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26202 Sprüche gefunden
An einen jungen Freund Nimm dieses Leben nicht so ernst! recht spaßhaft ist's im allgemeinen… Je besser du es kennenlernst, je muntrer wird es dir erscheinen. Kein Drama ist's im großen Stil – wie du dir denkst – mit Schuld und Sühne; es ist ein derbes Possenspiel auf einer Dilettantenbühne. Zwar wär's nicht halb so jämmerlich, wenn nur die Leute besser spielten, und wenn die Lustigmacher sich nicht immer für die Helden hielten.
Aber man muß das Leben nehmen, wie es ist. Kommt nach Sturm und Regen nicht die Sonne – kühler Vollmondschein hat auch seinen Wert.
Das Leben wär' ein Narrentanz, Wenn's nicht so ernsthaft wäre.
Leben Seele, die du, unergründlich Tief versenkt, dich ätherwärts Schwingen möchtest und allstündlich Dich gehemmt wähnst durch den Schmerz – An den Taucher, an den stillen, Denke, der in finstrer See Fischt nach eines Höhern Willen: Nur vom Atmen kommt sein Weh. Ist die Perle erst gefunden In der öden Wellengruft, Wird er schnell emporgewunden, Daß ihn heilen Licht und Luft; Was sich lange ihm verhehlte, Wird ihm dann auf einmal klar: Daß, was ihn im Abgrund quälte, Eben nur sein Leben war.
Das Gewebe unsres Lebens besteht aus gemischtem Garn, gut und schlecht durch einander. Unsre Tugenden würden stolz sein, wenn unsre Fehler sie nicht geißelten, und unsre Laster würden verzweifeln, wenn sie nicht von unsern Tugenden ermuntert würden.
Das Leben ist ein Schachbrett von Nächten und Tagen, auf dem das Schicksal mit menschlichen Figuren spielt: Es schiebt sie hier nach dort über das Brett, vereint und vernichtet und nimmt die Figuren eine nach der anderen wieder aus dem Spiel.
Wie viele Stunden umschließt ein langes Leben! Aber wie viele gehören denn davon uns?
Bis zum zwanzigsten Jahre bleibt das Kind in der Studienanstalt, wo sich alles um die Arbeit, das Verdienst, die Befähigung handelt. Tritt dann der Zwanzigjährige in die Welt ein, ist alles anders: es ist gerade das Gegenteil.
Es war ein Wahn vielleicht, ein großer Wahn, Des Lebens Tiefen zu durchmessen – Am eignen warmen Leib den Schmerz zu spüren, Den vorher Andere besessen ...
Das menschliche Leben ist ein Kampf von Anfang bis Ende. Wir alle werden unter Umständen voll Kummer und Schmerzen in dieses elende Leben geboren.
Am Meerufer Und Welle kommt und Welle flieht, Und der Wind stürzt sein Lied, Schaumwasser spielt an deine Schuhe Knie nieder, Wandrer, ruhe. Es wälzt das Meer zur Sonne hin, Und aller Himmel blüht darin. Mit welcher Welle willst du treiben? Es wird nicht immer Mittag bleiben. Es braust ein Meer zur Ewigkeit, In Glanz und Macht und Schweigezeit, Und niemand weiß wie weit – Und einmal kommst du dort zur Ruh, Lebenswandrer, Du.
Jetzt fühle ich, daß es nur schon zu hohe Zeit ist, etwas hervorzubringen, einen Beweis zu hinterlassen, daß man verdiente, da gewesen zu sein [..].
Die ganze bunte Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz, die ganze Schönheit des Lebens setzt sich aus Licht und Schatten zusammen.
Was ist das menschliche Leben anderes als eine Komödie oder ein Schauspiel, wo einer in dieser, der andere in jener Larve auftritt und seine Person agiert, bis ihn sein Prinzipal wieder abtreten heißt?
Rätsel Bald ist's von dieser, bald von jener Sorte: dort gilt's der Silbe, hier gilt es dem Worte. Leicht läßt es dich in alle Ferne schweifen, wiewohl grad nur das Nächste zu ergreifen. Bescheiden steht's und wartet in der Ecke, bis du den Sinn holst aus dem Wortverstecke. Wenn endlich dir die Lösung glücken soll, sei zu bedenken dieses dir gegeben: gelöst wär' nur dies eine eben, jedoch fast jedes Ding im Leben, es bleibt dir leider dessen voll. Ja mehr als das – ich wag es auszusprechen und will dich warnen, ehe es zu spät –, dies eine selbst, es lohnt kein Kopfzerbrechen: denn Rätsel bleibt es, wenn man's auch errät.
Der Mensch sollte sich also verhalten, als wenn er täglich in's Grab gehen würde.
... gibt's denn einen Lebenslauf, dem's an nichts gebricht?
Unglücksrabe So oft ich der alten Nachbarin In ihrem Shawltuch begegnet bin, Wenn die Sonne grade recht hell gestrahlt, Als bekäm sie's heute extra bezahlt – Dann zeigte die alte Nachbarin Mit der welken Hand nach dem Himmel hin Und kniff den Mund so besonders ein, Als biß sie in etwas Saures hinein, Und meinte: "Wenn's nur so bleibt!" So ist's mir im Leben mit Vielen ergangen, Die wußten mit Freude nichts anzufangen Und riefen in jeden Sonnenschein Ihr krächzendes "Wenn's nur so bleibt" hinein! Sie hätten am liebsten der ganzen Welt Das arme bißchen Lachen vergällt Und trauen noch in der Grabesruh Dem Herrgott den ewigen Frieden nicht zu Und meinen: "Wenn's nur so bleibt!"