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26202 Sprüche gefunden

Du darfst Deine Lieb' nicht zeigen Und bist mir dennoch treu! Du darfst nie werden mein Eigen Und fühlst doch keine Reu'. Denn Deiner Seele Saiten Sind so auf meine gestimmt, Daß sie über alle Weiten Der meinigen Ton vernimmt. Und wenn sie auch nicht das Leben Auf eine Harfe schlang, Sie schwingen doch gleich und geben Zusammen nur einen Klang.

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Die Liebe: Die letzte und die schwerste Kinderkrankheit.

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Hält eine Liebe an, so deswegen, weil noch etwas in uns unbefriedigt ist.

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Liebeserwachen Heißet ihn gehen; Er soll nicht sehen, Wie meiner Jugend er's angetan Ich lebte zufrieden, Hätt er mich gemieden; O, daß ich ihn nicht meiden kann! Daß alle Gedanken Um ihn sich ranken, Den trotzig-übermütigen Mann. Ich sollte ihn fliehen, Und fühle mich ziehen Mit tausend Banden zu ihm hinan.

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Sonnenstrahlen Fällt ein Sonnenstrahl ins Zimmer, Pflegt ein Wunder zu geschehen. Stäublein leuchten auf im Schimmer, Die zuvor kein Mensch gesehen. Gleiche Wunder wirkt die Liebe, Ihre Macht kennt keine Grenzen. Wo da walten ihre Triebe, Fängt der Staub selbst an zu glänzen. Was zuvor kein Mensch beachtet, Was sich schüchtern barg im Dunkeln; Was die große Welt verachtet, Fängt nun an wie Gold zu funkeln.

Dechent, Was mich das Leben gelehrt, 1927

Klammerst du die Liebe aus, ist die Erde ein Grab.

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Die Bestandteile der echten Liebe sind zwei: Die erotische Anziehung und die zärtlichen Gefühle, welche aber so funktionieren, daß sie die erotische Anziehung zurücktreiben.

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Du wirst mich immer lieben. Ich verkörpere alle deine Sünden, die du begehen wolltest und den Mut dazu nicht hattest.

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Deine Augen haben mir's angethan, Mit dem hellen, freundlichen Leuchten, Deine Augen haben mir's angethan, Die Kummer und Sorgen verscheuchten. Deine Augen haben mir's angethan, Mit dem sanften Drängen und Bitten, Deine Augen haben mir's angethan, Sie haben den Sieg Dir erstritten. Deine Augen haben mir's angethan, Mit den unergründlichen Blicken. Deine Augen haben mir's angethan, Sie wollen den Sinn mir berücken. Deine Augen haben mir's angethan, Als Deine Gefangene seh' ich mich an, Deine Augen tragen die Schuld daran, Deine Augen haben mir's angethan.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Die Liebe beginnt mit den Augen.

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Liebe macht das Leben wichtig.

Ringelnatz, J., Gedichte. Gelegenheitsgedichte. Aus: An meine Gratulanten (11. August 1933)

Gott ist nicht Liebe. Liebe ist nur eine der Offenbarungen Gottes, aber der Mensch ist Liebe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Die treue Maus (Er drahtet an Sie:) Schickte gestern abend Dienstmann, Aber ach, er traf dich nicht. Treppe dunkel, Tür verschlossen, Alle Fenster ohne Licht. Mußte mich vergebens sehnen Nach dem lieblichen Gesicht; Drahte mir, wo du gewesen, Ungetreuer kleine Wicht. (Antwort:) Gestern zum Souper gewesen, Fünftes Regiment zu Fuß, Heute schreibt mir mein Dragoner, Der durchaus mich sprechen muß. Morgen, wenn das Wetter günstig Fahr ich mit Herrn Drücker aus, Übermorgen disponibel – Deine stets getreue Maus!

Bern/Zoozmann (Hg.), Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, Erstauflage hg. von Maximilian Bern, spätere Auflagen neu bearbeitet und hg. von Richard Zoozmann, 3 Bde., 1924-29 (EA: 1902)

Dieser Zauber, den man in den anderen zu finden glaubt, der existiert nur in uns, und die Liebe allein ist es, die das geliebte Wesen so verschönt.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Die klassische Musik der Liebe ist in Dur, die romantische in Moll.

Hofmannsthal, Buch der Freunde, 1922

Pygmalion An diesen Lippen, diesen Augen Die Welt vergessend, hinzuhangen Und aus den rosenroten Wangen Des Lebens Überfluß zu saugen An dieses Busens reiner Fülle Die Schmerzen meiner Brust zu wiegen Und auf des Schoßes Fried und Stille Mit tränenmüdem Haupt zu liegen Das war mein Wunsch – das ist mein Grämen – Und soll mir doch kein Schicksal nehmen.

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Liebe ist das probateste Mittel, das Schamgefühl zu überwinden.

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Niemals sind wir so verletzlich, als wenn wir lieben.

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In der Liebe hat der erste Blick die Magie des zweiten Gesichts.

Balzac, Tante Lisbeth (La Cousine Bette), 1846

Was du mir bist Was du mir bist, mein schönes Kind? Nach langer Winternacht Der erste Maientag – Die erste Knospe, die erwacht Im Blütenhag, – In blauen, lauen Lüften lind Der erste Lerchenschlag. Mein gutes Kind, was du mir bist? Was dem, der pfadberaubt, Die Rast, das Wanderziel, – Was dem verfehmten Haupt Ein traut Asyl, – Was dem ein Samariter ist, Der untrer Mörder fiel!

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Jedes wahrhaft große Gefühl kann edel und fruchtbar sein, der Haß geradeso wie die Liebe; er muß nur frei sein von den unsaubern Elementen der Selbstsucht, des Neides, der Rachsucht und der Feigheit. Von wie viel Elementen aber muß erst die Liebe gereinigt werden, um als wahrhaft selbstlos gelten zu dürfen?

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927