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26202 Sprüche gefunden

Drei Bitten Drei Bitten hab' ich für des Himmels Ohr, Die send' ich täglich früh und spät empor: Zum ersten, daß der Liebe reiner Born Mir nie versiegt' in Ungeduld und Zorn; Zum zweiten, daß mir, was ich auch vernahm, Ein Echo weck', ein Lied in Lust und Gram; Zum dritten, wenn das letzte Lied verhallt Und wenn der Quell der Liebe leiser wallt, Daß dann der Tod mich schnell mit sanfter Hand Hinüberführ' in jenes beßre Land, Wo ewig ungetrübt die Liebe quillt Und wo das Lied als einz'ge Sprache gilt.

Geibel, E., Gedichte. Hundertste Auflage, Jubel-Ausgabe, Stuttgart 1884

Woher die Liebe stammt Als Gott der Herr die Liebe schuf, Da sah der Teufel zu! – Er sah es voller Neid und Grimm, Es ließ ihm keine Ruh, Er gönnte nicht dem Erdenkind Die süße Himmelslust Und nicht das reine, sel'ge Glück Der armen Menschenbrust! Da ließ er neid- und haßerfüllt Auch eine Lieb' entstehn, Daran die Kinder dieser Welt In Qual und Schmach vergeh'n! – So stammt als höchstes Erdenglück Die Lieb' aus Gottes Hand, Und ward zugleich als Seelenpein Vom Teufel uns gesandt!

Rochow, Erlebt, Erdacht und Mitempfunden. Gedichte, 1902

Gefährliches Spiel So fällt ein Stern in's Wellengrab Aus Himmels Herrlichkeiten, Wie jener Ring, den sie ihm gab, Um den jetzt Wogen gleiten! So fällt ein Engel, wie sie fiel, Der Liebe zu Gefallen! Das schwerste ist der Minne Spiel Doch von den Spielen allen.

Saxen-Hausen, Wandergrüße, 1890. Originaltext

O wähne nicht, es sey ein eitler Trug, Daß man sich hier nur im Erinnern übe, Und daß für dich, für Alle, die ich liebe, Mein Herz schon einst in schönern Welten schlug. Du weißt es selbst, als du sie einst gefunden, Die jetzt dein Herz in süßen Banden hält, Die jetzt für dich rings um die ganze Welt Mit Liebessinn den zarten Flor gewunden, Der größern Reiz dem Reize noch gesellt, Und hinter dem, was sonst, vom Licht erhellt, Bedeutungslos dem Geist vorbeigeschwunden, Durch die Magie der Dämmerung gefällt, Du weißt es selbst, wie dir's im Busen tagte, Wie, eh dein Herz so bang und sehnsuchtsvoll Der Reizenden sich zu entdecken wagte, Dir jeder Zug in ihrem Antlitz sagte: Sie ist's die einst dich selig machen soll!

Schulze, Vermischte Gedichte, 1820. Episteln

Der Liebe reiner Hauch weckt Gegenliebe und löscht des Hasses düstre Flammen aus.

Krais (Hg.), Klassisches Vergißmeinnicht. Denkblätter auf alle Tage des Jahres, ausgewählt aus deutschen Dichtern und Prosaikern, Stuttgart 1897

Wenn ich in Labyrinthe Des Sinnens mich verlor, Dringt plötzlich oft ein Seufzer Aus voller Brust hervor. Denn was ich auch betrieben, Bedünkt mich hohler Schein, Uns glücklich macht nur lieben, Ach, und geliebt zu sein?

Platen, Gedichte. Lieder und Romanzen, 1820

Die Wunderrose Die Rose, die du mir gegeben, Sie blühte lang an meiner Brust, Und hat es nicht gewußt Was ihr verlieh dies tiefe Leben. Daß nichts als Staub von ihr verbliebe, Wär' sie in Stunden fortgerafft; Sie sog durch Tage Daseinskraft Aus deiner Liebe!

Claar, Vom Baum der Erkenntnis, 1909

Die Liebe ist der Blick der Seele.

Weil, Attente de Dieu (Lettres écrites du 19 janvier au 26 mai 1942), Paris: Éditions Fayard, 1966

Mit reiner Liebe lieben, heißt in den Abstand einwilligen, heißt den Abstand verehren zwischen einem selbst und dem, was man liebt.

