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26202 Sprüche gefunden

Es ist wahr, daß uns der Tod nahe ist und daß das ganze Treiben hier Torheit ist. Ich muß dir aufrichtig sagen: ich lege ja auf meine Pläne und auf meine Arbeit einen hohen Wert; aber wenn man's ernsthaft überlegt, so ist doch diese unsere ganze Menschenwelt nur so eine Art Schimmelüberzug, der sich auf einem kleinwinzigen Planeten gebildet hat. Und da bilden wir uns ein, es könne bei uns etwas Großes geben, große Pläne, große Taten! All das sind nur Sandkörnchen.

Tolstoi, Anna Karenina (Анна Каренина), 1873-78. 4. Teil, 7. Übersetzt von Hermann Röhl

Das Leben ist nichts, als ein Weg, um etwas zu werden!

Gött, Tagebücher und Briefe. Aus den Tagebüchern 1894-1900, hg. von Roman Woerner, München 1914. 20. März 1897

Fordert das Leben von mir das Unmögliche, so erdrückt es mich entweder, oder – es ist nicht das Unmögliche gewesen. In jedem Fall soll ich alles aufbieten, was an Kraft in mich gelegt ist.

Hebbel, F., Briefe. An Elise, 12. Februar 1837

So groß wird durch die Verachtung des Todes die Schönheit des Lebens – so gewiß ist jeder, der mit kaltem Blut sich das Leben abspricht, vermögend, es zu ertragen – so wahr rät Rousseau, vor dem Tode eine gute Tat zu unternehmen, weil man jenen dann entbehren kann...

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Viertes Heftlein. 42. Hundposttag

Schnellzug Auf dieser Lebensbahn rattert es drauf und dran in schnellem Zug. Und meine Melodie macht es, ich weiß nicht wie, zu einem Trug. Draußen das liebe Land, das noch nicht stille stand, wie es sich dreht! Alles bleibt mir versäumt, alles bleibt ungeträumt, alles vergeht. Man wird vom Schauen stumpf, hier drin die Luft ist dumpf, draußen ist's schön. Dann wird die Zeit mir lang, dann wird mir wieder bang vor dem Vergehn. Welch eine Menschennot schlägt sich die Zeit hier tot auf ihre Art. Hier drin ist nichts wie Schmutz, und ich bin voller Trutz. Welch eine Fahrt! Doch was auch quält und närrt, ich bleibe eingesperrt bis an das End'. Wollte mich gern befrein, wollte die Landschaft sein, die rückwärts rennt!

Kraus, Worte in Versen I-IX, 1922-1930. V.

Die meisten Menschen sind offenbar zufällig auf der Welt: es zeigt sich keine Notwendigkeit höherer Art in ihnen.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. März 1875

Dies Kommen und Gehen in unserem Gasthaus Erde ist doch was recht Sonderbares – kaum, daß man sich einschreibt ins Fremdenbuch!

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Das Leben stellt sich dar als ein fortgesetzter Betrug, im Kleinen, wie im Großen. Hat es versprochen, so hält es nicht; es sei denn, um zu zeigen, wie wenig wünschenswert das Gewünschte war.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum vierten Buch. Kapitel 46. Von der Nichtigkeit und dem Leiden des Lebens

Das Leben verlangt gebieterisch eine Leitung durch den Gedanken.

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All unser Schaffen ist ein ew'ges Ringen, Und nicht das Kleinste können wir gestalten, Wenn wir zuvor der feindlichen Gewalten, Die drohend uns umgeben, nicht bezwingen. Das Wasser droht uns heulend zu verschlingen; Der Felsen trotzt, durch eigne Kraft gehalten, Die Flamme zuckt hervor aus dunklen Spalten, Und sausend schlägt der Sturm die Riesenschwingen. Und wurden wir der Elemente Meister, Dann tritt der Mensch dem Menschen stolz entgegen, Und in dem Kampfe messen sich die Geister. Und haben wir auch hier den Sieg errungen, Lohnt uns doch dann erst des Gelingens Segen, Wenn wir im schwersten Kampf uns selbst bezwungen.

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Das Leben wirft bald tiefe Schatten über unsere Seele, bald teilt es ihr Licht und Freude mit.

Dilthey, Gesammelte Schriften, 26 Bde., 1914-2006. Weltanschauungslehre

Ein Glück ist's, daß jedem nur sein eigner Zustand zu behagen braucht.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, im Oktober 1803

Hervortun soll der Mensch sich, daß auf Erden Sein erstes Leben hinterlaß ein zweites.

Dante Alighieri, Die göttliche Komödie (La Divina Commedia), entstanden ca. 1307-1321; Erstdruck 1472

Siehe, auch ich – lebe Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr, am Bach ihr Weiden und am Hang ihr Birken, und fangt von neuem an, euch auszuwirken, und wart so lang nur Schlummernde, gleich – mir. Siehe, du Blume hier, du Vogel dort, sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe... Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort... Siehe, auch ich, ich schien nur tot. Ich lebe!

Morgenstern, C., Gedichte

Die Schwimmer Das Leben ist ein stürmisch Meer; Wir schweben hin, wir schweben her, Wir streben schwer durchs Leben! O Thor, so wirf die Bürden schwer, Die Sorgenbürden wirf ins Meer! Wie leichter, nacket sterben!

Herder, J. G., Gedichte. Originaltext

Wir sollen nicht meinen, ein Teil des Lebens könne mit dem Verlust des anderen erkauft werden. Wir bedürfen alles: die Kindheit, die Jugend, das Alter; eines muss dem andern erst Wert und Trost geben.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Zwecke des Lebens. Zur Arbeit, Lieb’ und zur Veredlung ward das Leben uns gegeben. Fehlen die, was hat der Mensch am Leben? Hat er sie, was fehlte ihm; worüber wollt’ er klagen?

Herder, Gedanken einiger Bramanen (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792

Die Weltordnung ist Veränderung, das Leben persönliche Wahrnehmung.

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"Wozu schreite ich durch das Leben?" Schreite, statt zu fragen, dann wird dir Antwort werden.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Wenn du das Leben verstehen willst, hör auf zu glauben, was die Leute sagen und schreiben. Beobachte lieber dich selbst, und mach dir deine eigenen Gedanken.

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Der Mensch, der nicht weiß, wann er sein Leben opfern muss, weiß auch nicht, wie er zu leben hat.

Ruskin, Ausgewählte Werke in vollständiger Übersetzung, 15 Bde., 1900-1906. Band 5: Diesem Letzten: Vier Abhandlungen über die ersten Grundsätze der Volkswirtschaft, 1902. I. Die Wurzeln der Ehre