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26202 Sprüche gefunden
Das Leben will nicht Belehrung sein, nicht Zwecke haben, nicht Gabe werden, nicht bestimmt sein von tausend Blicken hier hin und dort hin.
Das Leben ist das einzge Gut des Schlechten.
O Leben! Ich zog dir so jubelnd entgegen, In sonniger Morgenfrüh Und griff nach den Blüten, Die du mir gegeben, Am Herzen sie traulich zu heben, Und führt' sie zum Munde Und küsste sie. Wie Nesseln nur stachen sie. O Leben! Nun brennen die Lippen Mir wund und zerrissen, So kehr' ich ein müder Pilger heim. – Heim? Wohin? O, sag, Leben, Wo denn bin ich daheim? O Leben!
Es ist das Leben, das die unwahrscheinlichsten Zustände anstrebt.
Was aber ist so beschränkt und kurz wie noch das längste Menschenleben?
Wer seinen Gelüsten ergeben gleichsam in den Tag hinein lebt, beendet täglich den Sinn seines Lebens; wer aber an die Nachwelt denkt und die Erinnerung an sich durch seine Werke verlängern will, dem ist jede Todesstunde zu plötzlich, weil sie stets irgendetwas noch nicht Vollbrachtes abbricht.
Sorgen wir solange wir leben dafür, dass der Tod möglichst wenig bei uns findet, was er zerstören kann.
Die besten Richter sind Achtung, Befangenheit und Furcht.
Man könnte das Leben ordentlich wieder liebhaben, wie sein Kind, wenn man sich's selbst gegeben.
In der Dämmerung So schling', mein Geliebter, den Arm um mich, Erzähle, erzähl' mir vom Leben! Von seiner schimmernden Sternenpracht, Von wildfrohen Stürmen der Wetternacht, Wie mit ihm du, mein Starker, gerungen, Und wie du's bezwungen. Im Winkel ja hockte in Träumen ich, So fern, ach so ferne dem Leben. Und glitten vorüber der Jahre viel – Es brachte mir keines ein wunschheisses Ziel. Die Blitze, die draussen entflammet sind, Begrüssten durchs Fenster ein weltfremdes Kind. Erzähle, erzähl' mir vom Leben!
Dies ist es, was ich das Erahnen der verborgenen Exzentrizitäten des Lebens nannte: Das heißt zu wissen, dass das Herz eines Menschen links ist und nicht in der Mitte. Das heißt, nicht nur zu wissen, dass die Erde rund ist, sondern auch genau zu wissen, wo sie flach ist.
Nichts aber ist liebenswerter und bereichernder als die Ähnlichkeit einer guten Lebensart.
Welche Rolle wir aber selbst spielen wollen, ist abhängig von unserem Willen.
Denn wenn wir einen günstigen Wind nutzen, gelangen wir zum besten Erfolg, und wenn er uns entgegenweht, werden wir zurückgeworfen.
Leben und Tod, Reichtum und Armut bewegen alle Menschen auf das Tiefste.
Die Lage dessen, der durch Not beschwert ist, ist eine andere als die dessen, der bessere Lebensumstände erstrebt, ohne dass die seinigen unglücklich wären.
Wer aber würde in seinen Bemühungen nicht den Dank eines begüterten und mächtigen Menschen dem Anliegen eines guten, aber mittellosen Menschen vorziehen?