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Es bedarf einer beträchtlichen Verdorbenheit oder Weite des Herzens, um alles lieben zu können.
Zwischen zwei Personen desselben Alters gibt es keinen andern Verführer als die Liebe.
Es goß mein volles Leben Sich selig vor dir aus, In Arme magst du's heben Und tragen in dein Haus. All Leid und alles Wissen Ihm abgeworfen sind, Es harret deiner Winke, Es ist nur wie ein Kind. Es will dich ganz umschlingen, Tauchen ins Auge dein Und trunken bei dir singen: "Wir werden Eines sein."
Wenn mir sonst nichts übrig bliebe, Alles mir die Welt geraubt, Und es bliebe mir die Liebe: Selig, wer an Liebe glaubt!
Ein Blick in deine Augen Ein Blick in deine Augen Ist wie ein Blick in's Meer hinaus: Die Tiefe ruht, darüber hin Geh'n Wellenschlag und Sturmgebraus. Ein Blick in deine Augen Ist wie ein Blick zum Himmelszelt: Das lächelt klar und still herab Auf die verworr'ne, trübe Welt. O Meer, in deiner Tiefe Laß mich versenken alles Leid! O Himmel, meiner Seele gib Den Abglanz deiner Heiterkeit!
Wenn der Mensch vor dem Meere und auf Gebirgen und vor Pyramiden und Ruinen und vor dem Unglücke steht und sich erhebt, so strecket er die Arme nach der großen Freundschaft aus. – Und wenn ihn die Tonkunst und der Mond und der Frühling und die Freudentränen sanft bewegen, so zergeht sein Herz, und er will die Liebe. – Und wer beide nie suchte, ist tausendmal ärmer, als wer beide verlor.
Um ein sanftes Herz zu rühren, Das noch nicht in Lieb' erwacht, – Mußt du zart die Flamme schüren, Bis sie langsam angefacht. Aber ist es dir gelungen, Dann halt' sorglich dich zurück; Denn das Herz will ungezwungen Schaffen sich sein eignes Glück. Prüfen muß es selbst das Glühen, Ob es ganz die Brust durchdrang; Liebe kann nur rein erblühen, Formt sie still sich ohne Zwang.
Es ist eine traurige Erkenntnis, die einem oft wird, daß man trotz viel und aller Liebe doch nicht das tut, was diese möchte und erstrebt, weil es häßliche, echt menschliche Widersprüche im Herzen gibt.
Gerne opferten wir unsere Liebe für des Geliebten Glück, aber das Herz duldet es nicht, es verlangt Gegenliebe.
„Wie Neigungen entstehen und wie sie vergehen, das istmeinGeheimnis.“
„Das Bedürfnis, geliebt zu werden, ist verbreiteter, als das Bedürfnis, zu lieben.“
Nicht genug Ich liebe dich, doch nicht genug Für deine Seele, deine süße. Ich hab' ja Augen nicht genug Für ihre tausend stummen Grüße. Nicht Hände habe ich genug, Um Glück, nur Glück, dir zuzutragen, Und habe Atem nicht genug, Um soviel Liebe auszusagen!
Bitteres Gedenken Rosen ging ich aus zu pflücken, Morgens, da der Tag erwacht, Und im Pflücken und im Bücken, Immer hab' ich Dein gedacht. Dein gedacht' ich, mein vergaß ich, Nicht vor Dornen auf der Hut, Und ein Dorn, ein böser, stach mich In den Finger bis aufs Blut. Immer denk ich jener Stunde Und ich weine, wenn ich's thu', Daß mir solche bittre Wunde Dein Gedenken fügte zu.
Bei einem Paar ist immer ein Teil Tyrann. Wie kommt das? Am häufigsten liegt das daran, daß die Liebe nicht auf beiden Seiten gleich ist; der Teil, der mehr geliebt wird, gefällt sich darin, seine Macht zu erproben […].
Jahre verschwinden wie Tage – wie Augenblicke! o laß uns Jedem Jahre Ewigkeit geben, jeglicher Stunde Was, das keine Zeit, kein Zufall ihr oder Tod raubt! Leben laß uns, zehnfach leben durch Glauben und Liebe! Liebe unsterblich uns macht, unsterblich der Sterblichkeit Tage!
Neue Liebe Herz, mein Herz, warum so fröhlich, So voll Unruh und zerstreut, Als käme über Berge selig Schon die schöne Frühlingszeit. Weil ein liebes Mädchen wieder Herzlich an mein Herz sich drückt, Schaust du fröhlich auf und nieder, Erd und Himmel dich erquickt. Und ich hab die Fenster offen, Neu zieh in die Welt hinein Altes Bangen, altes Hoffen! Frühling, Frühling soll es sein! Still kann ich hier nicht mehr bleiben, Durch die Brust ein Singen irrt, Doch zu licht ist mir's zum Schreiben, Und ich bin so froh verwirrt. Also schlend'r ich durch die Gassen, Menschen gehen her und hin, Weiß nicht, was ich tu und lasse, Nur, daß ich so glücklich bin.
Ach, die Liebe gibt uns Leben Und das Leben gibt uns Leid, Aber Leid und Liebe geben Uns des Himmels Seligkeit!
Ist Lieben Schuld, so mag der Himmel mir verzeihen!
Liebet! Die Lieb' ist der schönste der Triebe, Weiht nur die Unschuld die heilige Glut. Aber dann liebt auch mit weiserer Liebe Alles, was edel und schön ist und gut.