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26202 Sprüche gefunden
Das, was der größte Kopf nicht erfassen kann, wohl aber das kleinste Herz – heißt man Liebe.
In schwachen Naturen verhungert die Liebe, wenn die Eitelkeit keine Nahrung bekömmt.
Wer liebt, wird geliebt, und wer nicht geliebt wird, liebt nicht.
Hieroglyphe In allen Tiefen mußt du dich prüfen, zu Deinen Zielen dich klarzufühlen; aber die Liebe ist das Trübe. Jedweder Nachen, drin Sehnsucht singt, ist auch der Rachen, der sie verschlingt; aber ob rings von Zähnen umgiert, das Leben sitzt und jubilirt.
Heimweh in die Welt Blieb es doch so lang' vor Liebe stumm; kann ich doch mein Herz, mein Herz nicht töten. War ich Dein, nur Dein in Glut und Nöten; weißt warum? Weil mein Herz so wild; weil es Meere braucht, wenn der Sturm ins Blut mir taucht; weil es Deine Tiefen so gefühlt. Doch wenn nun der Frühling wieder sprießt, o ich fühl's, ich fühl's, so stumm ich blieb, und im warmen Sturm der junge Trieb schwillt und schießt: wird mein Herz so wild, weil es Meere braucht, wenn der Sturm ins Blut mir taucht, weil es so in alle Weiten fühlt. Hast es doch gewußt. Es war im Mai; als der schreckende Blitz uns rot umlohte, als ich meinem Bruder Donner drohte, wild und frei: gabst mir deine Hand, mein in Glut und Schmerz, sankest mir ans junge Herz, unten tief das ferne deutsche Land. Und wenn nun der Frühling blühen will und die wilden Blitze wieder glühn und im Sturm die Meere wieder sprühn: dann, o still! gieb mir deine Hand, Einmal noch ein Schmerz, Einmal noch ein deutsches Herz, dann – leb wohl, mein Weib, mein Vaterland.
Archipelagus der Liebe Es glüht das Meer, endlos vor mir gebreitet, Wie die Erinnerung an ros'gen Mai, Und jenes Segel, das darüber gleitet, Mich dünkt's, als ob mein eignes Herz es sei. Du unstet Fahrzeug dort, das schwank und irre Fern durch die Wogen steuert hin und her, Wer sagt mir wohl, wohin dein Segel schwirre In diesem weiten, inselreichen Meer? Welch Eiland einst dein Port aus all den blauen, Zerstreut im Spiegel abendrother Gluth, Wie Häupter holder Jungfraun anzuschauen Auftauchend aus dem Bade lauer Fluth? O dieses hier, auf diesen Flur von Rosen Der Abend jetzt auch seine Rosen streut, Daß Himmelsblüthen mit den ird'schen kosen, Und Erd' und Himmel glühn im Blumenstreit? Ob jenes dort, so stolz die Stirne tragend, Wenn Morgenroth drauf seinen Kuß gepreßt, Doch dessen goldner Felsenwall, hochragend, Den Kahn der Sehnsucht nimmer landen läßt? Ob jene Insel, die, daß sanft es lande, Manch Schifflein lockt, und lieblich anzusehn, Wenn Mondenglanz sich gießt auf ihre Strande Und goldne Stern' in Meer und Äther stehn? Ob es die blondgelockte, deren Felder In üpp'ger Saat hinfluthen helles Gold? Die schwarzgelockte, der ein Kranz der Wälder Wie lindes Haar reich um die Schultern rollt? Wer sagt es mir, wohin dies Segel schwirre, Und ob's ein Schiff auch, was dort treibt umher? Ob's nicht vielleicht mein Herz, das schwanke, irre, Durchschiffend der Erinnrung blaues Meer?
