir Auch deine Wege gehn!

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Liebe kann durch Verbergen nicht verborgen werden.

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Ich soll nicht dein vergessen…? Was sagt dies arme Wort? Ins Buch des Lebens pressen Ein Blümchen, halb verdorrt? Wenn deiner nicht vergessen Dich wahrhaft lieben heißt, Dann haucht noch aus Cypressen, Dein eingedenk mein Geist.

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Allgegenwärtig Wenn die Winde sacht Um dein Fenster gehn, Stimmen in der Nacht Von den Hügeln weh'n. Hoher Firnenkranz, Um den See gereiht, Seinen reinen Glanz Deinen Tagen leiht.

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Der Liebe Vernunft ist ohne Vernunft.

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Die Liebe macht die Freunde gleichförmig.

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Komm zu mir! O wende nicht dich ab von mir Mit Augen thränenschwer! Zog schöne Freude mich zu dir, So thut's das Leid noch mehr. Nicht frag' ich, was die süße Lust, Der Stimme Klang dir nimmt: Es ist die reiche Menschenbrust Am leichtesten verstimmt. O schweig' nur still! doch wenn ein Bann Dich ungewohnt bezwingt, Wenn, was dich sonst erfreuen kann Mit holdem Schein, versinkt, Wenn unter einer Seelenlast Dein froher Muth entwich – So komm zu mir zu stiller Rast Denn sieh – ich liebe dich.

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Du willst es nicht in Worten sagen, Doch legst dus brennend Mund auf Mund, Und deiner Pulse tiefes Schlagen Tut liebliches Geheimnis kund. Du fliehst vor mir, du scheue Taube, Und drückst dich fest an meine Brust, Du bist der Liebe schon zum Raube Und bist dir kaum des Worts bewußt. Du biegst den schlanken Leib mir ferne, Indes dein roter Mund mich küßt; Behalten möchtest du dich gerne, Da du doch ganz verloren bist. Du fühlst, wir können nicht verzichten; Warum zu geben scheust du noch? Du mußt die ganze Schuld entrichten, Du mußt, gewiß, du mußt es doch. In Sehnen halb und halb in Bangen, Am Ende rinnt die Schale voll; Die holde Scham ist nur empfangen, Daß sie in Liebe sterben soll.

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Eine Phantasie Der Weg von Freundschaft bis zur Liebe Ist eine blumenreiche Flur: Nie scheint uns da die Sonne trübe, Und ringsum lächelt die Natur. Sie leitet uns durch Rosengänge, Und zeigt uns fern ein Paradies: Und Harmonie macht durch Gesänge Uns diese Frühlingsreise süß. Wohin wir blicken, sehn wir Segen, In jeder Pflanze, jedem Kraut. Lacht immer Freud' uns hold entgegen, Und Hoffnung grünt, wohin man schaut. Sie flicht aus ihrem eignen Kranze, Die schönsten Blätter uns ins Haar, Und leicht umschwebt im leichten Tanze, Gleich Elfen, uns der Wünsche Schaar. Aus Wünschen werden endlich Triebe, Ein Trupp, der stark uns mit sich zieht, Und plötzlich sind wir in der Liebe Nur allzureizendem Gebiet. Doch, ach, wie traurig und wie trübe, Wie freudenlos, wie kalt und lang Ist dann der öde Weg von Liebe Zur Freundschaft! – Welch ein Übergang! Wenn Hindernis von allen Seiten Den müden Wanderer bestürmt, Und Berge von Unmöglichkeiten Ihm das Geschick entgegen thürmt! Da giebt es lauter öde Haiden, Nicht eine blumenreiche Flur, Und statt der Hoffnung süßer Freuden Geht Schwermuth uns zur Seite nur. Kurz war der Weg hinan zum Glücke, Der Liebesfreuden bunte Reihn Verkürzten ihn: – doch, ach, zurücke Geht man den langen Weg allein. Noch glücklich, wem das Chor der Musen Ein süßes Saitenspiel beschert, Das manchmal dem gepreßten Busen Erleichterung und Trost gewährt.

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Die Getrennten Nie mehr bin ich allein, gleich bebt in mir deine Stimme: Du, wie ist dir ums Herz? Du, wie ist dir ums Herz? Wie dem Schwanenpaar damals, das wir beim Nestbau belauschten, Beide wie Ein Herz bewegt, Beide wie Ein Herz bewegt. Oh, jetzt bin ich allein, jetzt bebt in mir deine Stimme: Du, wo bist du, mein Herz? Oh, wo bist du, mein Herz!

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