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26202 Sprüche gefunden

O so Lipp' an Lippe hängen dürfen eine lange schöne Ewigkeit, aus des ander'n Atem Süße schlürfen für die Bitternis der argen Zeit. Nichts mehr reden, sondern nur noch lauschen, wie des ander'n Herzschlag schneller geht – und in allen Gliedern dieses Rauschen, das Gesang ist und zugleich Gebet.

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In deiner Seele klarem Leben Da ruht mein wahres Glück allein, Die Ferne kann mir Freude geben, Mit Dir nur kann ich selig sein. In Deines Geistes raschen Flügen Trägt leicht das schwere Leben sich – Das Andre kann mir wohl genügen – Du nur allein befriedigst mich! Aus Deiner Liebe tiefen Quellen Strömt eine Kraft, die mich erhebt, Auf deren lichtumsäumten Wellen Mein Lebensschiff vorüberschwebt !

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Frage nicht Wie sehr ich dein, soll ich dir sagen? Ich weiß es nicht und will nicht fragen; Mein Herz behalte seine Kunde, Wie tief es dein im Grunde. O still! ich möchte sonst erschrecken, Könnt ich die Stelle nicht entdecken, Die unzerstört für Gott verbliebe Beim Tode deiner Liebe.

Lenau, N., Gedichte

Für die nun, welche mehr durch Gefühl als durch Interessen leben, für die, welche mehr Seele und Blut als Verstand und Lymphe besitzen, bedeutet eine wirkliche Liebe einen vollständigen Wandel ihres Daseins.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Führe ich mir nochmals die Freuden der Liebe vor Augen, dann nur, um desto lebhafter den Schmerz zu empfinden, ihrer beraubt zu sein.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Nimm mir Alles, falsches Glück, Gieb mir Täuschung, Freud' und Schmerzen; Eines bleibt mir doch zurück: Hohe Lieb' in treuem Herzen. Deinem Zorn erbeb' ich nicht, Klage nicht um Ruhm und Freude; Muthig ist, wie Morgenlicht, Lieb' im Leide. Was sie schenkte, was sie nahm, Alles ist mir lieb und theuer, Und ihr tiefster, längster Gram Macht mich kühner nur und treuer. Gern erduld' ich ihre Noth, Lächle, wenn ich mich betrübe; Freundlich ist, wie Abendroth, Leid in Liebe.

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Der Garten der Liebe Ich begab mich zum Garten der Liebe und sah, was noch nie ich gesehn: Eine Kirche erricht' in der Mitte, wo ich pflegte spielen zu gehn. Und die Pforte der Kirch' war verschlossen und – Du Sollst Nicht – graviert überm Tor: So ging ich zum Garten der Liebe, wo Blumen blühten zuvor. Und ich sah ihn gefüllt mit Gräbern und statt Blumen Grabsteine nur, wo schwarze Pastoren, dem Rundgang verschworen, mit Dornzweigen fangen mein Lust und Verlangen.

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Entzückende Marter und wonniges Weh! Der Schmerz wie die Lust unermeßlich! Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt, Verwunden die Tatzen mich gräßlich. Die Nachtigall sang: »O schöne Sphinx! O Liebe! was soll es bedeuten, Daß du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten? O schöne Sphinx! O löse mir Das Rätsel, das wunderbare! Ich hab darüber nachgedacht Schon manche tausend Jahre.«

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827. Aus: Vorrede zur dritten Auflage

Namenlos Eines Abends denk' ich vor allen, Denke seiner genau, wehmütig-stolz Und in jubelnder Demut – Stille war's im Gemach, Singendes Schweigen; Der Schein der Lampe fiel so klar und mild Über die feinen schönen Züge; Und ich sah – doch nicht, daß das Licht Über die feinen, schönen Züge fiel – Nein! es war, als wiegte meine Seele In schaffender Macht das Antlitz Hervor aus des Lichtes schauerndem Strom. Und die Augen sahen auf mich so sehnsuchtsmilde, Daß mein Gedanke in seltsamem Mute raunte, Ich sei wert zu besitzen ... Dann traten die Züge in den Schatten. Kein Wort ward gesprochen, Worte waren zu schwer für meine Gedanken; Und kein Handdruck gewechselt, Denn ich wußte mir nicht, daß ich da war. Und doch weiß ich, wir zwei, wir gehören zusammen, Daß nichts uns jemals scheiden kann, War jene Sekunde auch unsere letzte Begegnung.