Alter Glückszettel Zwischen Hetzen und Hasten, In Lärmen und Lasten, Von Zeit zu Zeit Mag gerne ich rasten In Nachdenklichkeit. Fliege, fliege, mein Denken, zurück, Suche, suche: in heimlichen Ecken Dämmergrauer Vergangenheit Mag wohl von verklungenem Glück Blinkend ein Blättchen stecken. Und ich suche in meinem Andenkenkasten. Zwischen Bändern und Briefen, die lange schliefen, Aus trockenen Blumen und blassen Schleifen Will ich mir was Liebes greifen. Da fand einen Zettel ich, bleistiftbeschrieben, Der hat mir die Wärme ins Herz getrieben. Was stand denn da? Von meiner Hand; I mag Di gern leid'n; Du: Magst Du mi aa? In schmächtigen Zügen darunter stand: Ja. In Lärm und Last, In zager Zeit War mir ein Gast Aus Glückseligkeit Dies kleine Ja der Vergangenheit.
Liebe soll ein niedres Herz erheben, Ein hohes aber nicht herunterziehen.
Versteckte Jasminen Mädchen, was hast du, was ist dir begegnet, Hat dir der Tag heut die Laune verregnet, Siehst so betroffen und wunderlich aus. Guck mir ins Auge, und häng nicht das Köpfchen, Soll ichs von hinten her hoch ziehn am Töpfchen, Mädel, was ist denn, so sprich dich doch aus. Wird sie verlegen ganz, greift in die Tasche, Bleibt ihr die Hand dort, ein Fisch in der Masche; Endlich, Jasminen, wie sind sie mir lieb. Blitzend dann lacht sie: Ich hab sie gestohlen, Mußte sie heimlich vom Park her holen, Hast sie so gern ja, und hier steht der Dieb. Lachen wir beide, der Weg ist gefunden, Fliegende Freuden und flatternde Stunden, Süßes Geplapper, Getändel und Kuß. Ward doch im Leben aus Liebe, aus Liebe Einmal auch meinethalb jemand zum Diebe; Galgen und Rad sind nicht immer der Schluß.
Wenn zwei Menschen zugleich anfangen, einander zu lieben, das ist ein großes Glück. Ein noch größeres Glück aber ist, wenn beide auch zu gleicher Zeit aufhören, einander zu lieben.
Erstes Begegnen Erstes Begegnen –, glückliche Stunde! Da ich sie sah, war ich selig verloren, Alle Gedanke sind mit ihr im Bunde, Leib und Seele mit ihr verschworen, Nichts kann mich lösen aus ihrem Bann. Ihre Schönheit und Güte, die haben's gemacht, Und ihr roter Mund, der so lieblich lacht. Ich habe Sinne und Seele gewendet An die Geliebte, die Gute, die Reine. Mag an uns beiden werden vollendet, Was ich im stillen erhoffe und meine. Was ich auf Erden an Freuden gewann, Ihre Schönheit und Güte, die haben's gemacht, Und ihr roter Mund, der so lieblich lacht.
Naturbeschreibung Manches Antlitz ist ja sauber, Manches Kind so übel nicht, Doch es fehlt der süße Zauber, Der sogleich zum Herzen spricht. Auf mein Mädchen paßt das nicht! Ihr Gesichtchen das ist sauber, Ihr Gesichtchen hat den Zauber, Welcher Leib und Seel' umflicht. Manches Kind mit rothem Munde Spricht gar klüglich hübsch und fein; Kommt nur nicht vom Herzensgrunde, Dringt auch nicht zum Herzen ein. Auf mein Mädchen paßt das nicht! Jeder Laut der süßen Kehle Ist ein Stückchen ihrer Seele, Mich ergreift, was sie nur spricht. Manches Mädchen mag man leiden, Manchem Kinde ist man gut, Aber muß man morgen scheiden, Wird nicht trüber drum der Muth. Auf mein Mädchen paßt das nicht! Sollt' es einmal mir geschehen, Daß ich von ihr müßte gehen, Sicher mir das Herz zerbricht.
Liebst du einen Menschen, ohne Gott in ihm zu lieben, das heißt das Gute, so erwartet dich nur Enttäuschung und Leid.
