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26202 Sprüche gefunden

Liebe leidet nicht, Gesellen, Aber Leiden sucht und hegt sie; Lebenswoge, Well auf Wellen, Einen wie den andern trägt sie. Einsam oder auch selbander, Unter Lieben, unter Leiden, Werden vor- und nacheinander Einer mit dem andern scheiden.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 1, 1820

Als Weib haßt sie mich – als begabtes Weib fürchtet sie mich – und als guter Kopf – liebt sie mich.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Das Tagebuch des Verführers. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Was wir Liebe nennen ist alles Mögliche, nur meist nicht Liebe.

Fontane, T., Briefe. An seine Tochter Martha (Mete), am 13. März 1888

… Die Torheit nütze Zur Sühne dem Amor als Stab und Stütze, Sie habe ihm immer zur Seite zu schreiten Und jeden seiner Schritte zu leiten.

La Fontaine, Fabeln (Fables choisies, mises en vers par M. de La Fontaine), 1668. Amor und die Torheit

Weisst du, ich will mich schleichen leise aus lautem Kreis, wenn ich erst die bleichen Sterne über den Eichen blühen weiß. Wege will ich erkiesen, die selten wer betritt in blassen Abendwiesen – und keinen Traum, als diesen: Du gehst mit.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1897

Daß Bäume zweimal Blüten treiben In einem Lenz – geschieht nicht oft!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1897

Die Liebe und die Gegenliebe spielen die vielhändige Ouvertüre zu jeder innigen Empfindung, die Gerechtigkeit deklamiert, recitiert und citiert, und das Glück singt seine große Bravourarie mit Begleitung des vollen Orchesters.

Saphir, Humoristische Bibliothek, 1864 (posthum). Dur- und Molltöne aus dem großen Konzerte des Lebens und des Schicksals, zum Besten der drei Blinden: »Liebe, Glück und Gerechtigkeit«. Originaltext

Man denkt oft, die Liebe sei stärker als die Zeit. Aber immer ist die Zeit stärker als die Liebe.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schloß Gripsholm, 1931. Drittes Kapitel

Vorgelesen den Symparanekrômenoi Abgeschworen mag die Liebe immer sein: Liebeszauber wiegt in dieser Höhle Die berauschte, überraschte Seele In Vergessenheit des Schwures ein.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Schattenrisse. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Ich habe sehr hohe Begriffe von der Größe und Würde des Menschen. Einem Triebe folgen, ohne den die Welt nicht bestehen könnte, die Person lieben, die mich zum einzigen Gesellschafter ausersehen hat, zumal da nach unsern Sitten diese Person sich durch tausend andere Dinge an unser Herz fest hängt, und unter den mannigfaltigen Relationen, von Ratgeber, Freund, Handlungskompagnon, Bettkamerade, Spielsache, lustiger Bruder, (Schwester klingt nicht) auf uns wirkt, das halte ich sicherlich für keine Schwachheit, sondern für klare, reine Schuldigkeit, und ich glaube auch, es steht nicht bei uns, ein solches Geschöpf nicht zu lieben.

Lichtenberg/Kries (Hg.), Georg Christoph Lichtenberg's vermischte Schriften, nach dessen Tode gesammelt und hg. von Ludwig Christian Lichtenberg und Friedrich Kries, 9 Bde., 1800-1806 (neue Ausgabe in 5 Bänden 1817). Über die Macht der Liebe, 1777

Jedes menschliche Wesenmussetwas lieben.

Brontë, Jane Eyre. Eine Autobiographie (Jane Eyre. An Autobiography), 1847

Das Lied der Liebe Oft trägt ein Herz mit Schweigen In sich schon lang Sein Lieben, wie die Geigen In sich den Klang. Bis endlich drüber gleiten Wird eine Hand, Die plötzlich alle Saiten Zum Spiele spannt – Und weckt das stumme Sehnen, Das drinnen schlief, Und läßt sie bebend tönen, So voll, so tief, So wild und doch so leise, So stark und müd – Es ist die alte Weise, Das alte Lied! Mein Herz hat es gesungen Wie Sturmgebraus! – Die Saiten sind gesprungen – – Das Lied ist – aus ...