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Die Liebe ist das Unsichtbare.

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Nordische Kalypso Wo sie die Liebe vergibt und sich vergibt daß sie liebt wird sich die Göttin ergeben – darf ich mein Stück für sie leben. In ihr verschwiegenes Bereich warf mich die Welle herauf um zu erfüllen mein Los: Tod und Liebe sind gleich. Tod und Liebe sind groß. Tod und Liebe stehn auf. Liebe gebietet dem Tod.

Binding, Sieg des Herzens. Gedichte, 1937

Tanz Wenn du dein Köpfchen an mich legst, Dann hör' ich kaum die Geigen spielen. Ich seh nur dich und kann nur fühlen, Wie du mich ganz in Händen trägst. Und weiß nicht hin mit meiner Lust, Denn selig strömen jetzt zusammen Zwei Herzen und zwei goldne Flammen, Und heimlich drängt sich Brust an Brust…

Jacobowski, Leuchtende Tage. Neue Gedichte 1896-1898, Minden 1900

Die Zeichen der Liebe Was sind der Liebe Zeichen? Erröten und erbleichen, Erjauchzen und erbangen, Kömmt sie von fern gegangen: Bei ihres Namens Klange Ein Glutstrahl in die Wange, Still mit geschloss'nen Augen An ihren Zügen saugen, Das Licht, den Lenz, das Leben, Kurz, was da köstlich eben Ihr alles wollen geben, Nichts achten ihresgleichen Und niemals von ihr weichen, – Das sind der Liebe Zeichen.

Dahn, F., Gedichte

Meine Sünde Soll ich ergründen Meine Sünden, Ich fand sie kleine Bis auf eine: Ich hab' ein Weib viel, viel mehr gern als den Himmel und Gott den Herrn.

Dahn, F., Gedichte

Glück und Sonnenschein Ziehe hier ein. Auf Schritt und Tritt Gehe Liebe mit. Das Leben ist schön, Wenn wir's verstehn. –

Braunschweig (Hg.), Goldene Garben. Ein Brevier für Frauen und Jungfrauen, hg. von M. von Braunschweig, 1907. Hausspruch

Wir suchten warm uns zu umfassen In Treu und Seligkeit, Und haben trotzdem uns verlassen In früher Jugendzeit. Uns warf nach Süden und nach Norden Das Leben wunderbar, Nun sind wir beide mild geworden Im grauen Haar. Und wie wir uns die Hände geben, So scheu und sacht, So hebt sich ein verlorenes Leben Aus seiner Nacht. Die Hände haben nichts vergessen Von jener Zeit, Da so sie sich zusammenpressen In Lust und Leid.

Bern/Zoozmann (Hg.), Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, Erstauflage hg. von Maximilian Bern, spätere Auflagen neu bearbeitet und hg. von Richard Zoozmann, 3 Bde., 1924-29 (EA: 1902)

Es gibt noch eine größere Liebe als die nach dem Besitz des geliebten Gegenstandes sich sehnende: Die die geliebte Seele erlösen wollende. Und diese Liebe ist so göttlich schön, daß es nichts Schöneres auf Erden gibt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1896

O tiefe Liebe, die mich zu allem beseelt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1895

Ihr meßt jedem sein Maß Liebe zu: dem dreiviertel, dem zwei Viertel, dem ein Viertel, dem nichts. Davon verstehe ich nichts. Ich kann nicht messen und meine Seele ist immer da am eifrigsten, wo ich sehe, daß Eure sich spart und sperrt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Abendsegen Nun hat es ausgeregnet, Die Dämmrung senkt sich nieder. Wie ruhen so gesegnet Nun Wald und Fluren wieder! Noch huscht vom klaren Westen Ein letztes Sonnenleuchten, Glüh'nd zuckt es auf den Ästen Im Perlenschmuck, dem feuchten. Sanft regt sich, wie im Traume, Ein Windhauch in den Zweigen: Da geht von Baum zu Baume Ein Beben und ein Neigen. Mir ist, ich müßte leise, Ich müßt behutsam treten; Es ist so still im Kreise … Ich glaub, die Bäume beten. –

Most, Mein Lied dem Herrn, Verlag von Friedrich Alber, um 1918

Liebe stirbt an Überdruß und Vergessen geleitet sie zu Grabe.

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