Treue Liebe Es schallten muntre Lieder Hell durch den Fichtenwald, Es kam ein muntrer Reiter Zum Försterhause bald. Frau Muhme, guten Morgen, Wo bleibt die Liebste mein? – Sie lieget, krank zum Sterben, Im obern Kämmerlein. Er stieg in bittern Tränen Die Treppe wohl hinauf, Er hemmte, vor der Türe Der Liebsten, ihren Lauf. Herein, herein, Geliebter, Zu schmerzlichem Besuch! Die heim du holen wolltest, Deckt bald das Leichentuch. Sie schläft in engem Sarge, Drauf liegt der Myrtenkranz; Du wirst nicht heim sie führen, Nicht bei Gesang und Tanz. Sie werden fort mich tragen, Und tief mich scharren ein, Du wirst mir Tränen weinen, Und eine andre frein. – Die du mich nie betrübet, Du meine Zier und Lust, Wie hast du jetzt geschnitten Mir scharf in meine Brust! Drauf sahen zu einander Die beiden ernst und mild, Verschlungen ihre Hände, Ein schönes, bleiches Bild. Da schied sie sanft hinüber, Er aber zog zur Stund Das Ringlein sich vom Finger Und steckt's in ihren Mund. Ob er geweinet habe, Als solches ist geschehn? – Ich selber floß in Tränen, Ich hab es nicht gesehn. Es gräbt der Totengräber Ein Grab, und noch ein Grab: Er kommt an ihre Seite, Der ihr das Ringlein gab.
Die Brautwerbung Der Vater mit dem Sohn zur Tenne geht. Da kniet der Sohn auf eine Garbe hin, Und löst das Band; da breitet's flach sich aus; Breitbeinig stehn die beiden nun, im Takt Die Flegeln fallen nieder auf das Stroh. Und wie es klippt und klappt, da springt das Korn; Zur einen Seite wird das Stroh gehäuft, Zur andern wird das Korn gefegt. Der Vater auf den Flegel steht gestützt, Und schaut, wie rasch der Sohn den Besen schwingt. Da sagt er still: "So werd ich denn nun alt; Auch deine Mutter ist nun müde schon, Und eine junge Frau gehört ins Haus." Dem Jüngling flammt die Röte ins Gesicht Bis hin zum Haar; er fegt das Korn und schweigt. Der Vater spricht: "Du bist ein guter Mann. Ich habe deine Mutter lieb gehabt. Im Gottesacker ruht mein Vater nun. Er war ein guter Mann. Auf unserm Hof Die Männer waren immer gut und Fraun. Ich weiß es wohl, wohin dein Herz dir steht. Ich habe nie ein Wort gesagt zu dir. Zu schämen brauchst du nicht dich deiner Wahl. Mit meinem Segen führst die Braut du heim." Wortlos den Besen in die Ecke stellt Der junge Mann, die neue Garbe wirft Und bindet auf, den Flegel nimmt zur Hand; Der Vater hebt und klippt den ersten Schlag, Es klappt der Sohn den zweiten Schlag; nun geht Im Takt das Dreschen weiter bis zum Schluß. Am Feierabend aber steht am Zaun Das Mädchen, mit dem Schürzenbunde spielt, Und auf dem Weg vor ihr der Bursche steht. Die Wange wird ihr rot, die Träne steigt Ihr zum gesenkten Auge. Ihren Blick Erhebt sie da und sagt zu ihm: "Ich will."
Reiche Beschäftigung Abends, wenn ich zur Ruhe geh', Denk' ich an meine Grete, Morgens, wenn ich früh aufsteh' Mach' ich's, wie Abends späte. Zwischendurch so am Vormittag, Denk' ich, was sie wohl treiben mag. Mittags- aber und Vesperzeit Sind dem Gedanken an sie geweiht. Sagt mir nun um des Himmels willen, Wo bleibt mir Zeit, meine Akten zu füllen? "Ei so setze die Nacht daran, Nachts man trefflich schaffen kann." Ja wie sollt' ich die Nacht versäumen? Muß doch von meiner Grete träumen.