Jacobsen, J. P., Gedichte. Übersetzt von Otto Hauser 1912

Wer kann mit der Zunge die Herzen bezaubern, Ohne selbst in der Seele bezaubert zu sein?

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Erziehung zum Seelenfrieden Ich sucht' ein heilsam Kräutchen Mir jüngst für Herzensweh. Da sah ich zwei Liebesleutchen In einer Pappelallee. Sie schritten so weltvergeßlich, Treu Hand von Hand geführt, Und waren beide so häßlich Und beide so gerührt. Sie waren von ihrem Lose Beglückt und voll Vertraun – Er trug 'ne karrierte Hose, Just wie ein Zirkusclown. Ihr Blick war voller Süße, Der Abend war hell und schwül. Sie hatte platte Füße Und einen Ridikül. Das war ein Gliedergezappel, Die Herzen zwickte der Mai – Sie hielten mich für 'ne Pappel Und gingen selig vorbei. Ich stand am Straßengraben Und schaute, wie das ging; Sich gar so lieb zu haben Ist doch ein schönes Ding! Und was die Dichter schwappeln Von Hollerbusch und so, Es wird auch unter Pappeln Noch mancher herzensfroh. Und wer nicht grad' nach großen Und seltnen Freuden strebt, Hat in karrierten Hosen Bescheidnes Glück erlebt.

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Die Liebe ist der Lohn der Liebe.

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Bald erkannte ich, daß der Zauber der Liebe seinen Grund in den Vorzügen der Seele hat, daß nur sie allein ihren Überschwang hervorrufen und sie rechtfertigen können.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

O süße Morgendämmerung der ersten Liebe mit deinem Thränentau und deinen Ahnungsschauern!

Stahl, Ein weiblicher Arzt, 1863

Du hattest Furcht Der süßen Träume einer – flüchtigster –, du mir zur Seite – Mangoblütenduft  in schweren, dichten Wellen um uns her. Aus deiner Seele drang ein leiser Ton, ein Aeolsharfenton –, auch meine Seele, sie sang ihn mit! Nacht sank herab, die Blüten flammten auf im Kelchglas – meine Sehnsucht wuchs!   Dann kamst du wieder –, deine Seelentür war mir verschlossen – und es starb ein Glück noch in der Knospe! Du hattest Furcht vor mir und vor der Liebe!

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Liebe ist Hingebung, Hingebung aber ist nur möglich, wenn man aus sich selber herausgeht.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Zweiter Teil. Die ästhetische Gültigkeit der Ehe. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Zu sagen, daß du einen Menschen dein ganzes Leben lang lieben wirst, ist, als würdest du sagen, daß eine Kerze für den Rest deines Lebens brennen wird.

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Um das Höchste muss manringen, Nicht geschenkt wird's, nicht erharrt.

Duller, Gedichte. Aus: Geistermahnung

In deiner Stimme bebt ein Klang, Der mich so tief erschüttert, Daß mir im Auge, selig bang, Die Thräne glänzt und zittert. Ich frage nicht: Wird mir dein Wort Schmerz oder Glück bereiten? Der süße Ton hallt in mir fort Für alle Ewigkeiten!

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Wüßt ich das Lied, das ihn bannt, das ihn zwingt Wüßt ich das Lied, das ihn bannt, das ihn zwingt, an mein armes, einsam verloderndes Herz, das durch alle Fernen hinüberklingt, durch alle Türen – durch Panzer und Erz. Das dem einen Mann in die Seele dringt, dem einzigen, der für mich nur erdacht –, der einsam wie ich – mit der Sehnsucht ringt, nach mir die Arme reckt – Nacht für Nacht. Wo ist das Lied – das ihn zu mir zwingt, aus der Einsamkeiten ewigem Schnee, das ihm die Ebenbürtige bringt, Genossin seiner leuchtenden Höh? Wüßt ich das Lied, das ihn zu mir reißt, wüßt ich zu seiner Kammer den Weg, furchtlos durch Steppen totvereist fänd ich, auch über Höllen, den Steg!

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Alte Liebe rastet nicht.

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