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26202 Sprüche gefunden

Die Liebe ist eine Geisteskrankheit, bei der man an der fixen Idee leidet, jemanden für's Leben besitzen zu müssen, der uns bis dahin völlig gleichgültig war, und nach dem Besitz noch gleichgültiger werden wird.

Weber, Frech und froh. Gereimte Satiren, 1906

Lieb' im Glück und Lieb' im Leid Lieb' im Glück, du bist die Rose, Die, getragen von der Flut Duft'gen sonnenklaren Weines, Auf dem goldnen Becher ruht; Lieb' im Leide, du der Tropfen, Der dem Balsamstrauch entquillt, Und der, reich an milden Kräften, Wunden kühlt und Schmerzen stillt.

Sturm, J., Gedichte, 1850

Wohl lindert die Schmerzen Allmutter Natur, Doch Heilung im Herzen Bringt Liebe uns nur.

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903

Liebe Liebe, wie leise sie spreche, sie spricht unaufhörlich fürs Herz hin! Liebe die nichts opfert und die nicht leidet, – ist lieblos! Treue der Liebe! du fließest in Gottes-Schoß, aus dem Herzen! Liebe, dein Accent ist ein Laut aus dem himmlischen Licht-Reich! Liebe, du bist ernst und froh und duldsam und tätig! Tod zerstört nicht die Lieb', – "er entflammt zur Unsterblichkeit sie nur". Liebe, bezahlt alles – und bleibt doch immer der Schuldner! Liebe, dein Schweigen ist schön, – und lieblicher oft, als dein Sprechen! Liebe genießt: im Entbehren, im Wirken, im Leiden für Andere! Liebe, deine Kraft ist leis' oft, dennoch Allwirksam! Was die Liebe vereint, das trennet kein trennendes Schicksal! Liebe! du wirst einst die Liebenden Alle vereinen!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Warum stechen denn durch alle unsre Bündnisse Schmerzen, und warum blutet das Herz wie seine Adern am reichsten, wenn es erwärmt wird?

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Zweiter Band. 12. Jobelperiode. 59. Zykel

Aber wenn das Schicksal zwei verschlungene Hände auseinander reißt, erwacht oft die Leidenschaft, die schlummernd und verborgen lag, mit all ihren Schmerzen, und wächst höher und wird stark, wie der Tod, denn die Blume der Liebe will mit Thränen begossen sein.

Gubitz (Hg.), Gaben der Milde, 4 Bde., 1817-18

Lieben ist bei vielen Menschen nur eine kurze Episode ihres Lebens, eine Handlung, wie jede andere auch. Doch Menschen gibt's, deren Lieben ist ihres Lebens Erfüllung.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Du suchst umsonst auf irrem Pfade Die Liebe du im Drang der Welt, Denn Lieb' ist Wunder, Lieb' ist Gnade, Die wie der Tau vom Himmel fällt.

Geibel, E., Gedichte. Aus: Minnelied

Lied Wenn du dein Haupt Zur Brust mir neigst Und die Hände mir fassest Und stehst und schweigst; Wenn mir dein Hauch Die Stirn umweht, Dann überkommt's mich Wie Gebet. Mir ist, der Himmel Seh' darein, Und es müsse sein Segen Mit uns sein.

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Kein Wort mehr! Kein Wort mehr will ich sagen Von dem, was mich bewegt, Will alles stille tragen, Was du mir auferlegt. Kein Wort mehr will ich sagen, Wie mir’s im Herzen brennt; Die Stunde hat geschlagen, Die uns für immer trennt. Kein Wort mehr will ich sagen, Nur einst nach langer Zeit, Da werd’ ich kommen und fragen Nach deiner Seligkeit.

Haushofer, M., Gedichte, 1864

Spaziergang Sie wandeln durch des Waldes Grün. Vögel singen und Blumen blühn. Ein blasser Mann und ein stilles Kind Sie schlürfen durstig den Frühlingswind. Und der Knabe bleibt verwundert stehn: "Ich glaub, ich kann die Mutter sehn." Sie starren in das junge Grün … Vögel fliegen und Blumen blühn.

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Du sollst das Glück mir nicht zerstören Du sollst das Glück mir nicht zerstören, Das unbewußt du selber bist; Ich will von dir das Wort nicht hören, Das nicht die Liebe selber ist. Und irrt mein Herz, so laß es irren; Es findet seine Heimat doch Und kann durch dieses Lebens Wirren Froh singen, denn es liebet noch. Für seinen Irrtum büßt es nimmer – Denn hat es nicht gebüßt genug? Im Mondlicht ist nur Sonnenschimmer. Und doch erfreut uns dieser Trug.

Fallersleben, H., Gedichte

Nicht die Liebe, die wir empfangen, macht das Herz warm, sondern jene, die wir geben.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Wer achtlos die Liebe von sich stößt, den meidet sie fürs ganze Leben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Spätes Glück Es hat ein Blümlein Tag für Tag Sich nach dem Glück gereckt, Die liebe Sonne fand es nicht, War gar zu tief versetzt. Erst, als der Sichel blanker Stahl Die Gräser rings gemäht, Hat’s warm der Sonnenschein geküßt – War aber viel zu spät.

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900

Todeswege Über meinem Haupte deine Hände, Deine Liebe über meinen Wegen – Und doch führen sie der Nacht entgegen, Und ein Grab ist unsres Wanderns Ende! Laß uns, Liebster, in die Sonne schauen, Goldnes Licht und Lust und Freiheit trinken Und dann selgen Augs hinüber winken Zu den stillen, sonnenlosen Auen. Daß, wenn wir vom Lichte scheiden müssen, Noch ein Traum die lange Nacht durchglühe, Und Erinnerung das Grab umblühe Mit dem Rosenflor von deinen Küssen.

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900. Originaltext

Todtes Glück Als unsre Liebe noch blühend war, Haben wir unter den Zweigen gesessen, Hand in Hand, und die Sonne lag Wie eine Krone über dem Tag. Welk ist die Liebe – der Wintersturm Pfeift mir ein trotziges Lied vom Vergessen. Meine weinende Seele spricht:Leidenwill ich – vergessen nicht!

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900. Originaltext

Bist du das weite Meer meiner Seligkeit? Wird mir Schweigen werden in deinem Frieden und ich geklärt mich wiederfinden in deiner Seele Spiegel?

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Ein Ideal, der Sonne vergleichbar, Stets unerreicht und unerreichbar, Das, das ist die Liebe, die Krone des Strebens, Die höchste Wonne des Erdenlebens!

Kneschke (Hg.), Deutsche Lyriker seit 1850, 1868. Aus: Was ist Liebe?

Die Liebe ist ein himmlischer Rausch, Ein gottbeseligter Seelentausch.

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880

Süße Liebe! deine Rosenauen Grenzen an bedornte Wüsteneien [...].

Matthisson, F., Gedichte. Aus: In den Ruinen eines alten Bergschlosses