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…die Liebe hat schon etwas Mysteriöses an sich … Es ist einfach eine Frage der Intelligenz, daß man die Wahl von Liebenden gar nicht erst diskutiert.

Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu), 7 Bde., Erstdruck 1913-27

Liebe Liebe ist wie alter Flammenwilder Wein; Liebe will mit Fürsicht Fein genossen sein. Tumbe nur und Toren Trinken sich zur Qual, Und mit langen Ohren Taumeln sie ins Tal. Doch der Zecher fürnehm Ist im Rausche rar. – So bleibt Lieb bei Liebe An die hundert Jahr.

Jacobowski, Leuchtende Tage. Neue Gedichte 1896-1898, Minden 1900

Demokratische Wut gegen das Besingen der Liebe – warum die Rose besingen, Aristokrat! besing die demokratische Kartoffel, die das Volk nährt!

Heine, Gedanken und Einfälle, in: Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine, hg. von Adolf Strodtmann 1869. III. Kunst und Literatur

Fannerl Hab dich doch lieb, Fannerl, Wenn die Sterne fallen, Wenn die Sonne steigt. Du duftest wie das Ried. Du bist frisch wie ein Taumorgen. Deine Hände betten mich an deine Brust, Als wäre ich dein Enkelkind. Unten im Gries Fliesst die Isar. Wollen wir Floss fahren Bis ins Meer? Tags ist es kühl bei dir Wie im Schatten der Leutaschklamm. Aber nachts Brennst du wie der Mittag auf den Karwendelsteinen. Wenn der Herbst kommt, Wenn ich weiter muss – Weine nicht, Fannerl.

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Unabsehlich ist das Meer der Triebe Zarter Neigung, zweifelhaft der Glanz, Der des Lebens Bahn erhellt; nur Gott kennt ganz Den Magnet der Liebe.

Bieling (Hg.), Auswahl des Besten, was vorzügliche Denker und Dichter über die höchsten Angelegenheiten des Menschen ausgesprochen haben, 1819

Alle hohe Liebe ist Geniesache, und der größte Genius ist die höchste Verkörperung der Liebe gewesen:L'Amor che muove il sole e l'altre stelle. (Schlusszeile von Dantes Göttlicher Komödie)

Kurz, Im Zeichen des Steinbocks. Aphorismen, 1905

Phantasten können ein Menschenalter zusammen mit einem Weibe gelebt haben, ohne daß sie wußten, wie sie eigentlich aussah. Das ist der Schlüssel zum Geheimnisse der aller Welt unverständlichen Liebschaften gewisser großer und genialer Männer zu unbedeutenden oder obskuren Frauen.

Gautier, Mademoiselle de Maupin, 1835

Wenn sanft von Rosenhügeln Der Tag nach Westen schleicht, Der Nacht mit Schlummerflügeln Und Sternenchor entweicht, Will ich die Liebe singen Auf der Theorbe hier, Mein Lockenhaar umschlingen Mit süßen Myrten ihr. Es soll dann widertönen In dieser Grotte Nacht Das Loblied meiner Schönen, Wenn nur die Quelle wacht. Und wenn vom Morgensterne Mir Wonne niederblinkt, Und sich die heitre Ferne Mit Rosenkranz umschlingt, Tön ich in kühlen Klüften Auch meiner Liebe Lied, Umtanzt von Blumendüften, Wenn aller Schlummer flieht, Und rund um mich erwachet Der Nachtigallen Chor Und jede Aue lachet Und jeder Hirt ist Ohr: Nein, Süßers als die Liebe Empfand kein Sterblicher, Was hie bevor war trübe, Wird durch sie lieblicher.

Novalis, Schriften, 4 Bde., hg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel, Leipzig 1929. Die Liebe

Liebe: Gib nicht mit Unrecht dem Zustand den Namen.

Musil, Kleine Prosa, Aphorismen, Autobiographisches, in: Gesammelte Werke in neun Bänden, 7. Band, hg. von Adolf Frisé, Reinbek 1978