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Murre nicht beim Abfall deiner Freunde; Sobald der erste Sturm kommt, fallen auch die Blätter.
An Edom! Ein Jahrtausend schon und länger Dulden wir uns brüderlich; Du, du duldest, daß ich atme, Daß du rasest, dulde ich. Manchmal nur, in dunkeln Zeiten, Ward dir wunderlich zumut, Und die liebefrommen Tätzchen Färbtest du mit meinem Blut. Jetzt wird unsre Freundschaft fester, Und noch täglich nimmt sie zu; Denn ich selbst begann zu rasen, Und ich werde fast wie du!
Wer in Gesellschaft seiner Freunde immer Worte wiegt, ist selten ein wahrer Freund, und selten der Freundschaft fähig.
Es ist besser, einen Freund haben, der viel wert ist, als viele haben, die nichts wert sind.
Wer im Verkehr mit seinen Freunden diesen Zuliebe alles tut, kann leicht die Freude Des Augenblicks in künftge Feindschaft wandeln.
Jede Freundschaft ist um ihrer selbst willen zu wählen; den Beweggrund dazu aber bildet der Nutzen.
Wir gönnen jedem Glücklichen des Reichtums goldnen Fund; er sei nicht stolz, noch poch er drauf, das Glück geht unter und geht auf. Sein Fußgestell ist rund. Der Redliche, mit dem das Glück stiefmütterlich es meint, der seinem Schiffbruch kaum entschwimmt, und nackend ans Gestade klimmt, der finde einen Freund!
Alten Freund für neuen wandeln Heist: für Früchte Blumen handeln.
Habe den Mut zur Wahrheit! Das kostet dich viele Freunde, aber es zeigt dir zugleich, was du an ihnen verlorst.
Der Freund ist die Verbindung zwischen Vater und Sohn, er ist ihre größte Gemeinsamkeit.
Vielen Freunden Gegendienste zu leisten ist beschwerlich, und es zu vollbringen, ist das Leben nicht lang genug. Daher sind mehr Freunde, als für das eigene Leben genügen, überflüssig und der Ausübung der Tugend hinderlich, und so bedarf man ihrer nicht. Auch der Freunde, die man um der Lust willen hat, braucht man nur wenige, wie auch bei der Speise wenig Gewürz hinreicht.
Über die Freundschaft Miteinander zu reden und zu lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen, gemeinsam schöngeistige Bücher zu lesen, gemeinsam zu scherzen und zugleich Achtung zu geben, gelegentlich anderer Meinung zu sein, freilich ohne Gehässigkeit, ganz so, wie man auch mit sich selbst im Widerstreit liegt, gerade durch Meinungsverschiedenheit die vorherrschende Eintracht zu würzen, einander etwas zu lehren und voneinander lernen, Abwesende schmerzlich vermissen, Zurückkehrende freudig empfangen, durch Zeichen der Liebe und Gegenliebe, die von Herzen kommen, die sich in Miene, Stimme, Blicken und tausend freundlichen Gesten äußern, die Herzen wie Zündstoff entflammen und aus Zweien eins werden lassen.
Klagt Dir ein Freund seine Not, seine Schmerzen so höre ihn mit Teilnehmung an. Halte Dich nicht mit moralischen Gemeinsprüchen auf, mit Bemerkungen über das, was anders hätte sein und was er hätte vermeiden können, da es doch einmal nicht anders ist. Hilf, wenn Du es vermagst, tröste und verwende alles, was ihm Linderung geben kann, aber verzärtle ihn nicht an Leib und Seele durch weibische Klagen.
Die einen deiner Freunde tadeln dich, die andern loben dich; halte dich an die, welche dich tadeln und meide diejenigen, die dich loben.
Das Höchste, das ich für meinen Freund tun kann, ist einfach sein Freund sein. Wenn er weiß, daß es mich glücklich macht, ihn zu lieben, wird er keine andere Belohnung wollen.
Nimm dich einmal in acht vor deinen Feinden, aber tausendmal vor deinen Freunden, denn vielleicht wird dein Freund eines Tages dein Feind sein, und dann hat er es leichter, deinen Nachteil zu betreiben.